Aktien Frankfurt: Inflationssorgen belasten den Dax schwer

Dienstag, 11.05.21 15:12
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder größere Inflationsbedenken haben die Anleger am Dienstag auch am deutschen Aktienmarkt in die Flucht getrieben. Nach zuletzt vier Erholungstagen gab der Leitindex Dax mit 15 034,66 Punkten deutlich nach. Ein Abschlag von 2,37 Prozent ließ die bisherige Bestmarke von gut 15 501 Punkten in die Ferne rücken. Eher müssen sich Anleger nun wieder mit der 15 000er Marke beschäftigen.

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Der MDax büßte zuletzt sogar 3,11 Prozent auf 31 443,59 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 folgte mit 2,4 Prozent nach unten. Auch an den New Yorker Börsen dürfte sich die Talfahrt fortsetzen. Allen voran war es dort am Vorabend bei den an der Nasdaq gelisteten Technologiewerten zu einem erneuten Kursrutsch gekommen, der am Dienstag wohl noch weiter geht.

"Am deutschen Aktienmarkt haben die Bären zumindest kurzfristig wieder das Zepter in die Hand genommen", sagte Marktbeobachter Timo Emden. Auch wenn am vergangenen Freitag schwache Signale vom US-Arbeitsmarkt kamen, seien die Inflationssorgen den Börsen wieder auf die Hauptbühne zurückgekehrt. Damit verbinden die Anleger schon länger auch die Angst vor steigenden Zinsen, die die Finanzierungsbedingungen verschlechtern und Anleihen als alternative zu Aktien attraktiver machen können. Zudem drücken höhere Zinsen auf die Bewertung von Aktien in den Prognosemodellen der Investoren, weil dann künftige Gewinne und Cashflows bei steigenden Zinsen einen niedrigeren Barwert haben.

In dem schwachen deutschen Börsenumfeld verarbeiteten die Anleger am Dienstag eine große Menge an Quartalszahlen, insbesondere aus der zweiten Börsenreihe. Aus dem Dax berichtete der Versorger Eon mit positiven Expertenreaktionen. Die Aktien konnten sich dem schwachen Marktumfeld aber dennoch nicht ganz entziehen. Mit einem Abschlag von 0,7 Prozent waren sie aber der stabilste Dax-Wert.

Im MDax verpufften angehobene Jahresziele von K+S und Thyssenkrupp . Beide Aktien blicken auf einen guten Lauf zurück, und so kamen sie nahe ihrer Hochs seit Anfang 2020 mit Abgaben von 3,1 und 9,5 Prozent nicht mehr voran. Im Falle von Thyssenkrupp machte Experten der weiter stark negative Barmittelfluss etwas Sorgen.

Auch die Aktien von Bechtle und Brenntag kamen aus dem Kreis der Berichtsunternehmen am Dienstag mit jeweils sechs Prozent sehr deutlich unter Druck. Der IT-Speziaist Bechtle folgte damit der Branchenschwäche im Tech-Sektor. Beim Chemikalienhändler Brenntag hieß es, reiche den Anlegern ein bekräftiges Gewinnziel auf dem zuletzt erreichten Rekordniveau nicht mehr.

Eine recht robuste MDax-Ausnahme waren die nur 0,5 Prozent tieferen Aktien von Fraport , die sich phasenweise sogar im Plus bewegten. Der Flughafenbetreiber fuhr im ersten Quartal überraschend einen operativen Gewinn ein. Vorschusslorbeeren der Anleger für eine erhoffte Erholung aus der Corona-Krise trieben die Aktien zwischenzeitlich über 60 Euro auf den höchsten Stand seit Februar 2020.

Im SDax fielen Ceconomy und Home24 nach Zahlen mit prozentual zweistelligen Kursabschlägen stark negativ auf. Wie sich bei der Elektronikhändler-Holding Ceconomy im ersten Quartal zeigte, hat der vor allem in Deutschland anhaltende Lockdown die Geschäfte zuletzt weiter schwer belastet. Der Einbruch um zehn Prozent trieb den Kurs auf ein Tief seit Dezember.

Die Papiere von Home24 sackten sogar um 15 Prozent ab und folgten damit dem marktbreiten Rutsch von Aktien, die in der Corona-Krise von Anlegern lange Zeit als Gewinner gefeiert wurden. Aus diesem Kreis waren die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero mit minus 3,5 Prozent das Dax-Schlusslicht. Jene des Softwareanbeiters Teamviewer büßten im MDax 6,8 Prozent ein.

Am deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,27 Prozent am Vortag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 144,14 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,31 Prozent auf 169,62 Zähler.

Der Euro wurde am Dienstag gestützt von einem starken ZEW-Index, der am Aktienmarkt keine positive Wirkung entfalten konnte. Mit 1,2162 US-Dollar behauptete sich die Gemeinschaftswährung mehr oder weniger auf ihrem höchsten Niveau seit Ende Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2169 Dollar festgesetzt./tih/mis

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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