ETF-Handel: Brexit-Turbulenzen verprellen Anleger

Mittwoch, 19.12.18 10:49
ETF-Handel: Brexit-Turbulenzen verprellen Anleger
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz deutlicher Einbußen an den Aktienmärkten zeigen sich ETF-Anleger weiterhin gelassen, so die Deutsche Börse AG.

"Bei uns bleibt das Verhältnis von Zu- und Abflüssen ausgeglichen", berichte Sophia Wurm von der Commerzbank. "Panik herrscht nicht." Auffällig seien allerdings umfangreiche Abgaben von britischen Aktien und Anleihen - Folge der Brexit-Turbulenzen. Das Handelsaufkommen sei weiter hoch: Wurm melde einen sehr regen Handel mit 46.000 Transaktionen für die Vorwoche.

Die Stimmung an den Börsen sei in der Woche vor Weihnachten ausgesprochen schlecht. Besonders heftig nach unten gegangen sei es am letzten Montag an der Wall Street, der Dow Jones habe um 1,5 Prozent nachgegeben. Der DAX habe am Dienstagmorgen bei 10.752 Punkten gelegen und damit noch über dem Jahrestief vor einer Woche.

Die Commerzbank berichte von Käufen und Verkäufen von EURO STOXX 50- (ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und S&P 500-ETFs (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) und Abflüssen aus europäischen Mid Caps, etwa mit dem iShares EURO STOXX Mid (ISIN IE00B02KXL92 / WKN A0DK6Y).

Gefragt seien Wurm zufolge hingegen Minimum Volatility-Strategien, etwa mit dem iShares Edge MSCI World Minimum Volatility (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781). Der ETF habe zuletzt sein Versprechen halten können und komme seit Jahresanfang - entgegen dem allgemeinen Trend an den Märkten - auf ein Plus von 5,6 Prozent.

Gesucht seien laut Wurm auch Nachhaltigkeits-ETFs wie der iShares MSCI Europe SRI (ISIN IE00B52VJ196 / WKN A1H7ZS). Nachhaltiges Investieren entwickle sich mehr und mehr zum Trend: Noch würden an ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) ausgerichtete ETFs nur 1,5 Prozent des weltweiten ETF-Marktes ausmachen, wie François Millet, Head of ETF and Index Product Development von Lyxor Asset Management, berichte. "Das Segment wächst jedoch in beträchtlichem Tempo." Die Nettozuflüsse in ESG-ETFs hätten sich in Europa 2018 bis Ende Oktober auf 3,1 Milliarden Euro belaufen - das habe 7 Prozent aller Zuflüsse in ETFs ausgemacht. 2017 seien es Lyxor zufolge lediglich 2,2 Milliarden Euro gewesen.

Nichts mehr wissen möchten ETF-Anleger von britischen Aktien (ISIN IE0005042456 / WKN 552752) und Anleihen. "Alles, was mit Großbritannien zusammenhängt, wird verkauft", stelle Wurm fest. Mit der Verschiebung der Parlamentsabstimmung über den Brexit-Vertrag und dem Misstrauensvotum gegen Theresa May gelte ein harter Brexit als wahrscheinlicher.

Wieder im Visier hätten Anleger Schwellenländer-Aktien (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC, ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9). Diese hätten sich seit den Tiefs im Oktober erholen können, kämen seit Jahresanfang aber immer noch auf Verluste. "Wir sehen da schon seit einigen Wochen wieder Zuflüsse", erkläre Wurm. Hintergrund sei der mittlerweile erwartete moderatere Kurs der US-Notenbank, der den US-Dollar-Anstieg ausbremsen dürfte. Eine starke US-Währung schaffe Probleme für in US-Dollar verschuldete Schwellenländer.

Technologie-ETFs würden Wurm zufolge wieder in den Portfolios landen. Nach vielen Zuflüssen wieder abgegeben würden hingegen ETFs, die die Pharma-Branche abbilden würden. Der defensive Sektor habe sich in diesem Jahr besser gehalten als andere Sektoren. Bei Banken-ETFs hielten sich Zu- und Abflüsse hingegen die Waage.

Was die Mittelzuflüsse in europäische ETFs angehe, sei 2018 - gerechnet bis Ende November - ein weiteres gutes Jahr mit einem Plus bei den von 4,5 Prozent gewesen, wie Lyxor melde. Mit 31,6 Milliarden Euro sei das Gros in Aktien-ETFs geflossen, und dabei vor allem US-Aktien (20,4 Milliarden Euro netto), während europäische Aktien sogar ein kleines Minus (2 Milliarden Euro) verzeichnet hätten. Anleihen-ETFs seien deutlich weniger gefragt geblieben mit Nettozuflüssen von 10,8 Milliarden Euro, Schwerpunkt seien auch hier US-Wertpapiere gewesen. (Ausgabe vom 18.12.2018) (19.12.2018/fc/a/e)



Quelle: ac


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