ANALYSE/UBS: Starker Zins-Gegenwind bremst Commerzbank aus

Montag, 20.05.19 09:58
ANALYSE/UBS: Starker Zins-Gegenwind bremst Commerzbank aus
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ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Commerzbank-Aktie hat nach ihrem jüngsten Höhenflug nach Einschätzung der UBS keine Luft mehr nach oben. Die Bank mache zwar bei vielen Punkten Fortschritte, aber der Gegenwind vor allem durch die anhaltend niedrigen Zinsen sei einfach zu hoch. UBS-Analyst Daniel Brupbacher kürzte deshalb seine Gewinnschätzungen für die Bank für die Jahre 2019 bis 2022 deutlich. So rechnet er jetzt im Jahr 2022 nur noch mit einem Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro.

Dementsprechend senkte er das Kursziel um 27 Prozent auf 7,40 Euro. Da das neue Kursziel leicht unter dem zuletzt erreichten Niveau liegt, stufte der das Papier auch von "Buy" auf "Neutral" ab. Damit dürfte seiner Einschätzung nach die jüngste Rally der Aktie beendet sein. Der UBS-Analyst sieht aus fundamentalen Gründen keine weitere Unterstützung für die Aktie.

Die Commerzbank-Aktie verteuerte sich in diesem Jahr unter anderem wegen der inzwischen gescheiterten Gespräche mit der Deutschen Bank DE0005140008> über eine Übernahme bereits um rund ein Drittel. Damit legte das Papier der seit der Finanzkrise teilverstaatlichen Bank so stark zu wie keine andere Bankaktie im Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks.

Neuen Schwung könnten seiner Einschätzung nach zum Beispiel neue Spekulationen auf eine Übernahme bringen. Dies stehe aber nicht unmittelbar an. Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, dass entweder die niederländische ING oder die italienische Unicredit, die beide bereits hierzulande aktiv sind, zuschlagen könnten. Die Commerzbank selbst hatte hier allerdings die Erwartungen eher gedämpft.

Ebenso könnte die Bekanntgabe einer neuen Strategie im Herbst für neue Fantasie sorgen, so der Experte. Commerzbank-Chef Martin Zielke steht nach den gescheiterten Gesprächen mit der Deutschen Bank unter Druck. Berichten zufolge tritt der Aufsichtsrat der Bank am Dienstag zusammen, um von ihm zu hören, was er jetzt vorhat.

Zielke sollte nach Einschätzung Brupbachers darauf achten, dass bei den möglichen neuen Maßnahmen die angepeilte Eigenkapitalrendite über den Kapitalkosten liegt - andernfalls seien die Unabhängigkeit der Bank und der Zugang zum Kapitalmarkt in Gefahr. Um dies zu verhindern, müsste die Bank die Kosten weiter reduzieren und weitere Wachstumsinitiativen einleiten. Der UBS-Experte sieht bei beiden Punkten derzeit wenig Spielraum oder Optionen.

Mit der Einstufung "Neutral" geht die UBS davon aus, dass die Gesamtrendite der Aktie (Kursgewinn plus Dividende) auf Sicht von zwölf Monaten um bis zu sechs Prozent über oder unter der von der UBS erwarteten Marktrendite liegt./zb/ag/fba

Analysierendes Institut UBS.

Veröffentlichung der Original-Studie: 17.05.2019 / 18:38 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 20.05.2019 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / GMT



Quelle: dpa


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