Apple, Warren Buffett und Philip A. Fisher – eine außergewöhnliche Beziehung

Dienstag, 28.02.17 10:39
Apple, Warren Buffett und Philip A. Fisher – eine außergewöhnliche Beziehung
Bildquelle: fotolia.com

Als bekannt wurde, dass Star-Investor Warren Buffett massiv in Apple-Aktien investiert hat, war die Aufregung unter Börsianern groß. Schließlich hat das Orakel aus Omaha immer wieder deutlich gemacht, dass er Technologie-Aktien gegenüber skeptisch ist. Nun umfasst das Apple-Paket 133 Millionen Anteile und ist aktuell rund 17 Milliarden Dollar wert.


Woher kam Buffetts Sinneswandel?


Eines der berühmtesten Zitate von Buffett lautet: „Investiere nie in ein Geschäft, welches du nicht verstehen kannst.“ – Wurde Buffett nun zum leidenschaftlichen iPhone-Nutzer? Wohl kaum.

Noch heute nutzt Warren Buffett ein ausklappbares Uralt-Handy, das Buffett in seiner jovialen Art kürzlich voller Stolz in die Kameras des Fernsehsenders CNBC hielt. Die Idee bei Apple einzusteigen, kam Warren Buffett also nicht durch die Nutzung des iPhones, sondern, wie Buffett in einem Interview erklärt hat, durch das Buch „Common Stocks and Uncommon Profits“ von Philip A. Fisher (auf Deutsch als „Die Profi-Investment-Strategie“ erschienen). Der Auslöser für den Kauf von Apple-Aktien war für den Leiter von Berkshire Hathaway also ein Buch aus den 1950er-Jahren. Buffett selbst bezeichnete „Common Stocks and Uncommon Profits“ als Grundlage für die Entwicklung seiner eigenen Anlagemethode:

Ich besuchte Phil Fisher, nachdem ich „Die Profi-Investment-Strategie“ (im Original: „Common Stocks and Uncommon Profits“) gelesen hatte. Ich war beeindruckt von dem Mann und seinen Ideen. Mit Phils Methoden lernt man, das Anlagegeschäft wirklich zu durchschauen und sein Geld intelligent anzulegen. Ich bin ein begeisterter Leser der Profi-Investment-Strategie und kann sie nur jedem empfehlen."

Fisher legt in "Common Stocks and Uncommon Profits" den Grundstein für die sogenannte „Gerüchte-Methode“ (engl. Scuttlebutt-Methode). Kaum eine Methode findet sich so häufig bei der Investmentlegende aus Nebraska. Im Wesentlichen geht es darum, welche Gefühle Konsumenten mit einem Produkt verbinden, Buffetts berühmter „Burggraben“, ein ausgeprägter Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Coca-Cola, Procter & Gamble, Kraft Heinz und andere mehr, mit Berkshire Hethaway ist Buffett an vielen Unternehmen mit einem ausgeprägten Burggraben beteiligt. Über die Proctor-Tochter Gillette sagt er einst: „Man legt sich sehr ruhig ins Bett, wenn man daran denkt, dass zweieinhalb Milliarden Männern Haare wachsen, während man schläft. Bei Gillette schläft niemand schlecht.“ Und das brachte ihn schließlich zu Apple.

Apple verfüge laut Buffett über ein Produkt mit hohem Nutzen für jene, die es besitzen, verbunden mit einer ausgeprägten Produkttreue. Unter diesen Gesichtspunkten passt wohl kaum ein Unternehmen derzeit so gut zu Warren Buffett wie Apple.


Buffetts Empfehlung für Anleger


Wie so oft in der Geschichte von Berkshire Hathaway hat das Orakel aus Omaha gezeigt, dass es mit seinen Grundprinzipien und Anlagestrategien goldrichtig liegt. Über Jahrzehnte hinweg ist es ihm gelungen, Unternehmen zu finden, die perfekt in seine Überlegungen passen. Und bei näherer Betrachtung fällt einem auch auf: Technologie-Unternehmen waren schon immer ganz vorne auf der Investitions-Liste von Warren Buffett. Vielleicht nicht immer die High-Tech-Unternehmen aus Silicon Valley, aber die Abfülltechnologien von Coca-Cola waren ihrer Zeit genauso voraus wie die Zahlungsmethoden bei American Express oder die Verkaufsstrategien von Geico. All diese Unternehmen passen zu seiner Investitions-Philosophie. Die Basis dafür hat er bei zwei der wahrscheinlich bedeutendsten Lehrmeister zum Thema Finanzen gefunden, Benjamin Graham und Philip A. Fisher. Oder wie Warren Buffett in seiner unnachahmlich kauzigen Art zu sagen pflegt:

"Lesen Sie Ben Graham, lesen Sie Phil Fisher und lesen Sie Jahresberichte, aber befassen Sie sich nicht mit den Gleichungen, in denen griechische Buchstaben vorkommen."

Buch-Hinweis:
Philip A. Fisher: Die Profi-Investment-Strategie, € 39,95 oder in myBAC für 4000 Prämienbullen eintauschen.



Quelle: boerse.de


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