Bericht: Angriff auf Natans wirft Irans Atomprogramm Monate zurück

Montag, 12.04.21 11:36
Tafel mit Kursen
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TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Angriff auf die Atomanlage Natans im Zentraliran wird nach Informationen der "New York Times" die Urananreicherung dort um mindestens neun Monate zurückwerfen. Das berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf zwei höhere US-Geheimdienstmitarbeiter, die bei dem Angriff von einer israelischen Geheimdienstoperation sprachen. Demnach soll der Angriff eine heftige Explosion ausgelöst haben, als deren Folge das gesamte Stromnetz einer Untergrundanlage, wo die Zentrifugen für die Urananreicherung hergestellt werden, zerstört worden sei. Es werde mindestens neun Monate dauern, die Schäden zu beheben.

Der Angriff hat nach Einschätzung des Blattes, die Verhandlungsposition des Irans bei den Atomgesprächen in Wien erheblich geschwächt. Der Grund: Der Iran soll neue Zentrifugen zur Urananreicherung als Druckmittel eingesetzt haben.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat den Angriff auf die Atomanlage Natans als Terrorakt bezeichnet und Israel dafür verantwortlich gemacht. Das iranische Außenministerium gab an, dass bei dem Angriff auf die Atomanlage Natans nur die Produktionslinie der älteren Zentrifugen beschädigt worden sei. "Die Schäden beziehen sich auf die IR-1 Zentrifuge, aber wir stellen in der Zwischenzeit bereits die IR-9 Generation her", sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag. Der israelische Angriff werde die Arbeit in Natans nicht beeinträchtigen, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna.

Auch Chatibsadeh sieht in dem Angriff ein Versuch Israels, die Wiener Atomverhandlungen zu sabotieren. Aber dies werde nicht passieren. Der Iran werde an seiner Linie festhalten und darauf drängen, dass er nur dann seine technischen Verpflichtungen wieder einhalten werde, wenn die USA das Abkommen vertragsgerecht umsetzten. Dabei gehe es vor allem um die Aufhebung der US-Sanktionen, ohne die das Atomabkommen für Teheran de facto wertlos sei. Den Angriff selbst bezeichnete er als "ein Verbrechen gegen die Menschheit", weil der zu einer atomaren Katastrophe hätte führen können./str/fmb/DP/fba



Quelle: dpa-AFX


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