Bitcoin Hashrate und Bitcoin Kurs

Mittwoch, 29.04.20 18:30
Tafel mit Kursen
Bildquelle: fotolia.com
Bad Marienberg (www.fondscheck.de) - Die Suche nach Metriken und Korrelationen zur Vorhersage der Bitcoin Preisentwicklung geht stetig weiter. Oft schon wurde auf die Hashrate verwiesen, die Rechenleistung der Miner. Sie soll mit dem Bitcoin Kurs korrelieren. Darauf verweist auch ein Post auf Reddit.

Folgt Bitcoin Kurs der Hashrate?


Die Hashrate gibt die gesamte Rechenleistung im Netzwerk von Bitcoin wieder. Je größer die Hashrate, desto mehr Miner haben sich ans Netz geschlossen und arbeiten daran, neue Blöcke zu schürfen und Coins zu generieren. Ungefähr alle zwei Wochen (2016 Blöcke) wird die Schwierigkeit angepasst. Allgemein verweist eine hohe Hashrate auf ein gesundes, starkes Netzwerk und auf ein Vertrauen der Miner.

Nun hat ein Nutzer auf Reddit namens u/1MightBeAPenguin eine Statistik veröffentlicht, welche die Hashrate von Bitcoin mit seiner Preisentwicklung vergleicht. Die Daten reichen bis ins Jahr 2009 zurück. Laut der Statistik nähert sich der Bitcoin Kurs früher oder später dem Mittelwert der Hashrate an. Steigende Hashrates gehen mit steigenden Preisen einher. Demnach kann es sich lohnen, gerade dann in Bitcoin zu investieren, wenn der Bitcoin Kurs über die aktuelle Hashrate steigt. Das sei der Vorbote für weitere Preisanstiege, gefolgt von einem Abverkauf.



Die Idee, dass der Bitcoin Kurs und die Hashrate miteinander korrelieren, ist gewiss nicht neu. Viele Trader stützen bereits ihre Entscheidungen auf der Analyse der Hashrate. Generell gelten steigende Hashrates als ein positives Signal, während eine sinkende Hashrate für viele ein schlechtes Zeichen für das Netzwerk darstellt. Sinkt die Hashrate, dann nehmen Miner ihre Geräte vom Netz, sie erwarten also nicht, in absehbarer Zeit einen Umsatz mit den geschürften Bitcoins zu generieren und können daher nicht mehr die Kosten für das Mining tragen. Sie ist auch eine Metrik für die Sicherheit und den Grad der Dezentralität des Netzwerkes. Durch mehr Miner wird das Bitcoin Netzwerk dezentraler und damit sicherer gegen 51%-Attacken. Selbst bei Bitcoin eToro diskutieren Trader über diesen Indikator.

… Oder besteht doch kein Zusammenhang?


Nicht immer ist die Korrelation so eindeutig. Inwieweit der Bitcoin Kurs und die Hashrate in einem Zusammenhang stehen, ist häufig der Gegenstand von Diskussionen. Tatsache ist: Die Hashrate hat im Laufe des vergangenen Jahrzehntes stetig zugenommen, wie auch der Bitcoin Kurs sich positiv entwickelt hat. Doch eine 100%-ige Korrelation lässt sich nicht feststellen. So korrelierte die Hashrate und der Bitcoin Kurs im Jahre 2016 mit 86,2%, während die Korrelation im Jahre 2017 91,5% betrug. Ganz anders sah es allerdings im darauffolgenden Jahr 2018 aus. Hier bestand eine negative Korrelation zwischen dem Bitcoin Preis und seiner Hashrate von 66,2%. Die Rechenleistung der Miner verhielt sich demnach umgekehrt zur Preisentwicklung. In diesem Jahr entwickelte sich die Hashrate durchweg positiv, doch es war gleichzeitig das Jahr des eisigen Krypto-Winters, in dem der Bitcoin Kurs in erster Linie Verluste erlitt.

Was lässt sich aus diesen Daten nun schließen? Die Korrelation zwischen der Hashrate und dem Bitcoin Kurs wird nicht von allen als ein verlässliches Mittel betrachtet. Zum Beispiel könnte es sich umgekehrt verhalten: Nicht die Hashrate treib den Bitcoin Kurs, sondern der Preis von Bitcoin sorgt dafür, dass sich mehr Miner ans Netz anschließen. Auf der anderen Seite kann die Rechenleistung auch als der wahre Wert von Bitcoin betrachtet werden. Jeder Wert ist mit einer Wertschöpfung verbunden, einem Arbeitsaufwand an Energie. Während Gold in physischer Arbeit aus den Minen geschürft werden muss, ist dieser Energieaufwand bei Bitcoin die Rechenleistung der Miner. Letztlich ergibt sich der Wert von Bitcoin noch immer aus Angebot und Nachfrage. Man darf allerdings den Arbeitsaufwand nicht außer Acht lassen, den die Miner bereit sind zu leisten, um Bitcoin zu schürfen. Denn in einem freiem Markt leitet sich der Preis eines Gutes auch von den Kosten ab, welche zur Schaffung dieses Gutes notwendig sind. (29.04.2020/fc/n/s)




Quelle: Aktiencheck




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