Nord Stream 2: Altmaier reagiert gelassen auf Grenell-Drohungen

Freitag, 18.01.19 05:24
Nord Stream 2: Altmaier reagiert gelassen auf Grenell-Drohungen
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BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat gelassen auf Sanktionsdrohungen von US-Botschafter Richard Grenell gegen deutsche Firmen mit Beteiligung an der Gaspipeline Nord Stream 2 reagiert. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Deutschland ist ein Land, in dem Meinungs- und Pressefreiheit gewährleistet sind. Deshalb ist es nicht notwendig, jeden einzelnen Brief zu kommentieren. Aber: Tatsache ist, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist." Der Bau von Nord Stream 2 führe im wesentlichen durch internationale Gewässer, die notwendigen Genehmigungen der nationalen Anrainerstaaten lägen seit langem vor.

Das Projekt sei zu einem erheblichen Teil bereits verwirklicht, sagte Altmaier. "Die Bundesregierung hat eine Verpflichtung, nicht willkürlich in solche unternehmerischen Projekte einzugreifen."

Grenell hatte an der Pipeline beteiligten Konzernen in einem am Wochenende bekanntgewordenen Brief gedroht, sie setzten sich einem "erheblichen Sanktionsrisiko" aus. Der Bau der 1200 Kilometer langen Trasse durch die Ostsee hat unter anderem in Deutschland bereits begonnen. Die USA haben das Projekt mehrfach massiv kritisiert.

Altmaier sagte außerdem, es gebe ein berechtigtes Interesse der Ukraine, dass sie auch nach dem Bau von Nord Stream 2 ein wichtiges Gas-Transitland bleibe. "Das ist der Grund, warum ich durch Reisen in die Ukraine und nach Russland den Boden für direkte Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und der EU-Kommission bereitet habe."

Deutschland habe außerdem ein Interesse daran, Abhängigkeiten in jeder Richtung zu vermeiden, die Möglichkeiten zur Diversifizierung von Gaslieferungen würden deshalb vorangetrieben, sagte Altmaier. Deshalb habe er vorgeschlagen, in Deutschland die Möglichkeit zu schaffen, eine Infrastruktur für Flüssigerdgas (LNG) aufzubauen - "mit dem Ziel, Flüssiggas entweder aus den USA oder aus dem Mittleren und Nahen Osten nach Deutschland zu transportieren und ins Netz einspeisen zu können". "Dieses Gas muss natürlich auf dem Gasmarkt konkurrenzfähig sein."/ted/hoe/DP/zb



Quelle: dpa


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