Alibaba weitet Alipay in Europa aus

Dienstag, 22.01.19 17:20
Alibaba weitet Alipay in Europa aus
Bildquelle: Vontobel

Der Bezahldienst Alipay von Alibaba erweitert das Geschäftsmodell in Europa: Mit einer neuen Lizenz kann das Unternehmen auch europäischen Kunden seine Bezahlfunktion anbieten. Zudem kann er seinen Service für Händler erweitern, damit chinesische Touristen in Europa in noch mehr Läden mit Alipay bezahlen können.

Alipay ist ein Bezahldienst des chinesischem Konzerns Alibaba, welches im Jahr 2004 als Bezahlmethode für den Onlinehandel gestartet ist. Doch eine reine Finanz-App ist Alipay schon lange nicht mehr. Mit mehr als 700 Millionen aktiven Nutzern ist sie eine der größten Bezahl- und „Lifestyleplattformen“ weltweit. Nutzer erhalten beispielsweise auch Informationen zu Händlern in der Nähe, können einen Tisch im Restaurant reservieren, Kinotickets oder ein Taxi buchen.

Alipay wird in 20 europäischen Ländern akzeptiert. Um Alipay jedoch nutzen zu können, brauchte man bisher ein Konto in China und einen chinesischen Pass. Nun hat Alipay von der Finanzaufsicht in Luxemburg eine Lizenz als E-Geld-Institut erhalten: Mit der Lizenz kann Alipay so sein Geschäftsmodell in zwei Bereichen erweitern: Einerseits kann das Unternehmen auch europäischen Verbrauchern seine Bezahlfunktion anbieten. Andererseits kann es seinen Service für Händler ausweiten. Dies dürfte den europäischen Zahlungsverkehrsmarkt massiv beeinflussen, berichtet das Handelsblatt.

Alipay’s Bezahlfunktion auch für europäische Kunden

Dank der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (auch PSD2 genannt) hätte Alipay direkten Zugang auf die Konten seiner Kunden, um dort in deren Auftrag Überweisungen auszuführen. Durch diesen Direktzugang werden Partnerschaften mit Banken oder Kreditkartenunternehmen überflüssig sein. Des Weiteren droht den traditionellen Unternehmen der Verlust des Kundenkontakts. Die Machtverhältnisse am Zahlungsverkehrsmarkt ändern sich, und Anbieter neben Alipay, wie Google und Amazon, die ebenfalls eine E-Geld-Lizenz haben, könnten profitieren.

Die Ausweitung auf den europäischen Markt bietet enormes Potential: Der chinesische Markt ist zwar groß, aber bereits weitgehend gesättigt. Deshalb sind die 500 Millionen Verbraucher in Europa aus chinesischer Sicht ein sehr attraktives Ziel. Vor allem weil sich das Bezahlen mit dem Smartphone hier noch nicht ganz durchgesetzt hat.

Zahl der kooperierenden Händler steigt

In Europa will Alipay die Zahl der kooperierenden Händler steigern, damit chinesische Touristen in noch mehr Geschäften mit Alipay bezahlen können. Dabei helfen dem Unternehmen die großen Zahlungsdienstleister wie Wirecard, Concardis, BS Payone und Ingenico, die den Bezahldienst an die Kassen der Händler bringen.

Eine Kooperation mit Alipay lohnt sich für die europäischen Händler: Im Jahr 2017 haben chinesische Touristen in Deutschland circa EUR 5,8 Milliarden ausgegeben. Im Schnitt waren es pro Reise EUR 3.710. Allein in München, Frankfurt und Düsseldorf geben sie im Durchschnitt ohne Hotelkosten mehr als 750 Euro pro Tag aus.

 

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Die Aktie im Überblick
Die Alibaba Aktie wird aktuell bei USD 155,97 (17.01.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei USD 210,86 (14.06.2018), das Jahrestief bei USD 130,60 (03.01.2019). Bei Bloomberg setzen 52 Analysten die Aktie auf BUY und jeweils nur ein Analyst auf HOLD und SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel wird aktuell auf USD 201,68 gesetzt.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.



Wichtige Risiken:
Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

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Quelle: Vontobel


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