Bankenverband: Deutsche Institute haben sich wetterfest gemacht

Donnerstag, 15.10.20 12:00
Bankenverband: Deutsche Institute haben sich wetterfest gemacht
Bildquelle: Unternehmensbild: Deutsche Bank
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die privaten Banken in Deutschland sehen sich gerüstet für eine steigende Zahl von Firmenpleiten in der Corona-Krise. "Wenn es in den kommenden Monaten zu einem Anstieg der Kreditausfälle kommt, ist dies keine Bedrohung für die Banken", sagte der Präsident vom Bundesverband deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, am Donnerstag. Die deutschen Institute hätten sich wetterfest gemacht und ihr Eigenkapital in der Vergangenheit deutlich aufgestockt. Um sich auf steigende Kreditausfälle vorzubereiten, sei die Risikovorsorge erhöht worden. "Die Banken wissen, wo Kredite wackeln".

Die Deutsche Bundesbank hatte aktuell dem deutschen Finanzsystem Stabilität in der Krise bescheinigt. Zugleich appellierte die Notenbank an die Kreditinstitute, den Geldhahn auch bei steigenden Firmenpleiten offen zu lassen.

Die privaten Banken erwarten in diesem Jahr einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um rund vier Prozent. "Da alle Regionen der Welt betroffen sind, wäre dies der stärkste Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Peters. Im Jahr 2021 sollte die globale Wirtschaftsleistung demnach aber um etwa fünf Prozent wachsen.

Der Banken-Präsident forderte Entlastungen für die Branche. Kritik übte er erneut am "Strafzins" von derzeit 0,5 Prozent, den Geschäftsbanken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es inzwischen höhere Freibeträge gibt, ist das eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche.

Die Institute im Euroraum haben Peters zufolge seit Juni 2014 gut 30 Milliarden Euro Zinsen an die Notenbank gezahlt. Aktuell sei die Belastung noch einmal gestiegen. Allein in diesem Jahr dürften es insgesamt rund 10,5 Milliarden Euro sein, rund 3,5 Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr.

Mit dem "Strafzins" will die EZB erreichen, dass Banken das viele billige Geld, das die Notenbank ihnen zur Verfügung stellt, an Unternehmen und Verbraucher weiterreichen, damit es in Investitionen und Konsum fließt.

Peters forderte eine deutliche Anhebung der Freibeträge, um die Finanzinstitute schnell zu entlasten. Bei der laufenden Strategieüberprüfung der EZB sollten die Negativzinsen zudem sorgfältig überprüft werden./mar/DP/jha



Quelle: dpa-AFX




Heute im Fokus

Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen? Google-Mutter Alphabet steigert Gewinn Musk liefert Rekordzahlen Unilever wächst wieder deutlich
Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen?
Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen?
Die Bayer-Aktie befindet sich aktuell massiv auf Talfahrt und kracht deutlich unter die Kursmarke von 50 Euro. Doch lohnt sich der Einstieg jetzt?...

News und Analysen

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Verhaltener Handelsauftakt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch trotz kräftigen Rückenwinds von der Wall Street nur leicht zugelegt. Am Dienstag hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial ein ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 15313 ►

Titel aus dieser Meldung

Datum :
25.11.20
9,57 EUR
-0,55 %
Datum :
25.11.20
5,37 EUR
-1,79 %

Die beliebtesten Aktien der Deutschen

Die beliebtesten Aktien der Deutschen
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit hat der Online-Broker Consorsbank die Depots seiner Kunden einem Ost-West-Vergleich unterzogen. Dabei zeigt sich, dass unter Wessis und Ossis eine weitgehende Einigkeit herrscht, wenn es ums Thema Aktienauswahl geht. Denn wie die folgende Tabelle verdeutlicht, variieren die Platzierungen der Top 10 nur um Nuancen.
© 1994-2020 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr