APA ots news: WIFO: Zukunftseinschätzung der Industrie stabilisiert sich

Montag, 11.03.19 09:06
APA ots news: WIFO: Zukunftseinschätzung der Industrie stabilisiert sich
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Wien (APA-ots) - Die Einschätzung der künftigen Wirtschaftsentwicklung

durch die österreichischen Industriebetriebe verschlechterte sich im

Februar nicht weiter, optimistische und pessimistische Bewertungen

halten einander nun nahezu die Waage. Vor dem Hintergrund eines

schwachen Welthandels ergeben sich auch positive Konjunktursignale:

In Deutschland scheint sich die Lage in der Autobranche zu

stabilisieren, und der Handelskonflikt zwischen China und den USA

entspannt sich.

In China kühlte sich die Konjunktur zwar ab, brach aber nicht ein.

Große Wertschöpfungseinbußen wurden vor allem in jenen Sektoren und

Produktgruppen registriert, die von den Zollerhöhungen der USA

betroffen sind. Insgesamt ließ das Welthandelswachstum in den letzten

Monaten aber spürbar nach. Zugleich sind die binnenwirtschaftlichen

Kräfte in den großen Volkswirtschaften sehr unterschiedlich. In den

USA hielt der Investitionsboom an, der zu einem guten Teil der

Steuerreform zuzuschreiben ist, insbesondere der zeitlichen

Befristung großzügiger Abschreibungsregeln und den damit verbundenen

Vorzieheffekten. In Deutschland hingegen, dessen Wirtschaft ohnehin

viel stärker vom Welthandel abhängt als die der USA, wurde die

Handelsflaute durch Verwerfungen in der Autobranche verschärft. Die

Quartalsrechnung signalisiert aber Besserung in diesem Bereich: Die

hohen Lagerbestände, die sich im III. Quartal ergeben hatten, weil

die Zulassungen stockten, wurden im IV. Quartal teilweise abgebaut.

Offenbar löst sich der Zertifizierungsstau allmählich auf.

Auch in Österreich gerät die Konjunktur unter den Einfluss der

Welthandelsflaute, allerdings wuchs die Ausfuhr im IV. Quartal 2018

noch relativ zügig. Hingegen schwächte sich die Expansion der

Investitionen im Inland und der Herstellung von Waren stärker ab.

Getragen von der Nachfrage nach Bau- und Dienstleistungen wuchs die

österreichische Wirtschaft aber insgesamt recht robust. Anfang 2019

trübte sich das Bild etwas ein: Das sonst lebhafte Wachstum der

Tourismuswirtschaft wurde im Jänner gedämpft, weil aufgrund des

starken Schneefalls Tagesgäste in den Wintersportregionen ausblieben.

Das Winterwetter dürfte auch andere Branchen, wie etwa die

Bauwirtschaft, überdurchschnittlich belastet und dazu beigetragen

haben, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamte. Im

Februar besserte sich die Lage, die Zahl der Arbeitslosen verringerte

sich wieder rascher. Die Einschätzung der künftigen

Wirtschaftsentwicklung durch die Industrieunternehmen stabilisierte

sich, optimistische und pessimistische Bewertungen halten einander

nun etwa die Waage. Unter den Dienstleistern ist die Stimmung noch

relativ optimistisch. Die Inflationsrate verringerte sich zuletzt auf

1,7%. Der Druck auf die Treibstoffpreise, der durch den kleinen

Erdölpreisschock im Vorfeld der Iran-Sanktionen im Herbst 2018

entstanden war, ist abgeklungen.

Zu den Definitionen siehe ["Methodische Hinweise und Kurzglossar"]

(https://www.ots.at/redirect/glossarwifo).

Rückfragehinweis:

bitte am Montag, dem 11. März 2019, zwischen 9 und 15 Uhr an Stefan Schiman, MSc, Tel. (1) 798 26 01 - 234, stefan.schiman@wifo.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom

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OTS0016 2019-03-11/09:00



Quelle: dpa


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