Börse Frankfurt-News: In Asien spielt die Musik (Fonds)

Donnerstag, 20.05.21 15:46
Börse Frankfurt-News: In Asien spielt die Musik (Fonds)
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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Portfolios mit asiatischen Aktien und deutsche Bluechips - gern mit grünem Ansatz - stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Auch bei international aufgestellten Produkten spielen nachhaltige Faktoren eine Rolle.

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20. Mai 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein Blick auf die Fonds-Umsätze der vergangenen Wochen legt nahe, dass Anleger zurückhaltender geworden sind. Neben Inflationssorgen und Corona treten nach Meinung von Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank nun wieder mit der Pandemie einhergehende konjunkturelle Probleme stärker in den Vordergrund.

Interesse an asiatischen Werten

Die höchsten Umsätze mit einem ausgewogenen Verhältnis von Käufen und Verkäufen sieht Deisenroth-Boström im Handel mit asiatisch geprägten Portfolios. Investoren engagierten sich beispielsweise im Schroder Asian Dividend Maximiser (WKN A1W3C3), der mindesten zwei Drittel des Fondsvermögens in Aktien und aktienähnliche Wertpapiere von Unternehmen aus Asien-Pazifik ohne Japan investiert. Auch der JPM Pacific Equity (LU0217390573) mit Schwerpunkt auf Unternehmen, die in Japan und der Pazifikregion ihren Sitz haben oder dort gehandelt werden, käme gut an. Überwiegend abgegeben worden seien der Allianz Global Investors Fund - Allianz Oriental Income Ertrag Asien Pazifik (LU1173936821) und Robeco Asia-Pacific Equities (LU0084617165).

In den aktiven Fonds mit chinesischen Werten gehe es nach turbulenten Wochen wieder etwas ruhiger zu. "Die Umsätze befinden sich nach wie vor auf hohem Niveau, aber Anlegern fehlt derzeit wohl ein neuer Impuls, um in den Markt einzusteigen." Das spiegele sich im seitwärts tendierenden Leitindex CSI300 wider.

Deutsche Unternehmen beliebt

Trotz amtlich bestätigter Rezession in Deutschland und im gesamten Euroraum positionierten sich Anleger unterm Strich in hiesigen Standardwerten. Zu den meist gekauften Produkten gehören Deisenroth-Boström zufolge der SEB Aktienfonds (DE0008473471), Basler Aktienfonds DWS (DE0008474057) und Cominvest Fondak (DE0008471012). Letzterer berücksichtigt laut Fondsmanagement bei der Auswahl von Unternehmen ökologische und soziale Merkmale. Das Bewusstsein für Klimaschutz soll durch Engagements insbesondere bei CO2-ausstoßenden Gesellschaften gestärkt werden. Zumeist Rückflüsse sieht die Händlerin beim Comgest Growth Greater Europe Opportunities (IE00B4ZJ4188).

Auch international zählen Umwelt und Ethik

Die Statistik über den Handel mit global investierten Fonds bleibt eine Tendenz schuldig. Käufer des GLS Bank Aktienfonds (DE000A1W2CK8) entschieden sich für Gesellschaften, die soziale und ökologische Gesichtspunkte in ihrer Unternehmenskultur und in ihren Produkten oder Dienstleistungen verankert haben. Die Nachfrage nach dem Mischfonds Arero Der Weltfonds () bewege sich wie in den vergangenen Monaten auf erhöhtem Niveau. Vom Morgan Stanley Global Opportunities Fund (LU0552385295) und DWS Top Dividende (DE0009848119) verabschiedeten sich Anleger hingegen unterm Strich.

Mehr Durchblick bei grünen Investments

Der Markt für nachhaltige Investments boomt. In Deutschland stehen Anlegern laut Scope mittlerweile über 1.500 ESG-Fonds zur Auswahl. Mehr als die Hälfte der durch die Ratingagentur erfassten ESG-Produkte seien Aktienfonds.

Mit dem rasanten Wachstum des Segments steigt die Gefahr von Green-Washing. Um diese Art von Etikettenschwindel künftig zu erschweren arbeitet die deutsche Bafin an einer strengeren Regulierung. Unter anderem soll die Namensgebung nachhaltiger Anlagen bestimmte Kriterien erfüllen. Zudem reicht es in Zukunft nicht, den grünen Anstrich in Marketingmaterialen zu unterstreichen. Nachhaltigkeitskriterien sollen nach dem Willen der Behörde verpflichtend in die Anlagebedingungen mit aufgenommen werden. Ein Entwurf dies bezüglich werde noch im zweiten Quartal vorgelegt.

Der Anfang des Monats vorgestellte Entwurf für die Sustainable Finance-Strategie der Bundesregierung umfasst unter dem Überbegriff Transparenz ergänzend dazu die Stärkung der nichtfinanziellen Unternehmensberichterstattung und die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsampel. Dadurch würde Anlegern künftig die Einordnung nachhaltiger Investments erleichtert.

von: Iris Merker
20. Mai 2021, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



Quelle: dpa-AFX


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