ETF-Handel: ESG-Anlagen nehmen Fahrt auf

Mittwoch, 20.02.19 09:48
ETF-Handel: ESG-Anlagen nehmen Fahrt auf
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der richtungslose Handel mit ETFs setzt sich fort, so die Deutsche Börse AG.

Eindeutig auf den Einkaufslisten stünden derzeit allenfalls Schwellenländeraktien und ESG-Engagements. Von den Umsätzen her sei es den Händlern zufolge etwas ruhiger geworden, Carsten Schröder von der Commerzbank melde 37.000 Trades auf Wochenbasis.

Vergangene Woche hätten die Börsen aufgrund von Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Handelskonflikts ordentlich aufholen können, am Dienstagmorgen habe der DAX knapp unter 11.300 Punkten gelegen. "Die Probleme bleiben aber", stelle Cornelia Schübel von der UniCredit Group mit Blick auf den Handelskonflikt und auch den Brexit fest.

Immer wichtiger würden ESG-Anlagen. ESG stehe für Environmental, Social und Governance, also ökologisches und gesellschaftliches Wohlverhalten und gute Unternehmensführung. "Vergangene Woche hatten wir einen ganz großen Switch aus einem konventionellen STOXX Europe 600- in einen MSCI Europe ESG Leaders-ETF", berichte Rick van Leeuwen von IMC. Auch andere ESG- bzw. SRI-ETFs ("Socially Responsible Investment") seien derzeit extrem gefragt. "Lange war das nur ein Thema für aktive Fonds, jetzt spricht auch im ETF-Bereich jeder darüber." Kunden der Commerzbank setzten zum Beispiel auf MSCI USA SRI-ETFs, trennten sich nach dem zuletzt starken Kursanstieg aber vom UBS MSCI World Socially Responsible (ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R).

Laut Morningstar seien die Mittelzuflüsse in ESG-ETFs in Europa 2018 gegenüber 2017 von 11,6 auf 12,5 Milliarden Euro gestiegen. Das in ESG-Indexfonds verwaltete Vermögen habe sich um 4 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro erhöht. Das entspreche einem Anteil von 12,5 Prozent am gesamten ESG-Fondsvermögen - nach einer Quote von knapp 7 Prozent fünf Jahre zuvor.

Fast alle großen Emittenten würden mittlerweile entsprechende ETFs anbieten, allen voran iShares, UBS und BNP Paribas, aber auch Amundi, Lyxor, Franklin Liberty, INVESCO, L&G und Xtrackers. Zu den größten Produkten von den Assets under Management her würden der UBS MSCI World Socially Responsible (ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R), der UBS MSCI EMU Socially Responsible (ISIN LU0629460675 / WKN A1JA1T) und der Unternehmensanleihen-ETF iShares Sustainable Euro Corporate Bond 0-3yr (ISIN IE00BYZTVV78 / WKN A142NU) gehören.

Die meisten Untersuchungen würden zeigen, dass sich nachhaltige Anlagen auf lange Sicht nicht schlechter entwickeln würden als konventionelle. Im Gegenteil: "Auch Performance-seitig haben sich nachhaltige Fonds im vergangenen Jahr im Vergleich zu konventionellen Fonds gut entwickelt", stelle Morningstar fest: So seien 32 Prozent der nachhaltigen aktiven und passiven Fonds im obersten Viertel ihrer jeweiligen Kategorie bei Morningstar gelandet, 62 Prozent in der oberen Hälfte.

Was herkömmliche Aktien-ETFs angehe, berichte Schübel von Käufen bei EURO STOXX- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET), MSCI Europe- und MSCI EMU-ETFs (ISIN LU0846194776 / WKN DBX0GJ) sowie Käufen und Verkäufen bei S&P 500-Trackern. Van Leeuwen melde überwiegend Abgaben von Aktien-ETFs wie EURO STOXX 50-, CAC 40-, FTSE- oder S&P 500-Indexfonds. Gut an komme offenbar der neue MDAX-ETF von INVESCO (ISIN IE00BHJYDV33 / WKN A2N7NF): Kunden der Commerzbank trennten sich vom iShares MDAX-ETF (ISIN DE0005933923 / WKN 593392) und setzten stattdessen auf das neue Produkt.

Gesucht bleiben würden auch Emerging Markets-Aktien wie der iShares Core MSCI Emerging Markets (ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9). Der habe nach deutlichen Verlusten 2018 in diesem Jahr schon um 8,8 Prozent zulegen können, in den vergangenen drei Jahren seien es durchschnittlich 13 Prozent im Jahr gewesen.

Im Handel mit Branchen-ETFs hätten sich Anleger von Technologie- und Versorger-ETFs verabschiedet, wie Schröder beobachtet habe. Abgestoßen werde auch der iShares Automation & Robotics (ISIN IE00BYZK4552 / WKN A2ANH0). Der sei seit Ende Dezember kräftig gestiegen und habe damit den Großteil seiner Verluste seit vergangenem Sommer wieder wettgemacht. Der Index biete ein Engagement in Unternehmen, die Technologien im Bereich Automatisierung und Robotik entwickeln würden.

Kein klares Bild ergebe sich im Handel mit Anleihen-ETFs: Die Commerzbank berichte von Zuflüssen in US-Treasury- und Abflüssen aus Geldmarkt- (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) und High Yield Bond-ETFs (ISIN IE00B4PY7Y77 / WKN A1H5UN), Schübel von Käufen und Verkäufen bei europäischen sowie deutschen und französischen Staatsanleihen (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC, ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17) und US-Treasuries. (Ausgabe vom 19.02.2019) (20.02.2019/fc/a/e)



Quelle: ac


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