Börse Frankfurt-News: Weg mit britischen Aktien (ETF-Handel)

Dienstag, 05.02.19 14:38
Börse Frankfurt-News: Weg mit britischen Aktien (ETF-Handel)
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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Europäische Aktien sind derzeit generell nicht sehr gefragt, besonders unbeliebt sind aber britische Unternehmen. Außerdem schmeißen Anleger ETFs mit Bankaktien aus ihren Portfolios.

5. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Angesichts anhaltender Risiken bleiben ETF-Anleger vorsichtig, der immer wahrscheinlicher werdende harte Brexit und die Handelsstreitigkeiten schrecken so manchen ab. Doch ist gibt auch viele Positionierungen. Sophia Wurm von der Commerzbank meldet einen Käuferüberhang in Aktien-ETFs, Oliver Kilian von der Unicredit Group hingegen überwiegend Abflüsse.

Die ETF-Umsätze bleiben den Händlern zufolge hoch: "Wir hatten eine gute Woche", erklärt Wurm und berichtet von 39.000 Transaktionen. "Gegenüber der Vorwoche ist das Handelsaufkommen um 10 Prozent gestiegen", stellt Kilian fest. Der DAX liegt am Dienstagmorgen bei 11.278 Punkten - ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Dezembertief. Sogar um 16 Prozent hat der Dow Jones seit dem Tief Ende 2018 zugelegt, der Index schloss gestern bei 25.239 Punkten.

Industrieländeraktien: viele Verkäufe

Die Händler berichten von Abflüssen aus europäischen Aktien-ETFs (WKN DBX1DA, 593395, 935927, A1W37K) und Zu- und Abflüssen bei US-Aktien-ETFs (WKN A2H573, 622391, A0F5UF, A1W5DE). Tracker mit Aktien weltweit würden meist abgegeben, etwa der Invesco MSCI World (WKN A0RGCS) und der iShares Core MSCI World (WKN A0RPWH). "Wenn auf Aktien gesetzt wird, dann eher auf risikooptimierte", meint Kilian. Etwa legten sich Anleger den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility (WKN A1J781) ins Portfolio. Der kommt im laufenden Jahr auf ein Plus von knapp 5 Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es im Schnitt 7,6 Prozent im Jahr.

Klar auf den Verkaufslisten stehen wegen der Brexit-Querelen britische Aktien, Kunden der Commerzbank trennten sich zum Beispiel vom UBS MSCI UK hedged Euro (WKN A1W3AF), Kunden der Unicredit vom Vanguard FTSE 100 (WKN A1JX54). Außergewöhnlich hohe Umsätze melden die Händler in kanadischen Aktien, so deckten sich Anleger im großen Stil mit dem UBS MSCI Canada (WKN A0X97V) ein.

Schwellenländer wieder mehr im Fokus

Auffällig ist das wieder gestiegene Interesse an Schwellenländern. Die Commerzbank berichtet von hohen Umsätzen im SPDR MSCI Emerging Markets (WKN A1JJTE). Nicht gesucht waren allerdings chinesische Aktien: Laut Kilian verabschiedeten sich Anleger vom Xtrackers Harvest CSI300 (WKN DBX0NK) und vom Lyxor China Enterprise (WKN A0F5BW). "Der Handelsstreit macht sich langsam in Chinas Wirtschaft bemerkbar."

Auch im Bereich der Schwellenländer wird im Übrigen Nachhaltigkeit für Anleger immer wichtiger: Stark nachgefragt wird Wurm zufolge etwa der UBS MSCI Emerging Markets Socially Responsible (WKN A110QD).

Im Handel mit Branchen-ETFs stehen europäische Banken in der Gunst der Anleger weit unten: Wurm berichtet von Abflüssen aus dem iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930), Kilian zusätzlich noch aus dem iShares Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ).

"Suche nach Rendite"

Im Anleihebereich ist Riskanteres durchaus wieder gefragt. "Wir beobachten eine Suche nach Rendite", bemerkt Kilian. Gefragt seien etwa kurzlaufende Unternehmensanleihen mit hohem Zins (WKN A2DLP1), Schwellenländeranleihen in Lokalwährung (WKN A1JJTV) oder europäische Anleihen mit niedriger Bonität (WKN A2H58E). Auch laut Wurm kaufen Anleger High Yield-Anleihen wie den iShares Global High Yield Corporate Bond (WKN A1J7MG).

Von: Anna-Maria Borse

5. Februar 2019, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



Quelle: dpa


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