ETF-Handel: Anleger handeln vorsichtiger

Mittwoch, 07.08.19 11:16
ETF-Handel: Anleger handeln vorsichtiger
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auf die Verluste an den Börsen reagieren ETF-Anleger mit Käufen und Verkäufen von US-Aktien sowie US-Treasuries, so die Deutsche Börse AG.

"S&P 500- (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) und MSCI USA-Tracker (ISIN IE00B52SFT06 / WKN A0YEDU) waren stark gefragt und gehören bei uns mit einem leichten Kaufüberhang zu den Spitzenreitern", melde Christian Dürr von der Commerzbank. EURO STOXX 50-Produkte (ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) seien in größerem Stil rausgegangen. Ebenso trennten sich Investoren zumeist von DAX-ETFs. Starke Zu- und Abflüsse gebe es mit Blick auf weltweit engagierte Aktienportfolios - dazu gehörten MSCI World-Tracker.

Bis zum Zinsentscheid der Federal Reserve hätten sich Anleger Dürr zufolge zunächst eher bedeckt gehalten. Das meiste der mit gut 60.000 ETF-Transaktionen sehr aktiven Woche sei am Donnerstag und Freitag passiert. Insbesondere die Verschärfung im Zollstreit zwischen den USA und China habe ETF-Investoren wachgerüttelt. "Es bleibt spannend", stelle Dürr fest. Die Märkte böten einiges an Gesprächsstoff.

"Wir hatten richtig viel zu tun", bestätige Oliver Kilian. Die Kunden der UniCredit fokussierten sich unter anderem auf US-Aktien. S&P 500-Produkte (ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS, ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9) seien stark gekauft und verkauft worden. "Wobei die Abflüsse überwiegen." Kilian falle es schwer, den einzelnen Aktiensegmenten der Industrienationen eine eindeutige Tendenz zuzuordnen. Auch in europäischen Werten beispielsweise im rege gehandelten EURO STOXX 50-Index positionierten sich Anleger mal long (ISIN LU1681047236 / WKN A2H59L) und mal short (ISIN LU0292106753 / WKN DBX1SS).

Aber auch speziellere Produkte würden abgegeben: Die UniCredit-Kunden trennten sich zum Beispiel von Indexfonds, die sich am MSCI World Minimum Volatility Index (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781) orientieren.

Überdurchschnittliche Aktivität auf beiden Seiten mit leichtem Abgabedruck gebe es für Tracker des marktbreiten MSCI World (ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0). MSCI North America- (ISIN IE00B14X4M10 / WKN A0J201) und FTSE All Countries-ETFs (ISIN IE00B3RBWM25 / WKN A1JX52) landeten laut Kilian unterm Strich in den Depots. Letzterer enthalte Werte auf Basis unterschiedlicher Währungen. Als auffällig beschreibe der Händler die tendenzielle Abkehr von Schwellenländer-Aktien. Anleger verabschiedeten sich per Saldo von ihren MSCI Emerging Markets-Positionen (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC, ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9) ebenso wie von MSCI Emerging Marktes Socially Responsible Index-Produkten (ISIN LU1048313891 / WKN A110QD).

Im Geschäft mit Sektor-ETFs belegten Unternehmen der Grundstoffindustrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) bei der Commerzbank den Spitzenrang, gefolgt von Technologiewerten (ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5). "Bei beiden stehen Abflüsse im Mittelpunkt", registriere Dürr. Aufwärtspotenzial scheinen Anleger in Gesundheitsaktien vermuten, so die Deutsche Börse AG. In Summe gesucht seien Indexfonds, die sich am STOXX Europe 600 Health Care (ISIN DE000A0Q4R36 / WKN A0Q4R3) orientieren würden.

Auch Kilian spreche von gesteigertem Handel mit ETFs aus dem Gesundheitssektor. An einer eindeutigen Richtung mangele es aber beim ihm. Während sich seine Kunden zumeist für MSCI World Health Care-ETFs (ISIN IE00BM67HK77 / WKN A113FD) entschieden, verabschiedeten sie sich zumeist von ihren SPDR S&P U.S. Health Care Select Sector-Positionen (ISIN IE00BWBXM617 / WKN A14QB2).

Die Verschärfung im Zollstreit identifiziere Kilian als einen Grund für die vielen Rückflüsse von Renten-ETFs mit Schwellenländerwerten sowie Hochzins-Unternehmensanleihen. Als ein Beispiel für den Gesamtmarkt nenne der Händler starke Abflüsse aus Anleihen aufstrebender Staaten in lokaler Währung (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV). Das gelte auch für in US-Dollar geführte Schwellenländer-Bonds (ISIN IE00B2NPKV68 / WKN A0NECU, ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV, ISIN LU1324516050 / WKN A1439E). China sei nun mal die verlängerte Werkbank der Welt. Sollte die Wirtschaft im Land der Mitte kränkeln, habe das Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette.

Mit 15 Prozent kämen Fixed Income-Produkte bei der Commerzbank laut Dürr auf einen leicht überdurchschnittlichen Anteil am ETF-Aufkommen. Rege gehandelte Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade im SPDR Barclays Capital Euro Corporate Bond (ISIN IE00B3T9LM79 / WKN A1JJTQ) würden tendenziell gekauft. Ebenso setzten Investoren per Saldo auf US-Staatsanleihen im Barclays Capital U.S. Treasury Index (ISIN IE00B44CND37 / WKN A1JJTT). (Ausgabe vom 06.08.2019) (07.08.2019/fc/a/e)



Quelle: ac


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