Arbeitgeberpräsident Dulger: Bürgergeld als 'fatale Wegmarke'

Dienstag, 13.09.22 12:17
Arbeitgeberpräsident Dulger: Bürgergeld als 'fatale Wegmarke'
Bildquelle: fotolia.com
BERLIN (dpa-AFX) - Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat das geplante Bürgergeld als "fatale Wegmarke" kritisiert. "Es ist kein Zeichen von Fairness und Respekt gegenüber den arbeitenden Menschen", sagte Dulger beim traditionellen Arbeitgebertag am Dienstag in Berlin. Am Mittwoch will das Bundeskabinett über einen Entwurf zum Bürgergeld beraten, welches zum 1. Januar das heutige Hartz-IV-System ablösen soll.

Nach der Talfahrt:
Bei diesen Tech-Aktien lohnt sich der Einstieg jetzt ...


Den Arbeitgebern geht es laut Dulger darum, alle Menschen dazu zu bewegen, dauerhaft auf eigenen Beinen zu stehen. "Jeder Einzelne muss eine Chance bekommen, sich und die eigenen Fähigkeiten in die Gesellschaft und auch die Arbeitswelt einzubringen." Durch das Bürgergeld werde keine Brücke in die Arbeit gebildet, sondern ein Weg ins Sozialsystem gestartet.

Auch der Handwerksverband sieht im Bürgergeld-Konzept der Bundesregierung falsche Anreize für Geringverdiener. "Es sorgt für Demotivation bei denjenigen, die mit einem geringen Gehalt regulär arbeiten. Am unteren Ende verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen regulärer Arbeit und dem Bürgergeld", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, der "Rheinischen Post" (Montag).

Viele fragten sich, warum sie morgens um 7 Uhr schon arbeiten sollten, wenn Bürgergeld-Bezieher fast das Gleiche bekämen. "Die Verbesserungen für die Bezieher beim Schonvermögen, der Wegfall von Sanktionen, die deutliche Anhebung des Regelsatzes, die komplette Übernahme der stark gestiegenen Heizkosten - all das wird dazu führen, dass sich für mehr Menschen als bisher das Nicht-Arbeiten mehr lohnt als das Arbeiten."

Der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur Einführung des Bürgergelds in der Hartz-IV-Nachfolge ab 1. Januar 2023 soll an diesem Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden. Der Regelsatz des neuen Bürgergelds soll nach Heils Plänen für alleinstehende Erwachsene monatlich 502 Euro betragen. Damit soll der bisherige Hartz-IV-Satz ab dem 1. Januar 2023 um mehr als 50 Euro erhöht werden. Wenn bspw. in einer Familie (zwei Kinder zwischen 6 und 13) beide Partner Bürgergeld beziehen, dann summieren sich die Leistungen auf 902 Euro (zwei Erwachsene) plus 696 Euro für die Kinder – somit 1598 Euro. 



Quelle: dpa-AFX


NEU: Der Leitfaden für Ihr Vermögen!
Jetzt kostenlos anfordern ...