Ghosn-Affäre: Paris schickt Delegation nach Japan

Mittwoch, 16.01.19 16:31
Ghosn-Affäre: Paris schickt Delegation nach Japan
Bildquelle: iStock by Getty Images
PARIS (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der Inhaftierung von Auto-Manager Carlos Ghosn in Japan hat die französische Regierung eine Delegation nach Tokio geschickt. Es gehe dort um die Zukunft der Allianz zwischen Renault und Nissan , sagte der französische Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung. Der Staat ist bei Renault ein wichtiger Spieler, er hält 15 Prozent der Anteile.

Von der Stabilität dieser Allianz hingen allein in Frankreich Tausende Arbeitsplätze ab, sagte Griveaux. Ergänzend hieß es aus Kreisen des Élyséepalastes, diese Allianz müsse zur Zukunftssicherung der Hersteller unbedingt bewahrt werden.

Ghosn ist Architekt der internationalen Kooperation von Renault mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi. Der 64-Jährige sitzt seit rund zwei Monaten in Japan in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem der Verstoß gegen Börsenauflagen vorgeworfen. Ghosn hatte hingegen seine Unschuld beteuert.

Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sei im täglichen Kontakt mit dem kommissarischen Renault-Management, sagte Griveaux. Ghosn ist bei Renault offiziell immer noch Konzernchef, sein französischer Titel lautet Président-directeur général. Das operative Geschäft wird aber schon seit längerem von seinem bisherigen Stellvertreter Thierry Bolloré geführt.

Der Renault-Verwaltungsrat könnte möglicherweise schon an diesem Sonntag eine neue Führung einsetzen, schrieb die Tageszeitung "Le Figaro". Renault bestätigte auf Anfrage die Gremiensitzung nicht. Schon seit längerem wird in Paris darüber spekuliert, dass der bisherige Chef des Zulieferers Michelin , Dominique Senard, den Präsidentenposten im Renault-Verwaltungsrat übernehmen könnte, während Bolloré weiter das operative Geschäft leiten werde./cb/DP/he



Quelle: dpa


Hier geht's zur Aktien-Startseite

Konjunktur-Meldungen

Container über Bord: Bergung beginnt nun auch in deutscher Nordsee

HANNOVER (dpa-AFX) - Gut anderthalb Monate nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" in der stürmischen Nordsee soll die Bergung der verlorenen Ladung auf deutschem Gebiet beginnen. Wie ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 1066

Titel aus dieser Meldung

Datum :
18.02.19
58,51 EUR
-2,06 %
Datum :
18.02.19
101,30 EUR
0,85 %
Datum :
18.02.19
7,51 EUR
1,08 %
© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr