Bei Trump-Anhängern beliebte Twitter-Alternative App Parler fällt aus

Montag, 11.01.21 14:03
Bei Trump-Anhängern beliebte Twitter-Alternative App Parler fällt aus
Bildquelle: amazon
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der scheidende US-Präsident Donald Trump verliert eine weitere Plattform für die direkte Kommunikation mit seinen Anhängern. Der Online-Dienst Parler war am Montag nicht mehr erreichbar, nachdem Amazon als technischer Dienstleister die Zusammenarbeit eingestellt hatte. Der weltgrößte Online-Händler ist auch ein führender Anbieter von Infrastruktur im Netz, auf die viele Start-ups und etablierte Unternehmen zurückgreifen.

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Parler bezeichnete sich als auf Redefreiheit fokussierte Online-Plattform. In der Realität war es eine Art Twitter, wo alles erlaubt ist. Die noch verhältnismäßig kleine Plattform verzichtete auf jegliche Regulierung von Inhalten und unternahm damit auch nichts gegen Hassrede, Drohungen und die Verbreitung falscher Informationen. Angesichts eines zunehmend härteren Vorgehens von Twitter und Facebook gegen Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien wanderten zuletzt zunehmend Trump-Anhänger zu Parler ab.

Doch vergangene Woche wurde die Luft für das neue Online-Netzwerk dünner. Apple und Google verbannten die Parler-App unter Hinweis auf die fehlende Inhalte-Regulierung aus ihren App Stores. Sie konnte damit nicht mehr neu auf die Smartphones geladen werden, funktionierte aber noch.

Da sich Parler aber auf die Cloud-Server von Amazon verließ, fiel mit dem Abgang des Dienstleisters auch der Dienst aus. Firmenchef John Matze hatte bereits am Sonntag gesagt, dass die Plattform für mindestens eine Woche ausfallen werde. Unklar ist allerdings, ob sich Anbieter finden, die Parler als Kunde haben wollen.

Trumps Accounts bei Twitter und Facebook waren nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington bis auf Weiteres gesperrt worden. Die Plattformen verweisen auf das Risiko, dass der Präsident mit seinen Äußerungen weitere Gewalt anzetteln könne. Personen in Trumps Umfeld hatten Parler immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, die angeblich konservative Ansichten unterdrückten./so/DP/men



Quelle: dpa-AFX




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