Aktien Frankfurt: Konjunktursorgen belasten weiter - Ifo-Index hilft Dax kaum

Montag, 25.03.19 12:13
Aktien Frankfurt: Konjunktursorgen belasten weiter - Ifo-Index hilft Dax kaum
Bildquelle: iStock by Getty Images
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weltweiten Konjunktursorgen haben den Dax weiter im Griff. Dagegen konnten am Montag auch überraschend gute deutsche Konjunkturdaten wenig ausrichten. Der Dax hielt sich aber immerhin deutlich besser als die wichtigen Aktienindizes in den USA und insbesondere in Asien.

Nach einem verhaltenen Start verhalf das vom Ifo-Institut veröffentlichte Geschäftsklima dem heimischen Leitindex knapp in positives Terrain. Gegen Mittag notierte er wieder 0,03 Prozent tiefer bei 11 360,20 Punkten. Zuvor hatte der Dax drei Tage in Folge nachgegeben. Für den Index der mittelgroßen Konzerne MDax ging es zu Wochenbeginn um 0,20 Prozent auf 24 662,45 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 3306,03 Zählern auf der Stelle.

Seitdem die US-Notenbank Fed am Mittwoch angekündigt habe, die Zinsen im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr zu erhöhen, mache die Angst vor einer Rezession die Runde, schrieb Analyst Christian Henke vom Broker IG. Die Experten der Schweizer Bank Credit Suisse betonten die schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und den USA vom Freitag - vor allem erstere hätten den Anlegern auf den Magen geschlagen.

Dagegen sei das im März überraschend gestiegene Ifo-Geschäftsklima "ein Hoffnungsschimmer, dass die deutsche Konjunktur nach einem schwachen zweiten Halbjahr 2018 nun langsam wieder Fuß fasst", schrieb Analyst Bernd Krampen von der NordLB. Zuvor war der Stimmungsindex sechs Monate in Folge gesunken. "Dennoch schweben über dem Land das Damoklesschwert eines Zollstreits mit der USA und der Brexit", schob der Experte zu viel Euphorie einen Riegel vor.

Derweil senkten die Anlagestrategen der UBS nach der starken Kurserholung seit den Tiefs im Dezember den Aktienanteil in ihrem Modellportfolio und raten zu Gewinnmitnahmen. Globale Aktien hätten in US-Dollar gerechnet bereits fast wieder ihren Höchststand erreicht, schrieben die Experten um Jon Gordon in einer aktuellen Studie.

Damit seien mögliche Triebfedern wie ein weltweiter Wirtschaftsaufschwung und eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA bereits größtenteils vorweg genommen worden. Obendrein habe die US-Notenbank zwar mit einer moderateren Zinspolitik überrascht, der Markt preise aber sogar eine Leitzinssenkung ein, heißt es weiter.

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Im MDax entwickelten sich die Aktien von Scout24 mit einem minimalen Plus etwas überdurchschnittlich. Der Betreiber von Online-Portalen, der vor einer möglichen Übernahme durch die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman steht, legte detaillierte Jahreszahlen vor und will nach einem Gewinnplus eine höhere Dividende ausschütten. Dass der Unternehmenschef Interesse am Kleinanzeigengeschäft von Ebay äußerte, gab dem Kurs kaum Impulse. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin "Capital" bereits über ein Kaufinteresse des Medienkonzerns Axel Springer berichtet.

Bei Vossloh konnten sich die Anleger über ein Kursplus von knapp einem Prozent und einen der vorderen Plätze im Nebenwerte-Index-SDax freuen. Laut Händlern profitierten die Titel des Bahninfrastrukturkonzerns von einem Bericht in der "Bild am Sonntag". Diesem zufolge will die Bundesregierung in der kommenden Dekade rund 50 Milliarden Euro in die Modernisierung des Schienennetzes investieren.

Für deutlichere Kursausschläge sorgten indes einige Analystenkommentare. Bayer-Aktien sackten am Dax-Ende um weitere fast zwei Prozent auf 58,20 Euro ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Die US-Investmentbank Merrill Lynch strich nach einer Schlappe in einem Prozess rund um die Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns. Zuletzt hatten sich schon etliche Analysten wegen des jüngsten Roundup-Urteils negativ zu Bayer geäußert.

Wacker Chemie war mit über zwei Prozent Minus einer der größten Verlierer im MDax. Die britische Investmentbank HSBC rät nicht mehr zum Kauf der Aktie. Die chinesische Billigkonkurrenz beim Solarindustrierohstoff Polysilizium mache dem Spezialchemiekonzern weiter zu schaffen, hieß es zur Begründung.

Derweil führte FMC mit einem Kursanstieg um über zwei Prozent die Gewinnerliste im Dax an. Die Anteilsscheine des Dialysespezialisten profitierten von einer Kaufempfehlung der Commerzbank. Analyst Oliver Metzger begründete die Hochstufung damit, dass die verbesserte Geschäftsdynamik und die guten Aussichten noch nicht ausreichend eingepreist seien./gl/jha/

Von Gerold Löhle, dpa-AFX



Quelle: dpa


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