Aktien Frankfurt: Herbe Verluste - Experten sehen zweite Korrekturwelle

Mittwoch, 01.04.20 12:12
Börse
Bildquelle: iStock by Getty Images
FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse am Mittwoch im Zuge der Virus-Krise wieder auf Talfahrt begeben. Der Leitindex Dax gab zum Mittag um 2,7 Prozent auf 9667,31 Punkte nach. Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die Marke von 10 000 Punkten geschafft. Der MDax büßte am Mittwoch 2,7 Prozent ein auf 20 476,16 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor seinerseits rund 2,8 Prozent.

"Die Konsolidierung der vergangenen Woche könnte die Ruhe vor dem zweiten Sturm an der Börse gewesen sein", kommentierte Marktexperte Milan Cutkovic von AxiTrader das Geschehen. "Während die Hoffnungen zunehmen, dass Europa bald den Höhepunkt der Pandemie erreichen könnte und Chinas Wirtschaft bereits schon wieder erste Signale der Erholung sendet, breitet sich das Coronavirus in den USA weiterhin rasant aus." Nach Einschätzung des Experten brauche es nicht viel an negativen Nachrichten, so dass Anleger wieder in den Panik-Modus schalten würden.

Auch CMC-Marktexperte Jochen Stanzl sieht bereits einen möglichen Beginn einer zweiten Korrekturwelle. Dafür spreche die bessere Entwicklung bei defensiven Branchen, wie etwa den Versorgern. "Beim deutschen Aktienindex geht es jetzt um die untere Begrenzung der Seitwärtsspanne der vergangenen Tage, die bei 9438 Punkten verläuft", schrieb Stanzl am Vormittag. "Fällt diese Unterstützung, dürfte die Volatilität wieder zunehmen."

Wegen der Virus-Krise traten in Deutschland eine Reihe von Unternehmen unter anderem bei ihren Ausblicken auf die Bremse. So etwa der Rückversicherer Munich Re , bei dem vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen im ersten Quartal für hohe Schäden sorgen. Das Unternehmen stoppte zugleich auch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Mit einem Kursverlust von etwa zweieinhalb Prozent gehörte die Aktie allerdings noch zu den besseren Werten im Dax.

Das war auch bei Adidas der Fall. Der Sportartikelhersteller legt sein bereits gestartetes Aktienrückkaufprogramm ebenfalls auf Eis. Allerdings hatte das Management bereits Mitte März die diesjährige Tranche des Programms vorübergehend ausgesetzt - unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika. Nun habe der Vorstand beschlossen, den Rückkauf für den Rest des Jahres formell zu stoppen, hieß es. Die Aktie gab um knappe 4 Prozent nach.

Deutlich weiter hinten landeten dagegen die Aktien von Continental , die um etwa 5 Prozent nachgaben. Der Autozulieferer und Reifenhersteller hat seine nur knapp vier Wochen alte Jahresprognose ebenfalls eingestampft. Es sei derzeit auch nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann, hieß es.

Größter Verlierer war, wie so oft in den vergangenen Wochen, der Triebwerkbauer MTU mit einem Minus von über 6 Prozent. Seit Beginn des Corona-Crashs an den Märkten ist das Papier um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

Der österreichische Sensorspezialist AMS schloss zudem eine Kapitalerhöhung zur Übernahme von Osram abg. Im MDax wurden die Aktien des Lichtkonzerns Osram dennoch abgestraft, weil es immer noch Zweifler gibt mit Blick auf den Erfolg der Übernahme. Mit einem Minus von fast 5 Prozent lagen die Papiere rund 25 Prozent unter dem Angebotspreis von 41 Euro.

Unter den Nebenwerten kam es überdies beim Industriedienstleister Bilfinger zu einer weiteren Streichung der Jahresziele. Die Aktie sackte daraufhin um mehr als 14 Prozent ab und war somit größter Verlierer im SDax . Dem Unternehmen macht neben der Virus-Krise auch der zeitgleiche Ölpreisverfall zu schaffen. Das Management will daher auch den Dividendenvorschlag "überdenken"./kro/mis



Quelle: dpa-AFX




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