AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte im Minus - US-Zölle drohen und schwacher Chinamarkt

Montag, 18.02.19 11:19
AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte im Minus - US-Zölle drohen und schwacher Chinamarkt
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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die wieder anschwellende Furcht vor drohenden Sonderzöllen der USA und schwache Marktdaten aus China haben die Aktien deutscher Autobauer am Montag belastet. Die Papiere von BMW , Daimler und Volkswagen gerieten am Vormittag mit zwischen 0,7 und 1,6 Prozent unter Druck. Papiere des Zulieferers Continental lagen ebenfalls 0,9 Prozent im Minus. Der Dax verlor derweil rund ein Viertelprozent.

In den USA ist eine Untersuchung des US-Handelsministeriums offensichtlich zu dem Schluss gekommen, dass das Ungleichgewicht im Autohandel mit Europa die nationale Sicherheit der USA bedroht. Damit drohen erhöhte Zölle auf den Import von Autos und Zulieferteilen. US-Präsident Donald Trump hatte einen Zoll von 25 Prozent angedroht. Derzeit erheben die USA 2,5 Prozent auf Pkw und 25 Prozent auf Pick-Ups. Die Europäische Union erhebt einen Zoll von 10 Prozent auf in den USA hergestellte Autos. Trump hat nun wohl knapp 90 Tage Zeit für eine Entscheidung.

In China dauert zudem die Schwäche des Marktes weiter an. Nach Daten des Branchenverbands PCA (China Passenger Car Association) und des Herstellerverbands CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) ging es auch im Januar weiter runter mit dem Auto-Absatz im Markt. Vergangenes Jahr war es in China in Folge der Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren zu einem Rückgang auf dem Markt gekommen.

Insbesondere der Absatz an die Händler stockte im Januar deutlich, laut CAAM-Daten ging er um fast 18 Prozent zurück. Der Verkauf an Endkunden lag laut PCA um 4 Prozent unter dem Vorjahresmonat. VW ist unter den deutschen Autokonzernen als Massenhersteller am stärksten von der Marktschwäche betroffen und hatte im Januar in China weniger Autos ausgeliefert. Daimler, BMW und Audi als Premiumhersteller dagegen verkauften mehr Wagen.

Die Bundesregierung rechnet derweil damit, dass US-Handelsminister Wilbur Ross die Einfuhren von Autos und Autoteilen in die USA in der Tat als Gefahr einstuft. Der Bericht liege dem Weißen Haus bereits vor, berichtete das "Handelsblatt". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, die bevorstehende Entscheidung des US-Handelsministeriums sei für Deutschland erschreckend.

Besonders betroffen wären laut einer Studie des Münchner Ifo Instituts die deutschen Hersteller. Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 Prozent erhöhen, könnten sich deutsche Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, geht aus den Berechnungen der Wirtschaftsforscher hervor.

Auto-Aktien sind an der Börse im Vergleich mit anderen Branchen ohnehin schwach bewertet. In den letzten zwölf Monaten hat der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts rund ein Viertel an Wert verloren. Zur Sorge um höhere Zölle zwischen den Handelsblöcken USA, China und EU kommt noch die Diskussion um Fahrverbote für Dieselmotoren vor allem in Deutschland hinzu. In diesem Jahr hat der Branchenindex dagegen einen besseren Start erwischt mit plus 8,5 Prozent./men/mis/jha/

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Quelle: dpa


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