Marktübersicht

Hebelzertifikat Beschreibung

Die ersten Hebelzertifikate wurden in Deutschland im Oktober 2001 von den Banken BNP Paribas sowie ABN Amro emittiert und als "Turbos" bzw. "Listed Stock Futures" (LSF) bezeichnet. Damit können Privatanleger von steigenden ("long") oder fallenden ("short") Kursbewegungen eines zugrunde liegenden Basiswerts (z.B. Aktienindex, Rohstoff) partizipieren.

Die Bezeichnung Hebelzertifikat rührt daher, daß diese Zertifikate eine im Vergleich zum Basiswert überproportionale Wertentwicklung aufweisen. Steigt der Dax bspw. um 10%, so würde sich ein Dax-Long-Zertifikat mit beispielsweise Hebel 10 um 100% verteuern. Der Hebel wirkt allerdings auch in die andere Richtung. Fällt das deutsche Leitbarometer um 10%, so erleiden die Anleger einen (Total-)Verlust von 100%. Im Vergleich zu Futures-Geschäften gibt es bei Hebelzertifikaten keine "Nachschußpflicht", das heißt Investoren können sich auch bei stärkeren Dax-Verlusten nicht verschulden, da ihr maximales Verlustrisiko auf den Kapitaleinsatz begrenzt ist.

Während die Preisbildung von Optionsscheinen höchst intransparent ist und neben der Kursbewegung des Basiswerts auch von anderen Einflußfaktoren wie bspw. Volatilität abhängt, kann der Kurs von Hebelzertifikaten gut nachvollzogen werden. Er ergibt sich (vereinfacht) bei einem Long-Hebelzertifikat, indem der Basispreis vom aktuellen Kurs des Basiswerts abgezogen wird (bereinigt um das Bezugsverhältnis).

Im Gegensatz zu Optionsscheinen gibt es bei Hebelzertifikaten eine "Knock-Out-Schwelle". Wird diese unter- (long) bzw. überschritten (short), verfallen die Derivate wertlos oder werden mit einem Restwert ausgebucht.

Wichtigste deutsche Marktplätze für (Hebel-)Zertifikate sind Stuttgart (EUWAX) und die voll elektronische Handelsplattform Scoach der Deutsche Börse AG in Frankfurt.
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