DGAP-News: Berenberg Vermögensverwalter Office: Quant IP GmbH - 'Wir können nicht alles besser, aber Innovation schon' (deutsch)

Montag, 19.08.19 10:18
DGAP-News: Berenberg Vermögensverwalter Office: Quant IP GmbH - 'Wir können nicht alles besser, aber Innovation schon' (deutsch)
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Berenberg Vermögensverwalter Office: Quant IP GmbH - 'Wir können nicht alles besser, aber Innovation schon'

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Fonds/Markteinführung

Berenberg Vermögensverwalter Office: Quant IP GmbH - 'Wir können nicht alles

besser, aber Innovation schon'

19.08.2019 / 10:18

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Quant IP GmbH - "Wir können nicht alles besser, aber Innovation schon"

Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen steht für Lucas von Reuss im

Mittelpunkt. Dies ist für ihn der entscheidende Treiber, um einen spürbaren

Mehrwert gegenüber dem breiten Aktienmarkt zu erwirtschaften. Im Interview

verrät er unter anderem, wie er die Innovationskraft von Unternehmen messbar

macht, wie und warum er dabei auf das Patentportfolio der Firmen setzt und

welche Anleger er mit seiner Anlagestrategie adressiert.

Herr von Reuss, Ihre Firma beschäftigt sich damit, die Innovationskraft von

Unternehmen messbar zu machen. Wie soll das für Anleger Mehrwert bringen?

Wir leben in einer Zeit rasanter technologischer Veränderungen. Und beim

Investieren geht es doch genau darum, zu antizipieren, was die Zukunft

bringt. Daher ist es für mich einfach logisch, sich damit zu beschäftigen,

ob ein Unternehmen innovativ und damit zukunftsfähig ist oder nicht. Denn

langfristig werden innovative Unternehmen wirtschaftlich besser dastehen als

Firmen, die zu wenig in neue Verfahren und Produkte investieren.

Marktwirtschaft bedeutet ständigen Konkurrenzkampf, nur wer innovativ

bleibt, wird bestehen.

Aber zahlt sich das dann auch für Investoren in harten Renditen aus?

Viele akademische Studien zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen

Innovation und Aktienperformance - und das bei völlig unterschiedlicher

Herangehensweise zur Messung von Innovationskraft. Wir haben unsere eigene

Maßzahl entwickelt, den "Quant IP Innovation Score". Der vereint einige der

alten Konzepte, stützt sich aber vor allem auf unsere Expertise in der

Analyse von Patentdaten. Aktienstrategien auf Basis unseres Scores erzielen

in allen Regionen - USA, Europa, Deutschland - deutlich bessere

risikoadjustierte Erträge als gängige Indizes. Die Back Tests gehen

teilweise 30 Jahre zurück. Gegenüber einem weltweiten Aktienuniversum liegt

die Outperformance im Back Test bei knapp 3 Prozent pro Jahr vor Kosten.

3 Prozent Outperformance vor Kosten klingt gut. Viele regelbasierte Konzepte

scheitern in der Realität jedoch an einer besonderen Marktkonstellation oder

an Handelsgebühren.

Richtig. Allerdings sehe ich diese Gefahr nicht bei uns. Unser Ansatz ist

nicht von speziellen Marktkonstellationen abhängig. Es geht ja nicht um

komplexe Vola-Strategien oder Arbitrage mit Derivaten, sondern einfach

darum, Innovationsführer in ihren jeweiligen Branchen zu identifizieren und

dann langfristig zu investieren. Dabei spielen auch Handelskosten keine

große Rolle.

Wenn Sie nur in "innovative" Branchen investieren bekommen Sie aber

automatisch ein Übergewicht in Tech-Aktien und Wachstumswerten, die

besonders gut gelaufen sind, oder?

Sicher, wenn man nur in Branchen investiert, bei denen Forschung,

Entwicklung und Patente eine Rolle spielen, fallen viele Branchen weg -

Finanzwerte, Minenunternehmen, Immobilienkonzerne. Trotz eines Übergewichts

im Tech- und Gesundheitssektor bleiben aber noch genügend Branchen übrig, um

ein breit diversifiziertes Portfolio zu bauen. Chemie, Maschinenbau,

Nahrungsmittel, Haushaltswaren, Biotech - Innovation, wie wir sie messen,

spielt hier überall eine große Rolle. Ein besonderes Übergewicht in

Growth-Titeln hatten wir bei unseren Tests übrigens nicht. Denn unser

"Innovation Score" erfasst auch, ob die Bewertung für die gemessene

Innovationskraft angemessen ist.

Sie haben im Juli dieses Jahres einen Aktienfonds gestartet. Wie wird hier

das Konzept Ihres "Innovation Score" umgesetzt?

Wir investieren ausschließlich regelbasiert global in Aktien aus den 20

innovativsten Branchen. Die Branchengewichtung ergibt sich aus der

Marktkapitalisierung, wie bei gängigen Indizes. Innerhalb der Branchen

erfolgt die Gewichtung der Einzeltitel allerdings ausschließlich nach

unserem Innovationsmodell. Dazu berechnen wir vierteljährlich das Ranking

nach dem Quant IP Innovation Score und investieren gleichgewichtet in die

obersten 25-30 Prozent.

Landen damit viele "heiße" Technologieaktien im Portfolio?

Nein. Wir haben uns eine Mindestgrenze von 5 Milliarden US-Dollar

Marktkapitalisierung bei den Aktien gegeben. Somit schaffen es ganz heiße

Wetten, also Firmen mit einer guten Story aber wenig Profitabilität, nicht

in unseren Fonds. Das ist kein Fonds für Hasardeure. Vielmehr kann er als

Kerninvestment für globale Aktien gesehen werden. Die Korrelation mit den

globalen Aktienmärkten wird bei über 0,9 liegen. Ziel ist es, den MSCI World

nach Kosten langfristig um ein bis drei Prozent pro Jahr zu schlagen.

Das wollen viele und nur wenige schaffen es. Wie wollen Sie die drei Prozent

pro Jahr erreichen?

Das geschieht im Wesentlichen über die Branchenauswahl. Sie können natürlich

einwenden, dass sich in den nächsten 10 Jahren möglicherweise die von uns

aussortierten Branchen besser entwickeln als Sektoren, die forschen,

entwickeln und Patente anmelden. Aber Banken, Versicherungen,

Rohstoffkonzerne oder die Tabakindustrie gehören zumindest derzeit nicht zu

den Branchen, bei denen eine ertragreiche Zukunft wahrscheinlich ist - dies

sind aus heutiger Perspektive eher der Tech- und der Gesundheitsbereich. In

solchen und anderen Zukunftsbranchen identifizieren wir Innovationsführer

und kaufen sie dann, wenn sie am Markt günstig zu haben sind. Zusammen mit

niedrigen Handelskosten ist das eine Vorgehensweise, die außerordentlich

gute Aussichten hat, besser abzuschneiden als der breite Aktienmarkt.

Aber ist es nicht riskant, bei der Aktienauswahl nur auf einen Aspekt zu

setzen? Innovation mag ja wichtig sein. Aber was ist mit der aktuellen

Nachrichtenlage, Makro-Aspekten und vor allem Unternehmen, die zwar

innovativ sind, sich aber falsch positionieren?

Nachrichten und Makrolage sind wichtig, keine Frage. Aber diese Dinge werden

in der Regel von den Marktteilnehmern schnell und sehr effizient

eingepreist. Daher macht es Sinn, sich auf den Bereich zu konzentrieren, bei

dem man einen Informationsvorsprung hat - beispielsweise durch die

Verwertung von Patentdaten. Wir können nicht alles besser, aber Innovation

schon. Und was das Risiko einzelner Unternehmen angeht, die zwar innovativ

sind, aber trotzdem scheitern: Sicher gibt es immer wieder prominente

Beispiele dafür wie Nokia, Blackberry oder Kodak. Aber diese Beispiele sind

nur deshalb so bekannt, weil sie so selten sind. Es gibt einfach wenige

Unternehmen, bei denen das Management langfristig denkt, einen sehr guten

Innovationsprozess aufsetzt und dann bei Marktanalyse, Produktentwicklung,

Marketing alles falsch macht. Insofern ist Innovationskraft auch ein

Indikator für gutes Management. Außerdem: Wir streuen das Risiko über 80-120

Positionen im Fonds. Wir müssen nicht immer richtig liegen - niemand tut

das.

Wenn Innovation wirklich der Schlüssel ist - warum konzentrieren Sie sich

dann so auf Patente als Indikator und nehmen nicht zum Beispiel

F&E-Ausgaben, die viel leichter zu beobachten sind?

F&E-Ausgaben allein zeigen in Back Tests nicht so gute Ergebnisse. Das

Patente besser funktionieren, hat meiner Meinung nach drei Gründe: Erstens

werden Patente von Investoren bisher kaum systematisch als alternative

Datenquelle genutzt und es besteht somit die Möglichkeit, spannende

Informationsineffizienzen auszunutzen. Zweitens sind Patente ein stark nach

vorne gerichteter Indikator. Schließlich wollen Unternehmen bis zu 20 Jahre

vom Innovations-Asset "Patent" profitieren. Und drittens sind Patente sehr

"harte", zielgerichtete Innovationsindikatoren. Denn Patente kosten Geld -

Geld, das Unternehmen nur dann in die Hand nehmen, wenn sie davon überzeugt

sind, dass ein entsprechendes Marktvolumen diese Investition rechtfertigt.

Im Gegensatz zu F&E-Ausgaben sind Patente näher an den Produkten und damit

unmittelbar an erzielbaren Umsätzen und Gewinnen.

Wenn Patentdaten so wertvoll für Investoren sind, warum arbeiten dann andere

nicht damit?

Im Pharma- und Biotechbereich spielen die qualitative Einschätzung des

Patentportfolios schon heute bei vielen Investoren eine Rolle. Doch für

einen breiteren Ansatz, bei dem es nicht um eine Übernahme und ein

Patentportfolio von nur 5 Erfindungen, sondern die Einschätzung von

beispielsweise 20.000 Patenten geht, müssen Patentdaten erst so aufbereitet

werden, dass man als Investor damit quantitativ arbeiten kann. Das machen

wir übrigens auch und verkaufen diese Daten an andere Asset Manager.

Es klingt so, als könne man aus den Patentdaten noch mehr rausholen. Was ist

Ihrer Meinung nach noch möglich?

Die Möglichkeiten, diesen Datenschatz zu heben, sind noch lange nicht

ausgeschöpft. Wir arbeiten gerade an einer Software, die es uns über

KI-Algorithmen erlaubt, Patente automatisch in Themencluster zu überführen.

Damit können Investoren verfolgen, welche neuen Tech-Themen sich gerade

etablieren und welche Unternehmen ganz vorne dabei sind - eine wertvolle

Information für jeden Anleger.

Zurück zu Ihrem Fonds: Welche Anleger sind darin richtig aufgehoben und

warum?

Der Fonds passt zu Anlegern, die in Aktien investieren wollen, die Chancen

und Risiken des Aktienmarktes kennen und die wie ich davon überzeugt sind,

dass langfristig innovative Unternehmen mehr Erfolg haben. Der Fonds ist mit

seinem breit diversifizierten, global aufgestellten Portfolio ein

Kerninvestment für die Anlageklasse Aktien.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt in Ihren Fonds zu investieren?

Es ist immer ein guter Zeitpunkt in gute Aktien zu investieren! Aber wenn

Sie auf die aktuell wackelige Situation an den Börsen anspielen:

Rezessionsangst, Handelskrieg, Brexit sind sicher Themen, die es nicht

einfach machen, optimistisch zu sein. Aber all diese Themen liegen bereits

auf dem Tisch, die Stimmung der Anleger ist alles andere als euphorisch - so

beginnt kein Mega-Crash. Die Aktienkurse werden in 5, 10 und 15 Jahren höher

stehen als heute und andere Hiobsbotschaften werden die Nachrichten

bestimmen.

Das Interview wurde geführt von Thomas Reinhold vom Berenberg

Vermögensverwalter Office, das als Verwahrstelle für den genannten Fonds

fungiert.

Auf einen Blick

Fonds:

Quant IP Global Innovation Leaders Fund (WKN A1J3AN).

Weitere Informationen:

Quant IP GmbH

Lucas von Reuss, Tel. 089 28806570, Mail lv@quant-ip.com

www.quant-ip.com

19.08.2019 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,

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Quelle: dpa-AFX


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