Bollinger-Bänder: Kombination von Trendfolge und Volatilität

Trend-Stärke

Der Trendfolge-Ansatz auf Basis der 200-Tage-Linie ist für sich allein genommen schon sehr erfolgreich und schlägt nahezu jede Buy&Hold-Strategie. Dennoch sind Trader natürlich immer auf der Suche nach einer Verbessrung des Chance-Risiko-Verhältnisses. Eine weit verbreitete Variante ist dabei die Kombination von Trendfolge und Volatilität, wobei das bekannteste Beispiel aus dieser Gattung die Bollinger-Bänder (BB) sind.

Dieser Indikator ist ein in den 1980er-Jahren vom amerikanischen Finanzmarkt-Analysten John Bollinger entwickeltes Verfahren der technischen Analyse. Grundlage ist ein einfacher „Gleitender Durchschnitt” (GD). Als Periodenlänge im Bereich der mittelfristig orientierten Systeme werden für diesen GD in der Standardeinstellung 20 Perioden – in einem Chart auf Tagesbasis entspricht dies einer Länge von 20 Tagen – gewählt. Zu diesem Mittelwert wird noch ein Element aus der Statistik hinzugefügt: die Standardabweichung. Konkret:

Die Standardabweichung (SD) ist ein Streuungsmaß, das die Schwankungsintensität von Preisdaten darstellt. Die annualisierte SD entspricht dabei der Volatilität. Beträgt für eine Aktie der Wert einer Standardabweichung z.B. 2%, dann bedeutet dies nach den Gesetzen der Statistik, daß 68% der untersuchten Werte in einem Intervall von +2% um den Mittelwert für diesen betrachteten Zeitraum liegen. Beträgt der Wert der doppelten SD +2%, dann lagen immerhin schon 95% im gleichen Intervall.

Die Bollinger-Bänder werden in der Standardeinstellung mit der zweifachen Standardabweichung berechnet. Dazu wird dieser Wert zu dem eingangs erwähnten GD addiert und subtrahiert. Daraus ergibt sich eine Hüllkurve, die unter der Annahme einer Normalverteilung für 95% aller Kurswerte die obere und untere Begrenzung darstellen.

Interpretation der Bollinger-Bänder

Der Vorteil der BB liegt nun darin, daß durch die Hüllkurve die relative Lage der Kurse bezüglich des Niveaus der Volatilität angezeigt wird. Liegen die Bänder eng beieinander, dann ist die Volatilität sehr gering, gehen die Bänder auseinander, dann steigt auch die Volatilität. Ein Beispiel:

Im Chart unten ist für den Zeitraum von Oktober 2017 bis Dezember 2018 der Kursverlauf des Dax mit den Bollinger-Bändern in der Standardeinstellung dargestellt. Sie sehen, dass in starken Trendphasen – insbesondere auf der Unterseite – der Abstand zwischen oberem und unterem Band explosionsartig größer wird. Weiterhin ist deutlich zu erkennen, daß die meisten Kurse – nämlich 95% – innerhalb des oberen und unteren Bandes liegen. Dies ist durch die Wahl der doppelten Standardabweichung auch so gewollt. Würde als Berechnungsgrundlage lediglich die einfache Standardabweichung gewählt, so lägen nur 68% der Preisdaten innerhalb der Bollinger-Bänder.


Die Charakteristik der BB führt nun zu zwei unterschiedlichen Interpretationen und damit auch Systemansätzen. Dies ist zum einen der Trendfolgeansatz und zum anderen der Countertrendansatz. Im Detail:

Der Trendfolgeansatz geht davon aus, daß nach einer Phase geringer Volatilität und somit geringer Preisbewegung ein neuer Trend durch einen Ausbruch aus dieser lethargischen Phase eingeleitet wird. Da sich ein Ausbruch plötzlich und ohne Vorankündigung vollzieht, durchstoßen die Preisdaten aufgrund der Trägheit der Bollinger-Bänder - diese können erst nach erfolgtem Ausbruch auf dieses Ereignis reagieren - entweder das untere oder das obere Band. Dieser Ausbruch wird trendfolgend gehandelt, d.h., es werden Positionen in Richtung des Ausbruchs aufgebaut, da eine Fortsetzung dieses neuen Trends angenommen wird.

Der Nachteil des Trendfolgeansatzes ist die Grundidee des Countertrendansatzes: Da die Märkte die meiste Zeit kein eindeutiges Trendverhalten aufweisen und die Berechnung der Bollinger-Bänder darauf ausgelegt ist, daß 95% aller Kurse innerhalb der Bänder liegen, wird eine Short-Position beim Durchstoßen des oberen Bandes bzw. eine Long-Position beim Durchstoßen des unteren Bandes initiiert. Dieser Ansatz funktioniert sehr gut in Seitwärtsphasen. In aller Regel werden aber in starken Trends Verluste produziert. Für erfahrene Trader liefern die Bollinger-Bänder aber dennoch wertvolle Informationen über die weitere Entwicklung eines Marktes. Deshalb:

Im Trendbrief nutzen wir die Bollinger-Bänder vor allem zur Bestimmung von kurzfristigen überkauft- und überverkauft-Situationen. Hier spielt dieser Indikator seine ganze Stärke aus, sodass wir auf dieser Basis z.B. Entscheidungen in Bezug auf Teilgewinnmitnahmen treffen können. Genau darin liegt eines der Geheimnisse für den außerordentlichen Erfolg des Trendbriefs sein mehr als drei Jahrzehnten. überzeugen Sie sich selbst. Testen Sie den Trendbrief kostenlos. Als Mitglied der Trendbrief-Gemeinde bekommen Sie Woche für Woche zahlreiche Tabellen und Auswertungen sowie konkrete Empfehlungen und Handlungsanweisungen auf Basis der 200-Tage-Linie. Dazu erhalten Sie börsentäglich im „Trendbrief am Mittag” alle Informationen, die Sie für Ihr Positions-Management und Ihre Handelsentscheidungen benötigen.

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