Aktien Frankfurt: Euro bremst erneut - Anleger wollen Rally nicht verpassen

Donnerstag, 03.12.20 16:29
Aktien Frankfurt: Euro bremst erneut - Anleger wollen Rally nicht verpassen
Bildquelle: Eigens Bildmaterial
FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts eines weiter starken Eurokurses geht der Rally am deutschen Aktienmarkt immer mehr die Luft aus. Der Dax verlor am Donnerstagnachmittag ein halbes Prozent auf 13 248 Punkte. Der Euro erreichte nahezu zeitgleich mit 1,2161 US-Dollar den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2018. Gerade für die im Dax schwer gewichteten deutschen Exporteure wird die aufwertende Gemeinschaftswährung zunehmend zum Problem.

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Zu hohen Infektionszahlen und Lockdowns komme nun auch noch ein steigender Euro als Belastungsfaktor hinzu, schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. "Dass sich der Dax in diesem Umfeld weiter relativ stabil zeigt, ist schon ein wenig erstaunlich." Aus Angst, eine Rally zum Jahresende zu verpassen, schienen sich nur wenige Anleger derzeit von Aktien trennen zu wollen, vermutete der Experte.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte lag mit 0,11 Prozent leicht im Minus bei 29 210 Zählern. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone gab um moderate 0,12 Prozent nach.

Der starke Euro fließt auch in die Schätzungen von Analysten ein und hat Auswirkungen auf deren Empfehlungen und Kursziele. So senkte beispielsweise James Gordon von der Bank JPMorgan das Kursziel für die Morphosys -Aktie um 10 auf 120 Euro und begründete dies mit dem starken Euro. Das Biotech-Unternehmen erwirtschaftet einen großen Umsatzanteil in Nordamerika. Morphosys-Aktien gaben leicht nach.

Größter Kursverlierer im Dax waren Fresenius , die 2,1 Prozent verloren. Die Bank of America konnte keinen Kurstreiber für die Papiere mehr ausmachen und strich daher die Kaufempfehlung. An die Dax-Spitze setzten sich Adidas mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent. Der Kurs hatte zuletzt deutlich nachgegeben, auf dem tieferen Kursniveau griffen Anleger nun wieder zu.

Die Papiere von Siemens Healthineers setzten sich mit einem Aufschlag von 2,8 Prozent an die Spitze des MDax. Sie profitierten von Kaufempfehlungen der Commerzbank und der Bank of America.

Die Lufthansa meldete derweil Buchungszahlen für Flüge an Weihnachten und Neujahr. Der Kurs rückte daraufhin um 1,2 Prozent vor. Thyssenkrupp waren zweitschwächster Titel im MDax mit einem Verlust von 3 Prozent. Der Kurs war im frühen Handel wie schon in den Tagen zuvor am Sprung über die Marke von 6 Euro gescheitert.

Ceconomy kletterten im SDax um 5 Prozent auf den höchsten Stand seit Februar. Anleger setzen laut Händlern darauf, dass der Betreiber von Saturn und Mediamarkt vom Weihnachtsgeschäft profitiert, zumal beide Elektronikmärkte das Online-Geschäft forciert hätten.

Der Euro baute die Gewinne im Handelsverlauf immer mehr aus und notierte zuletzt mit 1,2161 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,2066 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt blieb es dagegen ruhig. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,53 Prozent am Vortag auf minus 0,54 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 145,94 Punkte. Der Bund-Future rückte am frühen Nachmittag um 0,17 Prozent auf 174,86 Punkte vor./bek/jha/

Von Benjamin Krieger, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX




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