Aktien Frankfurt: Coronavirus brockt Dax sehr schwache Börsenwoche ein

Freitag, 25.09.20 14:44
Tafel mit Kursen
Bildquelle: fotolia.com
FRANKFURT (dpa-AFX) - Zum Ende einer ohnehin schwachen Börsenwoche hat der deutsche Aktienmarkt auch am Freitag nochmals kräftig Federn gelassen. Die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus sind zuletzt europaweit stark gestiegen und haben an der Börse ihren Tribut gefordert: Der Dax verlor am Nachmittag 1,58 Prozent auf 12 408 Punkte. Er konnte die Marke von 12 500 Zählern nicht halten und fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Auf Wochensicht zeichnet ein Minus von gut fünf Prozent ab.

Wegen der Ausbreitung des Virus seien "Konjunkturprognosen mit einer hohen Unsicherheit behaftet", sagte Volkswirt Carsten Mumm von der Bank Donner & Reuschel. Der weitere Verlauf der Pandemie sei kaum vorhersagbar und mithin auch eventuelle Shutdown-Maßnahmen nicht. Die internationalen Aktienmärkte befänden sich daher in einer Phase der Konsolidierung.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 0,91 Prozent auf 26 184 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,4 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni.

In das Bild passte, dass die Kurse der unmittelbar von der Pandemie betroffenen Unternehmen überdurchschnittlich stark fielen. So zählten die Papiere des Triebwerkherstellers MTU mit 1,9 Prozent zu den klaren Verlierern im Dax. Im MDax waren Lufthansa mit minus 4 Prozent der zweitschwächste Titel hinter Thyssenkrupp. Lufthansa sackten auf den tiefsten Stand seit 2003 ab. Aktien des Flughafenbetreibers Fraport büßten 3,7 Prozent ein.

Auch um Automobilwerte machten Anleger vor dem Wochenende einen Bogen. Von 1,5 bis zu 3 Prozent reichten die Verluste von Volkswagen , BMW , Daimler und dem Zulieferer Infineon .

Unter den kleineren Titeln im SDax schnellten Klöckner & Co um gut 7 Prozent nach oben. Eine höhere Gewinnprognose des Duisburger Stahlhändlers vom Vortag für das dritte Quartal kam bei Anlegern gut an.

Der Börsengang des bayerischen Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt verlief für die Aktionäre wenig erfreulich. Nach einem ersten Xetra-Kurs von 12 Euro exakt auf Höhe des Ausgabepreises ging es abwärts bis auf 10,95 Euro. Dabei war der Ausgabepreis angesichts einer Spanne von 12 bis 16 Euro bereits denkbar niedrig. Hensoldt ist die ehemalige Radarsparte von Airbus , die im Jahr 2017 vom US-Finanzinvestor KKR übernommen worden war.

Der Euro blieb unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1636 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1645 (Mittwoch: 1,1692) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8587 (0,8553) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,53 Prozent am Vortag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 145,78 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,14 Prozent auf 174,58 Zähler zu./bek/men

Von Benjamin Krieger, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX




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