Brexit - Großbritanniens Trennung von der EU: Eine Untersuchung von CurrencyFair ergab, dass 34 % der britischen Expats, die in Deutschland leben, aufgrund des Brexits die Staatsbürgerschaft oder eine

Mittwoch, 12.06.19 10:30
Brexit - Großbritanniens Trennung von der EU: Eine Untersuchung von CurrencyFair ergab, dass 34 % der britischen Expats, die in Deutschland leben, aufgrund des Brexits die Staatsbürgerschaft oder eine
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DUBLIN –

Fast die Hälfte der in Deutschland lebenden britischen Expats sind laut einer vom internationalen Geldtransferdienst CurrencyFair in Auftrag gegebenen Umfrage aktiv bestrebt oder bereit, sich aufgrund des Brexits von ihrem Heimatland zu verabschieden.

In der im Mai abgeschlossen Umfrage wurden die Ansichten britischer Expats zu ihren bevorzugten Ergebnissen beim Brexit und Plänen zur Bewältigung der Auswirkungen des Brexits mit den Ansichten britischer Staatsbürger verglichen, die in ihrem Heimatland leben. Befragt wurden Expats in EU-Ländern, die voraussichtlich am stärksten vom Brexit betroffen sind, darunter Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Irland.

Abstimmung mit Pässen

Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden befragten britischen Staatsbürger sorgt sich um ihre Staatsbürgerschaftsrechte als Expat (53 Prozent), und 34 Prozent haben aufgrund des Brexits bereits die Staatsbürgerschaft (20 Prozent) oder eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung (14 Prozent) in einem neuen Land beantragt. Dies entspricht Trends in anderen untersuchten EU-Ländern, in denen sich durchschnittlich 53 Prozent der britischen Expats um ihre Staatsbürgerschaft sorgen und 34 Prozent der britischen Expats eine andere Staatsbürgerschaft erwerben möchten. 60 % der befragten britischen Expats gaben in der Umfrage an, sie würden sich für Deutschland entscheiden, wenn sie die Wahl hätten, in einem beliebigen Land der EU zu leben, was auf eine hohe Zufriedenheit mit ihrer Wahlheimat schließen lässt.

„Expats stehen in der Regel an der Spitze der Schnittstelle zwischen persönlichen Finanzen und aktuellen Ereignissen. Ihr Verhalten ist ein Barometer für größere Trends und Veränderungen", sagt Paul Byrne, CEO von CurrencyFair. „Unsere Forschung zeigt, dass der Brexit Expats regelrecht zwingen könnte, eine Staatsbürgerschaft anzustreben, die sie sonst möglicherweise nicht angestrebt hätten, da sie nach praktikablen Optionen für den Fall eines harten Brexits und des Eintretens negativer wirtschaftlicher Szenarien suchen."

Der Brexit drängt in Deutschland lebende Expats weiter ab

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der in Deutschland lebenden Expats sorgt sich um den Wert des Pfunds, 49 Prozent um die Auswirkungen des Brexits auf ihre Rente. Ebenfalls 49 Prozent dieser Gruppe beobachten nervös die Entwicklung von Anlageprodukten im Vereinigten Königreich. Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass sich viele von ihrem Geburtsland entfernen.

Sollte das Vereinigte Königreich ohne ein Abkommen aus der EU ausscheiden, beabsichtigen in Deutschland lebende Expats, Vermögenswerte im Vereinigten Königreich zu liquidieren (22 Prozent) oder Geld ins Ausland zu überweisen (12 Prozent). Ein Viertel der in Deutschland lebenden Expats (25 Prozent) gab an, dass bei der Auswahl eines Anbieters für den Geldtransfer nach und aus Großbritannien die Transparenz im Hinblick auf die berechneten Gebühren zu den wichtigsten Aspekten gehört, gefolgt von Sicherheit und Vertrauen in den Dienstleister.

In Bezug auf ihre Kinder ziehen viele britische Expats, die in Deutschland leben, Möglichkeiten und Anlagen außerhalb Großbritanniens in Betracht, um Veränderungen im Zusammenhang mit dem Brexit zu bewältigen. Ein Fünftel dieser Expats (21 Prozent) würde seine Kinder ermuntern, Arbeit im Ausland zu suchen, 17 Prozent würden eine neue Staatsbürgerschaft für ihre Kinder beantragen oder sie zur Beantragung ermutigen, und fast ein Viertel (24 Prozent) würde die Ersparnisse seiner Kinder aus dem Vereinigten Königreich verlagern.

„Diese Antworten sind nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass ein Fünftel der Befragten Erschwinglichkeit und einen höheren Lebensstandard als im Vereinigten Königreich angibt", sagt Byrne. „Ebenfalls hoch bewertet (von jeweils 20 Prozent der Befragten) wurden die Immobilienpreise, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und ein höherer Lohn. Auf die Frage, warum sie das Vereinigte Königreich überhaupt verlassen haben, gaben weitere 20 Prozent der in Deutschland lebenden Expats an, dass sie ihre Karriere vorantreiben wollten."

Führungsvakuum

Die britischen Premierminister Theresa May und David Cameron werden von Expats und britischen Staatsbürgern, die in ihrem Heimatland leben, für den aktuellen Stand der Brexit-Verhandlungen mit überwältigender Mehrheit verantwortlich gemacht. Sowohl den zu Hause lebenden britischen Staatsbürgern als auch den Expats fiel es schwer, eine geeignete Alternative vorzuschlagen. Nur einer von zehn in Großbritannien lebenden Bürgern wählte Boris Johnson als Nachfolger von Theresa May. Auf die Frage, welcher namhaften Person - ob lebend oder tot - es ihrer Meinung nach gelungen wäre, den Brexit bis zum jetzigen Zeitpunkt zu regeln, waren 20 Prozent der britischen Expats in Deutschland der Ansicht, dass die Regierungschefin ihrer Wahlheimat, Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Aufgabe besser gelöst hätte, gefolgt von der Sängerin Kylie Minogue, die mit 15 Prozent mehr Vertrauen genießt als aktuelle Politiker. Auf dem dritten Platz lag mit 11 Prozent ein außergewöhnliches Trio - die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher, US-Präsident Donald Trump sowie David Hasselhoff, der frühere Baywatch-Schauspieler deutscher Abstammung.

Eine geteilte Nation

Die Bürger Großbritanniens sind geteilter Meinung bezüglich des von ihnen bevorzugten Brexit-Ergebnisses. Von allen untersuchten Ländern sind britische Expats in Deutschland am ehesten geneigt, die EU ohne ein Abkommen zu verlassen. Fast ein Viertel (23 Prozent) stimmt dieser Option zu, verglichen mit einem Durchschnitt aller untersuchten britischen Expats von nur 16 Prozent. Im Gegensatz dazu befürwortet fast ein Drittel (31 Prozent) der in Großbritannien lebenden Bürger diese Option. Allerdings sind sich Expats und Einwohner Großbritanniens in ihrem relativen Desinteresse an einem zweiten Brexit-Referendum einig. Nur 10 Prozent wünschen sich ein weiteres Referendum. Diese Zahl sinkt in Deutschland auf 5 Prozent. Stattdessen würde mehr als ein Viertel der Briten im Heimatland und der Expats es befürworten, wenn Großbritannien den Brexit vollständig abbrechen und in der EU verbleiben würde (27 Prozent in Deutschland), was auf einen allgemeinen Überdruss angesichts des langwierigen und komplizierten Prozesses hindeutet.

„Die Umfrage legt nahe, dass Expats und britische Staatsbürger, die zu Hause leben, unterschiedliche Ansichten dazu haben, wie sich der Brexit auf ihr Leben auswirken könnte. Der eigene Standpunkt zum Brexit hängt ganz klar davon ab, wo auf der Welt man sich aufhält", sagt Byrne.

Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Zahlen von YouGov Plc. Die gesamte Stichprobengröße betrug 664 Erwachsene. Die Untersuchung wurde zwischen dem 18. April und dem 2. Mai 2019 durchgeführt. Die Umfrage wurde online durchgeführt. Die Zahlen wurden gewichtet und sind repräsentativ für alle britischen Erwachsenen (ab 18 Jahren).

Über CurrencyFair

CurrencyFair ist eine internationale Geldtransferplattform, die Kunden die besten verfügbaren Wechselkurse und eine positive Benutzererfahrung beim Senden von Geld und Tätigen von Zahlungen ins Ausland bietet. Die Community von CurrencyFair aus 150.000 Benutzern hat über 8 Milliarden Euro getauscht und mit dem Service über 205 Millionen Euro eingespart. Unser einzigartiges Peer-to-Peer-Modell und die sichere, topmoderne Technologie setzen neue Maßstäbe bei der Entwicklung von technologiegestützten Währungsdiensten für Web-, iOS- und Android-Anwendungen. Das Unternehmen verfügt über Niederlassungen in Irland, Singapur, Hong Kong und Australien und hat nach dem Erwerb von Convoy Payments (Hong Kong) im Dezember 2018 Pläne für eine weitere Expansion in Asien im Jahr 2019.



Quelle: Business Wire


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