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APA ots news: Rund ein Viertel des österreichischen Fondsvermögens bereits...

Dienstag, 23.11.21 11:05
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APA ots news: Rund ein Viertel des österreichischen Fondsvermögens bereits nachhaltig investiert.

boerse.de-Fonds: Denn gegessen, getrunken und geputzt wird immer! Info

Klima-Stresstests: 3 bis 9 Prozent Verlustpotenzial aus

Nachhaltigkeitsrisiken.

Wien (APA-ots) - Von den insgesamt rund 218 Mrd. in österreichischen

Fonds verwaltetem Vermögen sind bereits 53 Mrd. unter

Nachhaltigkeitskriterien veranlagt; ein Anteil von 24,3%. 347 der

insgesamt 1.974 Fonds sind so einzustufen. Dies ergab eine von der

Finanzmarktaufsicht FMA durchgeführte Analyse, im Rahmen der die

Nachhaltigkeit österreichischer Fonds von Kapitalanlagegesellschaften

(KAG) sowie von konzessionierten Managern Alternativer

Investmentfonds (AIFM) zum Stichtag 30.6.2021 gemäß der Kriterien der

nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungspflichten[1] der Europäischen

Union (EU) erhoben wurde. Ein gemäß den Vorgaben der europäischen

Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA in verschiedenen Szenarien

durchgeführter Klima-Stresstest hat überdies gezeigt, dass trotzdem

für den österreichischen Fondsmarkt je nach Annahme in den kommenden

fünf Jahren aus Nachhaltigkeitsrisiken Wertverluste von etwa -3 % bis

-9 % drohen können.

"Diese neuen EU-Offenlegungspflichten zur Nachhaltigkeit von

Finanzprodukten sind für alle Marktteilnehmer von großer Bedeutung,

insbesondere aber für unerfahrene und Kleinanleger. Denn nur gut

informierte Konsumenten können auch eine fundierte Anlageentscheidung

gemäß ihrer Ertrags-, Risiko- und auch Nachhaltigkeitspräferenzen

treffen", so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller.

Boom nachhaltiger Vermögensverwaltung

Besonders erfolgreich unter den österreichischen

Nachhaltigkeitsfonds sind jene nach dem "Österreichischen

Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte" UZ49. So waren zum

30.9.2021 bereits 103 Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 23,6

Mrd. nach dem UZ49 veranlagt, ein Zufluss von 10,1 Mrd. bzw. 74,8%

innerhalb eines Jahres. Zusätzlich werden zwei Immobilienfonds mit

einem Volumen von zusammen 609 Mio. nach dem UZ49 gemanagt.

Nach wie vor signifikante Nachhaltigkeitsrisiken

Um bewerten zu können, wie hoch die Exponiertheit der

österreichischen Fonds gegenüber Nachhaltigkeitsrisiken nach wie vor

ist, hat die FMA diese einem Klima-Stresstest nach den Kriterien und

dem Layout der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA

unterworfen.[2] Gemessen und analysiert werden dabei insbesondere die

Transitionsrisiken, also jene, die durch den Übergang zu einer

klimaneutralen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft entstehen

und so zu einer Abwertung von Vermögenswerten führen können. Die

ESMA-Stressszenarien unterscheiden dabei drei relevante Bereiche:

Politik, wo etwa die Einführung einer CO2-Steuer oder Änderungen

der Bauordnungen und Flächenwidmungen Auslöser sein können;

Technologie, wo etwa Innovationen zur CO2-Reduktion oder bei

erneuerbaren Energiequellen Abwertungen bestehender Technologien

hervorrufen können ("stranded assets");

Verbraucherpräferenzen und -vertrauen, wo sich etwa das Verhalten

von Konsumenten oder Investoren zu CO2-intensiven Produkten und

Dienstleistungen bzw. deren Anbieter ändern kann.

Die Stresstests in den verschiedenen Stressszenarien haben

gezeigt, dass die Materialisierung von Transitionsrisiken bereits

innerhalb von fünf Jahren zu substanziellen Wertverlusten führen

kann, und zwar aggregiert auf den gesamten Markt zwischen -3% und

-9%. Bei einem Politik-Schock um -4,9%, einem Technologie-Schock um

-3,1%, bei einem Schock der Verbraucher- oder Investoren-Präferenzen

um -7,2%, bei einem gleichzeitigten Politik- und Technikschock gar um

-9%. Umgelegt auf das aktuelle Fondsvolumen ergäbe das Verluste von

6,6 Mrd. bis 19,7 Mrd. "Grüne Fonds" (geringeres Exposure zu

CO2-intensiven Investitionen) sind dabei besser geschützt als "braune

Fonds" (höheres Exposure zu CO2-intensiven Investitionen).

Die Analyse des österreichischen Fondsmarkts zeigt hier ähnliche

Risikomerkmale wie im europäischen Durchschnitt auf.

* * *

[1] Disclosure-VO bzw. Sustainable Finance Disclosure Regulation

(SDFR): Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene

Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor, ABl. Nr. L 317

vom 09.12.2019 S. 1, in der Fassung der Verordnung (EU) 2020/852 über

die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger

Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088, ABl.

Nr. L 198 vom 22.06.2020

[2] ESMA Report on Trends, Risks and Vulnerabilities, No 1 2021,

S. 73-86. Siehe

[https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma50-165-15

24_trv_1_2021.pdf]

(https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma50-165-15

24_trv_1_2021.pdf)

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht

Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)

+43/(0)1/24959-6006 oder +43/(0)676/882 49 516

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom

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OTS0084 2021-11-23/11:00



Quelle: dpa-AFX


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