DGAP-News: elumeo SE: Trotz Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft und hoher Millionenklage - Warum verhindert der Vermögensverwalter FPM und andere Fonds eine Aufklärung durch Sonderprüfer? (deut

Mittwoch, 14.08.19 08:33
DGAP-News: elumeo SE: Trotz Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft und hoher Millionenklage - Warum verhindert der Vermögensverwalter FPM und andere Fonds eine Aufklärung durch Sonderprüfer? (deut
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elumeo SE: Trotz Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft und hoher Millionenklage - Warum verhindert der Vermögensverwalter FPM und andere Fonds eine Aufklärung durch Sonderprüfer?

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DGAP-News: Roderich Schaetze, Rechtsanwalt, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

/ Schlagwort(e): Umsatzentwicklung/Rechtssache

elumeo SE: Trotz Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft und hoher

Millionenklage - Warum verhindert der Vermögensverwalter FPM und andere

Fonds eine Aufklärung durch Sonderprüfer?

14.08.2019 / 08:33

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Berlin - Die Ottoman Strategy Holding (Suisse) S.A. (OSH), Ankeraktionärin

des in die Schlagzeilen geratenen Schmuckhandelsunternehmens elumeo SE,

besteht weiterhin auf der Einsetzung eines Sonderprüfers. Dieser soll

aufklären, warum das Unternehmen unter der Führung des Vorsitzenden Wolfgang

Boyé in eine schwere Krise geraten ist. Er soll auch aufklären, wie das

Management der elumeo SE den thailändischen Schmuckhersteller PWK bewusst in

die Insolvenz laufen ließ und Schuld am Arbeitsplatzverlust von über 600

Arbeiter - überwiegend Frauen - trägt. Dafür interessiert sich inzwischen

auch die Staatsanwaltschaft Berlin, die gegen Wolfgang Boyé und seine

geschäftsführenden Direktoren Bernd Fischer und Thomas Jarmuske unter

anderem wegen Betrugs ermittelt (Aktenzeichen 242 Js / 540 /19).

In der jüngsten ordentlichen Hauptversammlung vom 7. August 2019 wurde der

Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers mehrheitlich abgelehnt, unter

anderem - wie Wolfgang Boyé jetzt öffentlich erklärte - mit den Stimmen der

Aktionäre FPM (Frankfurt Performance Management AG) und weiteren großen

Fonds.

Ein Vertreter der OSH: "Es ist schon sehr erstaunlich, dass Aktionäre wie

insbesondere FPM (Frankfurt Performance Management AG) unter ihrem Vorstand

Raik Hoffmann sich gegen den Einsatz eines Sonderprüfers bei der elumeo SE

wehren. Gerade sie sollten in Verantwortung für das von ihnen verwaltete

Vermögen Dritter größtes Interesse an der Aufklärung der Vorgänge bei der

elumeo SE und den verheerenden Managemententscheidungen von Wolfgang Boyé

haben. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass gegen den

Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Boyé und seiner geschäftsführenden

Direktoren Bernd Fischer und Thomas Jarmuske unter anderem wegen Betrugs

strafrechtliche Ermittlungen laufen und das Unternehmen von einer

millionenschweren Schadensersatzklage bedroht wird. FPM hat das Vermögen

ihrer Investoren in ein Unternehmen gesteckt, das rapide an Wert verliert.

Die einst hoch bewerteten Aktien liegen nun unter 1 Euro. FPM schulden aber

nicht nur ihren Investoren eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle durch

einen neutralen Sonderprüfer, sondern auch den über 600 arbeitslosen

Menschen in Thailand und den von Gefängnisstrafe bedrohten

PWK-Geschäftsführern."

Die Deutschen um Wolfgang Boyé sollen laut anhängigen Klagen buchstäblich

den thailändischen Schmuckhersteller PWK Jewelery Company Ltd. ausgeplündert

haben, in dem sie Waren in Millionenhöhe bestellten, für die sie allerdings

nie bezahlten. Laut eingereichter Klage taten sie das angeblich mit der

Absicht das Unternehmen in den Konkurs zu fahren, um es auf diese Weise

loszuwerden. Insgesamt schuldet die elumeo SE dem Schmuckhersteller PWK

Juwelery Company Ltd. rund 35 Millionen Euro. Eine erste Teilklage in Höhe

von rund 10 Millionen Euro wurde der elumeo SE inzwischen über das

Landgericht Berlin zugestellt (Az. 29 O 136/19).

Bei der insolventen PWK verloren über 600 Arbeitnehmer - überwiegend Frauen

- ihre Arbeitsplätze. Die Geschäftsführer der PWK stehen vor dem

persönlichen Konkurs, da sie auf Drängen von Boyé für Unternehmenskredite

persönlich gebürgt hatten. Nach dem thailändischen Arbeitsgesetz droht den

Geschäftsführern - einer Frau und drei Männern - nun wegen Nichtzahlung der

Gehälter und Abfindungen und damit aufgrund der Handlungen von Wolfgang

Boyé, Bernd Fischer und Thomas Jarmuske eine hohe Gefängnisstrafe. Den

Verantwortlichen der elumeo SE ist dies gleichgültig. Wie sie auf der

Hauptversammlung betont haben, sind sie weiterhin der Auffassung, alles

richtig gemacht zu haben. Thailändische Politiker haben demgegenüber

angekündigt, die Bundesregierung über die skandalösen Vorfälle um PWK zu

informieren.

Ankeraktionär OSH forderte im Vorfeld der außerordentlichen Hauptversammlung

der elumeo SE am 12. Dezember 2018 Erklärungen für das desaströse Ergebnis

des Unternehmens. Dies hatte zur Folge, dass die OSH nicht zur

Hauptversammlung zugelassen wurde. Dagegen und gegen die Beschlüsse der

Hauptversammlung hatte die OSH dann in Folge geklagt. Das LG Berlin hat am

2.8.2019 in einem nicht rechtskräftigen Urteil die Anfechtungsklage gegen

die eleumeo SE abgewiesen. Gegen das Urteil wird die OSH Berufung einlegen.

Nach eigenen Angaben hat die elumeo SE im verspätet veröffentlichten

Jahresabschluss 2018 keine Vorsorge für die Forderungen der PWK getroffen.

Die Abschlussprüfer Ernst & Young hätten trotzdem einen uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk erteilt. Tatsächlich haben die Wirtschaftsprüfer erst

nach wochenlanger Verzögerung und erst nach der Vorlage umfassender - nicht

öffentlich gemachter - Stellungnahmen der rechtlichen Vertreter der

Gesellschaft "keine Einwendungen hinsichtlich der Ermessensentscheidungen

und Schätzungen" im Zusammenhang mit den PWK-Rechtsstreitigkeiten mehr

erhoben. Ein Freifahrtschein ist das entgegen der Ansicht der elumeo SE

nicht. Die OSH behält sich vor, die Rechtmäßigkeit der Bilanzierung

gerichtlich überprüfen zu lassen.

Kontakt:

Roderich Schaetze

Rechtsanwalt, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

Schäfflerstr. 8, 80333 München

Telefon: +49 (89) 2040026 0

Telefax: + 48 (89) 2040026 10

Email: mail@schaetze.com

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Quelle: dpa-AFX


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