EY-Analyse: Deutlich weniger Börsengänge im ersten Vierteljahr

Montag, 28.03.22 09:13
EY-Analyse: Deutlich weniger Börsengänge im ersten Vierteljahr
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Krieg in der Ukraine hat die Börsenpläne vieler Unternehmen durchkreuzt. Weltweit wagten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gerade einmal 321 Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett und damit gut ein Drittel (37 Prozent) weniger als im Vorjahresquartal, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY errechnet hat. Die Unternehmen spielten dabei nach EY-Angaben vom Montag 54 Milliarden Dollar ein, gerade einmal halb so viel wie vor Jahresfrist.

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Im Gesamtjahr 2021 hatte es weltweit so viele Börsengänge (Initial Public Offering/IPO) gegeben wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Und auch der Start ins neue Jahr hatte Hoffnung gemacht: Im Januar lag das weltweite Emissionsvolumen mit 32 Milliarden US-Dollar nach EY-Angaben noch auf dem höchsten Stand seit 21 Jahren.

Doch die Unsicherheit an den Märkten nahm infolge des Krieges zu, Investoren sind in so einem Umfeld eher zurückhaltend. "Viele Unternehmen warten in der jetzigen Situation (...) erst einmal ab und nutzen die Zeit, um sich gut auf den Börsengang vorzubereiten", erläuterte EY-Partner Martin Steinbach. "Daher könnte die zweite Jahreshälfte 2022 auch wieder deutlich aktiver werden."

In Deutschland dämpfte der Ukraine-Krieg die IPO-Aktivitäten im traditionell schwachen ersten Quartal zusätzlich: Mit drei Börsengängen operativer Unternehmen und einer sogenannten SPAC-Emission gab es nur vier Erstnotizen am deutschen Aktienmarkt in den ersten drei Monaten 2022. SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) sind zunächst leere Unternehmenshüllen. Sie listen ihre Aktien als eine Art Platzhalter, um später einmal mit Firmen verschmolzen zu werden und diese so auf kurzem Wege durch die Hintertür an die Börse zu holen.

Den weltweit größten Börsengang im ersten Quartal des laufenden Jahres gab es nach EY-Angaben in Südkorea: Der Batteriehersteller LG Energy Solution erlöste im Januar 10,7 Milliarden US-Dollar (etwa 9,5 Mrd Euro)./ben/DP/stk



Quelle: dpa-AFX


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