Aktien Frankfurt: Anhaltende Corona-Sorgen jagen Dax auf Tief seit Oktober

Dienstag, 25.02.20 14:22
LED Tafel an Außenbereich eines Gebäudes
Bildquelle: iStock by Getty Images
FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit 12 877 Punkten ist der Dax am Dienstag auf das tiefste Niveau seit Ende Oktober vergangenen Jahres abgesackt. "Die Anleger machen sich weiter Sorgen, dass aus der Coronavirus-Epidemie noch eine ausgewachsene Pandemie wird", erklärte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Entsprechend halbherzig sei nach dem Rutsch zu Wochenbeginn am Morgen der Erholungsversuch in Europa gewesen. Der Anstieg der Infektionen in Südkorea, dem Iran und Italien sorge für Nervosität. Es sei nun wohl zumindest mehr Geduld gefragt als in jüngster Vergangenheit, bis der Markt seine Verluste wieder abschütteln könne.

Zwar erholte sich der Dax am Morgen unmittelbar bis auf 13 132 Punkte, es fehlten dann jedoch die Anschlusskäufe und es ging schnell wieder abwärts. Bis zum frühen Nachmittag konnte der deutsche Leitindex aber immerhin wieder reduzieren und notierte zuletzt 0,28 Prozent im Minus bei 12 999,00 Punkten.

Der MDax drehte von seinem tiefsten Niveau seit Dezember bei 27 556 Punkten derweil zurück ins Plus. Er legte um 0,07 Prozent zu auf 27 904,91 Punkte, während der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone ein Drittelprozent abgab.

Gerade Nachrichten aus Italien verhießen kaum Gutes. Denn dort breitet sich das Virus Sars-CoV-2 offenbar weiter aus - auch weit in den Süden. Auf Sizilien gibt es den ersten Fall. Am Dienstagnachmittag trifft sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Rom mit Amtskollegen aus Italien, Österreich, Slowenien, der Schweiz, Kroatien, Frankreich und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Erwartet wird, dass die Minister beraten, wie sie auf die Ausbreitung reagieren. Nach Einschätzung der Devisenmarkt-Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sind es gerade die Reaktionen der Politik auf die Virus-Entwicklung und ihre Bremswirkung für die Wirtschaft, die den Anlegern aktuell Kopfschmerzen bereiten.

Unter den Einzelwerten fielen Corestate Capital und Leoni nach aktuellen Geschäftszahlen besonders auf. So sprangen die Papiere des Immobilienverwalters Corestate nach vielversprechendem Jahresauftakt mit prozentual zweistelligem Plus auf das höchste Niveau seit Sommer 2018. Zuletzt lagen sie mit fast 8 Prozent im Plus.

Die Anteile des Autozulieferers Leoni sanken derweil um über 8 Prozent auf ein Vierwochentief. Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist war 2019 wegen der Krise der Autobranche, dem Konzernumbau und Problemen bei einem Großauftrag noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet.

Ebenfalls schwach tendierten Teamviewer-Aktien . Der Softwarekonzern musste seinen vorläufigen Jahresüberschuss 2019 nach unten korrigieren. Etwas zulegen konnte New Work . Das für sein Karrierenetzwerk Xing bekannte Unternehmen sieht sich nach einem erfolgreichen Jahr 2019 auf Kurs zu seinen diesjährigen Wachstumszielen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,48 Prozent am Vortag auf minus 0,49 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 145,33 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 175,77 Punkte.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,0837 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,0818 Dollar festgesetzt./ag/mis



Quelle: dpa-AFX


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