Aktien Frankfurt: Dax gerät im Verlauf unter Druck

Montag, 19.10.20 14:54
Kursticker auf einer digitalen Anzeige.
Bildquelle: pixabay
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nur wenig verändert ohne klare Richtung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montagnachmittag präsentiert. "Es sind die geschürten Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie, der strapazierte Geduldsfaden im Ringen um ein US-Hilfspaket und die immer näher heranrückende US-Präsidentschaftswahl, welche Anleger hat vorsichtiger werden lassen", bemerkte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

Der Dax konnte die anfangs übersprungene Marke von 13 000 Punkten nicht halten und notierte zuletzt 0,23 Prozent tiefer bei 12 879,16 Punkten. Der MDax gewann 0,07 Prozent auf 27 784,10 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,1 Prozent auf 3249 Punkte vor.

Am Samstag hatte die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Deutschland mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Auch aus anderen europäischen Ländern wurden am Wochenende erhebliche Steigerungen oder gar Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Munich Re mit plus 1,5 Prozent an der Dax-Spitze. Der Rückversicherer sendete positive Signale für eines seiner wichtigsten strategischen Wachstumsfelder: Wegen des Digitalisierungsschubs in der Corona-Pandemie rechnet man mit einer stärkeren Nachfrage im Geschäft mit Cyber-Versicherungen. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung erwartet die Munich-Re-Führung zudem weiterhin steigende Preise im kommenden Jahr.

Auch im durchwachsenen Marktumfeld bleiben Hellofresh gesucht: Die Papiere des Kochboxen-Versenders und Corona-Gewinners erklommen mit 56,40 Euro einen weiteren Höchststand und haben sich damit im bisherigen Jahresverlauf bereits verdreifacht. Zuletzt notierten sie 2,1 Prozent höher. Berenberg-Analyst Robert Berg stockte sein bereits vergleichsweise hohes Kursziel nach der erneuten Prognoseerhöhung vom Freitag in einer aktuellen Studie auf 68 Euro auf.

Der Wirkstoff-Forscher Evotec bekommt eine Förderung von der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates. Mit der Geldspritze, über deren Höhe keine Angabe gemacht wurde, soll die Entwicklung und Herstellung von Antikörpern gegen die Lungenkrankheit Covid-19 in den USA vorangetrieben werden. Die Evotec-Titel rückten um 2,1 Prozent vor.

Dagegen brachen die Aktien von Epigenomics nach einer negativen Erstattungsempfehlung eines Komitees der staatlichen US-Krankenversicherung zu einem Darmkrebs-Vorsorge-Test des Biotech-Unternehmens um 68 Prozent ein.

Der Euro legte weiter zu und wurde zuletzt mit 1,1783 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1741 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite stabil bei minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 146,49 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,14 Prozent auf 175,88 Punkte ein./edh/jha/

Von Eduard Holetic, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX




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