Aktien Frankfurt: Dax lässt 14 000 Punkte klar hinter sich - Rekord im Visier

Montag, 08.03.21 12:15
Börse
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Rückenwind von den US-Börsen hat es der Dax am Montag wieder klar über 14 000 Punkte geschafft. Der deutsche Leitindex baute die anfänglichen Gewinne aus und notierte gegen Mittag 1,09 Prozent höher bei 14 071,83 Punkten. Damit machte er nicht nur den Rückschlag vom vergangenen Freitag mehr als wett - er nahm auch wieder Kurs auf sein Rekordhoch von 14 197 Punkten vom Mittwoch.

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Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann am Montag 0,35 Prozent auf 30 824,28 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,80 Prozent auf 3698,84 Zähler vor.

Nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht war den wichtigsten US-Indizes am Freitag eine deutliche Erholung geglückt. Zudem nahm das billionenschwere Konjunktur-Hilfspaket von Präsident Joe Biden am Wochenende eine entscheidende Hürde, da ihm auch der Senat als zweite Parlamentskammer zustimmte. „Für die Anleger dürften weitere Liquiditätsschwemmen weiteres Wasser auf die Mühlen sein", kommentierte Experte Timo Emden. "Auch wenn bereits im Vorfeld mit dem Absegnen des Pakets gerechnet wurde und somit ein großer Teil bereits eingepreist sein sollte, dürften Investoren die Entscheidung begrüßen."

Die Kehrseite besteht aus steigenden Zinsen als Ausdruck von Wachstumsoptimismus und Inflationsängsten. Je besser Konjunkturdaten ausfielen, desto größer werde der Zweifel der Finanzmärkte an einer fortgesetzten expansiven Geldpolitik, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. In diesem Dilemma steckt der Aktienmarkt seit Wochen.

Zu den Favoriten der Anleger am deutschen Aktienmarkt zählten Aktien von Banken: Deutsche Bank verteuerten sich an der Dax-Spitze um fast viereinhalb Prozent und erreichten zeitweise den höchsten Stand seit August 2018. Im MDax ging es für Spitzenreiter Commerzbank um mehr als fünf Prozent hoch. JPMorgan-Marktstratege Mislav Matejka setzt in einer aktuellen Strategiestudie auf einen weiteren Anstieg der Anleiherenditen, der sich günstig auf die Erträge von Finanzkonzernen auswirkt.

Zudem sieht Matejka weiteres Potenzial bei "Reopening"-Ideen - also Werten, die von einer Lockerung der Restriktionen in der Corona-Pandemie profitieren. Dazu zählen insbesondere Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche. Entsprechend ging es für Papiere des Triebwerksbauers MTU, der Fluggesellschaft Lufthansa und des Flughafenbetreibers Fraport um bis zu über vier Prozent bergauf. Airbus verzeichneten einen Kursanstieg von mehr als zwei Prozent. Bei dem Flugzeugbauer nahm die Auslieferung neuer Maschinen nach einem schwachen Jahresstart im Februar etwas an Fahrt auf.

Eine neue Verkaufsempfehlung der Citigroup ließ indes die Anteilsscheine des Spezialchemiekonzerns Covestro um 0,7 Prozent sinken. Damit zählte der Kunststoffkonzern zu den größten Verlierern im Dax. Im Kleinwertesegment SDax verloren Aktien des Immobilienunternehmens Corestate Capital rund vier Prozent, nachdem das Analysehaus Jefferies sein Kaufvotum gestrichen hatte.

Für Aufsehen sorgte eine Mitteilung der Deutschen Börse vom Wochenende, in der sie ihre Entscheidung für Veränderungen im SDax korrigierte. Dort kommt es zu größeren Änderungen als zunächst geplant. So gibt es mit der SGL Carbon einen weiteren Aufsteiger, raus fällt im Gegenzug die Deutsche Beteiligungs AG . Die Deutsche Börse berichtigte damit ihre Angaben vom Mittwoch, als die für März anstehenden Index-Änderungen bekannt gegeben worden waren. SGL-Papiere legten daraufhin um über drei Prozent zu. Die Titel der Deutsche Beteiligung trotzten dem nun verkündeten Abstieg mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Leoni -Titel profitierten mit einem Kursgewinn von fast siebeneinhalb Prozent von Plänen des neuen Aktionärs Stefan Pierer sowie einer positiven Branchenstimmung. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Automobilwoche" vom Sonntag. Dort heißt es, Pierer wolle bei dem bald wieder im SDax gelisteten Autozulieferer eine aktivere Rolle spielen und den Konzernumbau vorantreiben. Dabei schließe er eine Erhöhung seiner Beteiligung nicht aus, die er bereits im Februar von fünf auf zehn Prozent verdoppelt hatte. Auf Nachfrage habe er zwar ein mögliches Übernahmeangebot als "zu früh" bezeichnet. Dennoch könnte der Bericht einige Spekulationen schüren, hieß es Markt./gl/stk

Von Gerold Löhle, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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