BNP Paribas-Zertifikate auf TecDAX: Glückwunsch an den TecDAX - Zertifikateanalyse

Dienstag, 04.05.21 12:30
Tafel mit Kursen
Bildquelle: fotolia.com
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PF4KPU2 / WKN PF4KPU) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PF5UXD8 / WKN PF5UXD) auf den TecDAX (ISIN DE0007203275 / WKN 720327) vor.

Zu seinem 18. Geburtstag habe es weder Führerschein noch Blumen gegeben. Ja, man habe gratuliert, das schon, aber ansonsten sei wenig Feierlaune aufgekommen. Ein schneller Händedruck, das sei es gewesen. Der 18. Geburtstag des TecDAX am 24. März 2021 sei kein großes Ereignis gewesen. Während sein US-Pendant, der NASDAQ-Index, in aller Munde sei und weltweit als Maßstab für die Performance von Technologie-Aktien gelte, werde Deutschlands Tech-Barometer weitestgehend ignoriert, selbst von den heimischen Anlegern.

Zur Erinnerung: Der TecDAX sei am 24. März 2003 eingeführt worden. Eine schwierige Geburt, denn als Nachfolger des Nemax 50, der zu Zeiten des Neuen Marktes aufgelegt worden sei, sei sein Ruf von Anfang an lädiert gewesen: Insidergeschäfte, Bilanzfälschungen, Boom und Crash - das Image des Nemax als Zockerindex habe sich auf den TecDAX übertragen. Zu Unrecht.

Spätestens seit der Umgestaltung vor drei Jahren seien im TecDAX Deutschlands wertvollste Technologieunternehmen vertreten. So zum Beispiel auch die im DAX gelistete SAP. Das Parallellisting sei 2018 eingeführt worden und solle die Aussagekraft des TecDAX erhöhen. Sei es bis dahin üblich gewesen, schwergewichtige Tech-Unternehmen nur in den DAX aufzunehmen, zähle nun die Branchenzugehörigkeit. Tech sei Tech und komme in den TecDAX, ganz gleich, ob das Unternehmen zudem noch im DAX oder einem anderen Index aus der DAX-Familie gelistet sei. Der TecDAX sei so etwas wie ein übergeordneter Technologieindex, der jenseits von DAX, MDAX und SDAX sein Können zeigen dürfe.

Auch wenn der TecDAX damit nicht in direkter Konkurrenz zu DAX, MDAX und SDAX stehe, werde seine Performance dennoch oft mit diesen Indices verglichen. Und hier könne der Index überzeugen. Auf Sicht von fünf Jahren sei eine deutliche Outperformance festzustellen. Während etwa der DAX um 50 Prozent habe zulegen können, komme der TecDAX auf das Doppelte.

Das wundere wenig, denn über den TecDAX würden quasi die Zukunftsthemen gehandelt, etwa die Digitalisierung: Die Indexmitglieder Infineon und Siltronic würden Chips und Wafer liefern, Bechtle helfe Unternehmen und der öffentlichen Hand bei der Umsetzung, Deutsche Telekom, 1&1 Drillisch und freenet würden sich um die Infrastruktur kümmern. Oder Thema Medizin- und Biotechnologie: Während Carl Zeiss Meditec, Siemens Healthineers und Sartorius die Hardware für eine moderne Praxis bereitstellenwürden, kümmere sich CompuGroup Medical um die Software, und MorphoSys experimentiere mit Antikörpern. Oder Thema Videokonferenzsysteme: Im TecDAX sei Deutschlands Antwort auf Zoom und Google Meet gelistet - TeamViewer.

Doch wo Erfolg, da auch Misserfolg. Mit der im zurückliegenden Jahr insolvent gegangenen Wirecard habe der TecDAX seinen bislang größten Skandal verkraften müssen. Aber in diesem Punkt habe er sich ja mit dem DAX in bester Gesellschaft befunden.

Und wie finde man nun unter den TecDAX-Mitgliedern die besten für ein Investment? Hier gebe es viele Möglichkeiten. Eine Vorgehensweise sehe so aus: In einem ersten Schritt suche man jene Papiere, die im zurückliegenden Zeitraum, etwa drei bis fünf Jahre, am besten performt hätten. In diesem Schritt werde sozusagen die Stärke der Aktien am Markt berücksichtigt, je stärker, desto besser. In einem zweiten Schritt komme es auf die fundamentale Stärke an, nämlich auf das Umsatzwachstum zum Beispiel über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. In einem dritten Schritt werde auf die aktuelle Bewertung gezielt, etwa anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) oder Kurs-Umsatz-Verhältnisses (KUV). Das sei natürlich nur eine mögliche Vorgehensweise, um eine Hitliste der deutschen Technologie-Aktien aufzustellen.

Apropos Technologie. Wer es noch ein Stück größer möge als den TecDAX, dem sei der Technology All Share Index empfohlen. Dieser umfasse neben den TecDAX-Mitgliedern weitere deutsche Technologiewerte, insgesamt fast 100. Mal abgesehen von der Popularität stehe dieser Index dem NASDAQ 100 aus den USA in nichts nach. Und so bleibe zu hoffen, dass Deutschlands Tech-Indices an Ansehen bei den Anlegerinnen und Anlegern gewinnen würden. (Ausgabe Mai 2021) (04.05.2021/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: aktiencheck


Value oder Growth? Eine Frage so alt wie die Börse

Value oder Growth? Eine Frage so alt wie die Börse
Die Frage, ob es sinnvoller ist, auf Value- oder auf Growth-Titel zu setzen, ist beinahe so alt wie die Börse selbst. Dabei sind mit der Bezeichnung „Value“ bewährte Unternehmen gemeint, deren Buchwert idealerweise aktuell möglichst niedrig bewertet wird.
© 1994-2021 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr