ETF-Handel: Fehlende Orientierung

Mittwoch, 13.02.19 09:37
ETF-Handel: Fehlende Orientierung
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - Viel Bewegung, kaum Tendenzen: So beschreiben Händler das ETF-Geschäft der vergangenen Woche, so die Deutsche Börse AG.

"Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei uns mit 52 Prozent die Zuflüsse", melde Carsten Schröder von der Commerzbank, der das Aufkommen von gut 38.000 ETF-Trades als ansehnlichen Durchschnitt beschreibe. Mit einem Anteil von 80 Prozent spielten Aktien-ETFs eine schwächere Rolle als sonst. Rentenwerte kämen auf ansehnliche 17 Prozent. Mit einem leichten Kaufüberhang führe der Händler S&P 500- und MSCI World Tracker. "Beide belegen in unserer ETF-Statistik auf der Kauf- und Verkaufsseite Spitzenränge."

Dauerbrenner wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie nach unten angepasste Wachstumserwartungen drückten die Kurse wichtiger europäischer Börsen, wie Rick van Leeuwen von IMC anmerke. Das beschäftige ETF-Anleger, die sich etwa von EURO STOXX 50-Werten zumeist verabschiedeten. Trotz offener Punkte im Brexit-Poker fänden Investoren an britischen Werten beispielsweise im FTSE 250 (ISIN IE00BKX55Q28 / WKN A12CX0) derweil überwiegend Gefallen. Der Index enthalte die 250 größten an der Londoner Börse gelisteten Unternehmen unterhalb der Werte im Leitindex FTSE 100. Tracker des FTSE All Share (ISIN LU0488316489 / WKN ETF080) landeten ebenfalls verstärkt in den Depots.

Schröders Kunden hätten Fonds favorisiert, die sich am MSCI UK orientieren würden. "Produkte auf den Index belegen den vierten Rang in unserer Umsatzliste."

Auch Florian Lenhart von der UniCredit beschreibe die Aktivität in den Orderbüchern britischer Aktien-ETFs als auffällig. Die Kunden der UniCredit hätten MSCI UK-ETFs mit (ISIN LU0950671239 / WKN A1W3AF) und ohne (ISIN LU0950671403 / WKN A1W3AH) Währungsabsicherung zum Euro gern in beide Richtungen gehandelt.

Das Handelstreiben gelte nach Aussage Lenharts auch für Portfolios mit Schweizer Aktien, die sich am MSCI Switzerland (ISIN LU1681044720 / WKN A2H57A) orientieren würden.

Von EURO STOXX 50-ETFs verabschiedeten sich Anleger tendenziell und positionierten sich stattdessen in MSCI Emu-Tracker (ISIN LU0950668870 / WKN A1W3AA), gern auch mit Währungsabsicherung zum US-Dollar (ISIN LU0950669415 / WKN A1W290). "Hier hatten wir sehr viel Bewegung", untermauere der Händler das Engagement im marktbreiten Index mit 246 Large- und Midcap-Aktien aus entwickelten Eurostaaten. Vor dem Hintergrund fallender Notierungen führe die UniCredit DAX-ETFs zumeist auf der Abgabenseite. NASDAQ-Tracker (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) seien ebenfalls eher rausgegangen.

Im Handel mit Rentenwerten hätten Anleger Lenhart zufolge unter anderem zu Hochzinsprodukten gegriffen. Fast nur Zuflüsse gebe es beispielsweise für ETFs mit Unternehmensanleihen im Euro High Yield Corporate Bond Index (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE).

Europäische Staatsanleihen mit kurzen Fälligkeiten sowie deutsche Kurzläufer im eb.rexx Government Germany-Index mit Fälligkeit zwischen 1,5 und 2,5 Jahren (ISIN DE0006289473 / WKN 628947) hätten das Nachsehen. ETF-Investoren positionierten sich im Gegenzug im Verhältnis Zweidrittel zu einem Drittel in US-Treasuries. "Ein Großteil davon landete in wiederum in Kurzläufern (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202, ISIN IE00BYXPSP02 / WKN A2DN9Z)."

In Schröders Büchern würden Tracker des Markit iBoxx USD Liquid FRN Investment Grade Corporates 100 Index (ISIN LU1681041031 / WKN A2H59D) zu den meist verkauften Rentenwerten gehören. In Euro geführte Unternehmensanleihen Markit iBoxx EUR Corporates BBB-BB Index (ISIN IE00BSKRK281 / WKN A12HSP) kämen hingegen gut an und seien überwiegend gesucht.

Analysten würden übrigens damit rechnen, dass es an den Finanzmärkten im ersten Quartal dieses Jahres weiter ruppig zugehen werde. Die Kursschwankungen würden nach Ansicht der DekaBank hoch bleiben. Kurzfristig seien auch niedrigere Notierungen wahrscheinlich. Würden Konsum und die Arbeitsmärkte aber robust bleiben, hätten die Märkte genug Treibstoff für eine Erholung. (Ausgabe vom 12.02.2019) (13.02.2019/fc/a/e)



Quelle: ac


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