Börse Frankfurt-News: Biotech-Fonds - Mitverdienen am Impfstoff (Fondshandel)

Donnerstag, 30.07.20 11:13
Kursticker auf einer digitalen Anzeige.
Bildquelle: pixabay
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die fieberhafte Suche nach einem COVID-19-Impfstoff lenkt das Interesse in

Richtung Biotech-Fonds. Daneben bewegt der Goldpreis die Gemüter, Anleger

nehmen die Gewinne bei Goldminenfonds aber lieber mit.

30. Juli 2020. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Gute Umsätze in Aktienfonds,

außergewöhnlich gute Umsätze in Goldminenfonds - so fasst Matthias Präger von

der Baader Bank das aktuelle Geschehen im Fondshandel zusammen. "Insgesamt sind

die Umsätze hoch, trotz Urlaubszeit, wenn auch nicht mehr so hoch wie im März

und April", berichtet der Händler. Wegen der hohen Aktienkurse und des

Goldpreis-Allzeithochs dominierten aber Gewinnmitnahmen.

Biotechbranche: Ausschläge sind hoch

Jan Duisberg von der ICF Bank berichtet von anhaltend hohem Interesse an

Biotechnologie- und Technologiefonds. "Da spielt die fieberhafte Suche nach dem

Corona-Impfstoff wohl eine große Rolle." Hohe Umsätze meldet er für den SEB

Concept BioTech (WKN 542164), den Candriam Equities L Biotechnology (WKN

939839) und den Medical BioHealth (WKN 941135). "Die Ausschläge sind, je nach

Nachrichtenlage, oft hoch."

Etwas geschwächelt haben zuletzt Technologiefonds, an der Nasdaq ging es leicht

nach unten. Fonds wie der Franklin Technology (WKN A0KEDE) konnten ihre Rally

nicht fortsetzen. Der Fonds kommt seit Jahresanfang aber immer noch auf ein

Plus von 23 Prozent.

Goldminenfonds: Kursanstieg höher als bei Gold

Der Goldpreis ist seit Mitte Juli nochmals rasant gestiegen, hat das alte

Allzeithoch von knapp 1.902 US-Dollar die Feinunze aus dem Jahr 2011 geknackt

und nähert sich der 2.000 US-Dollar-Marke. Am Mittwochnachmittag kostet die

Feinunze 1.945 US-Dollar. Seit Jahresanfang ist der Preis damit um fast 30

Prozent gestiegen.

Viele Goldminenfonds haben noch stärker zugelegt - Anlegern geht das aber

offenbar zu weit. Sie trennen sich laut Präger vom BGF World Gold Fund in Euro

und US-Dollar (WKN A0BMAL, 974119), aber auch vom BGF World Mining Fund (WKN

986932), der Rohstoffproduzenten generell abbildet. Jan Duisberg von der ICF

Bank meldet ein hohes Handelsaufkommen im Stabiltas Pacific Gold + Metals (WKN

A0ML6U). "Noch direkter von der Goldpreisentwicklung profitieren können Anleger

aber mit Gold-ETCs", bemerkt Duisberg.

Mit ETCs setzen Anleger auf Rohstoffe - zum Beispiel auf Gold - und zwar

direkt, also nicht über den Umweg einer Rohstoffaktie. Der Preis der Gold-ETCs

orientiert sich am Goldpreis. Umsatzstärkster Gold-ETC an der Börse Frankfurt

ist Xetra-Gold (WKN A0S9GB).

Gewinnmitnahmen in Aktienfonds

Auch am Aktienmarkt nutzen Anleger die immer noch hohen Kurse und machen Kasse,

wie Präger feststellt. Aus den Portfolios fliegen etwa der DWS Deutschland (WKN

849096), der UBS Small Caps Germany (WKN 975165), der FF European Growth (WKN

973270) und die global investierenden Fonds DWS Vermögensbildungsfonds (WKN

847652), DWS Top Dividende (WKN 984811) und ValueInvest LUX Global (WKN

A0BLT7). Zuflüsse meldet der Händler hingegen für den Jupiter European Growth

(WKN A0J317). Immer viel um geht Duisberg zufolge im ÖkoWorld ÖkoVision Classic

(WKN 974968).

Asiatische Aktien stehen laut Präger meist auf den Abgabelisten. "Dabei scheint

China doch recht gut aus der Krise herauszukommen." Betroffen sind der Baring

Hong Kong China in US-Dollar und Euro (WKN 972840, 933583) sowie der UBS China

Opportunity (WKN 986579), während der UBS Greater China (WKN 986408) weiter

gekauft wird.

Daneben positionieren sich Kunden der Baader Bank im nachhaltigen Mischfonds

ARERO Weltfonds (WKN DWS26Y). Kunden der ICF trennten sich tendenziell vom

Mischfonds Patriach Classic (WKN HAFX6Q), während der Mischfonds Acatis Datini

Valueflex (WKN A1H72F) in beide Richtungen gehandelt wird.

Beliebte und weniger beliebte Immobilienfonds

Umsatzstark zeigen sich - wie immer - Immobilienfonds. Duisberg registriert

weiter sehr hohes Interesse am Fokus Wohnen Deutschland (WKN A12BSB). "Das

Konzept, auf Mieteinnahmen zu setzen, kommt offenbar sehr gut an." Ebenfalls

gesucht ist der WestInvest InterSelect (WKN 980142). Weiter gestiegen sei die

Liquidität im lange kaum gehandelten Wertgrund WohnSelect (WKN A1CUAY). Auf der

Abgabeseite stehen unterdessen der Deka-ImmobilienEuropa (WKN 980956), der

Grundbesitz Europa (WKN 980700) und der Hausinvest (WKN 980701). "Das sind wohl

Gewinnmitnahmen."

von: Anna-Maria Borse

30. Juli 2020, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



Quelle: dpa-AFX




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