Marktübersicht

Deshalb lieben wir auch langweilige Aktien!

Donnerstag, 14.10.21 07:47
Jochen Appeltauer
Bildquelle: Eigenes Bildmaterial
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

als Thomas Müller mit mir ab 2001 die Performance-Analyse für den boerse.de-Aktienbrief entwickelte, waren wir auf der Suche nach Top-Aktien, die nicht nur in Hypes bzw. Modewellen oben mitschwimmen, sondern sich durch langfristig möglichst kontinuierlich steigende Kurse auszeichnen. Als Paradebeispiel für einen solchen langjährigen Qualitätswert hatten wir mit Nestlé ausgerechnet eine Aktie aus der Old Economy im Hinterkopf, die damals von vielen Anlegern als langweilig abgestempelt wurde. Doch:

Natürlich sind bei einem Lebensmittel-Giganten keine vergleichbaren Kurssprünge wie bei vielen Technologie-Werten zu erwarten. Gleichzeitig fallen jedoch die unvermeidlichen Rücksetzer in der Regel geringer aus, sodass vermeintliche Langweiler auf lange Sicht einen verlässlichen Renditebeitrag fürs Depot liefern. Das verdeutlicht bspw. ein Blick auf das Performance-Dreieck von Nestlé. Sehen Sie selbst:

Nestlé: Auf lange Sicht alles andere als langweilig!


Die Abbildung zeigt die möglichen Performances, die Anleger mit Nestlé in den vergangenen 20 Jahren erzielen konnten. Dabei steht auf der x-Achse das jeweilige Einstiegsjahr und auf der y-Achse das Ausstiegsjahr. An den Schnittpunkten können somit die jeweiligen Gesamt-Performances abgelesen werden. Wer sich bspw. Ende 2014 Aktien des Lebensmittel-Champions ins Depot legte und durchgehend gehalten hat, durfte sich Ende 2020 über einen Kursgewinn von 59% zu freuen.

Anhand der Farben ist ganz klar zu erkennen, dass Nestlé seinen Aktionären in der Vergangenheit überwiegend Gewinne bescherte. Denn Grün steht für positive Ergebnisse und Rot für negative. Dabei führten 196 der hier dargestellten 210 Ein-/Ausstiegs-Szenarien bzw. 93% zu Gewinnen, sodass die Farbe Grün eindeutig dominiert. Einen deutlicheren Rücksetzer verbuchten Nestlé-Anleger zuletzt nur während der Finanzkrise, als die Aktie im Jahr 2008 11% verlor. Doch wer investiert blieb, durfte sich bereits ein Jahr später wieder über ein Plus im Depot freuen.

Selbst ein Langfristanleger, der Ende 2000 investierte und damit den denkbar unglücklichsten Einstiegszeitpunkt erwischte, liegt längst dreistellig im Gewinn, und durfte sich in den vergangenen 20 Jahren außerdem über üppige Dividenden freuen!

Wer nun meint, dass bei einem derart langen Anlagezeitraum positive Ergebnisse mehr oder weniger von allein kommen, sollte sich einmal das Performance-Dreieck für eine Aktie anschauen, die nach wie vor sehr häufig in deutschen Depots zu finden ist:

Deutsche Telekom: Frustrierend statt langweilig!


Zur Jahrtausendwende wurden Anteile der Telekom als „Volksaktie“ vermarktet, die Millionen Deutschen jedoch heftige Verluste bescherte. Wer bspw. Ende 2000 einstieg und die T-Aktie durchgehend hielt, lag Ende 2020 noch immer krasse 53% im Minus! Und auch sonst überwiegen hier seit 20 Jahren die negativen Ergebnisse, wie 114 rote Kästchen optisch untermauern, sodass hier lediglich 46% der abgebildeten Szenarien zu Gewinnen führten. Übrigens:

Schon beim Aktienbrief-Start hatten wir Anlegern geraten, die T-Aktie zu meiden und für den erfolgreichen Vermögensaufbau stattdessen in langfristig erfolgreiche Champions zu investieren. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mit bester Empfehlung

Jochen Appeltauer
Chefredakteur boerse.de-Aktienbrief

PS: Performance-Dreiecke zu 32 weiteren Vermögensaufbau-Champions wie McDonald’s, Apple oder Amazon finden Sie im „Leitfaden für Ihr Vermögen“, den wir Ihnen gerne kostenlos und unverbindlich zusenden bzw. den Sie hier direkt digital lesen können.

Quelle: boerse.de
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