ETF-Handel: Iran-Konflikt verdirbt die Neujahrs-Stimmung - Gold- und Öl-Produkte stärker gefragt

Mittwoch, 08.01.20 09:21
ETF-Handel: Iran-Konflikt verdirbt die Neujahrs-Stimmung - Gold- und Öl-Produkte stärker gefragt
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - In den ersten Handelstagen des neuen Jahres prägen politische Nachrichten das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds, so die Deutsche Börse AG.

"Auf die Meldung aus dem Weißen Haus, Mitte Januar mit Peking ein erstes Handelsabkommen unterzeichnen zu wollen, reagierten Investoren am Donnerstag zumeist mit Käufen", berichte Oliver Kilian von der UniCredit. Punktuell deckten sich Anleger besonders häufig mit EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395), DAX- (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und S&P 500-Produkten ein. "EURO STOXX Banks-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) waren zeitweise ebenfalls sehr gefragt."

"Nach dem US-Drohnenangriff auf General Kassem Soleimani wendete sich das Bild, es folgten viele Abgaben", beschreibe Kilian. Anleger trennten sich in größerem Stil beispielsweise von Bankaktien sowie ihren MSCI Saudi Arabia-Positionen. "Da spielt die Angst vor einer weiteren Eskalation mit." Mit dem Anstieg der Ölpreise positionierten sich Investoren verstärkt in Brent- (ISIN DE000A0KRKM5 / WKN A0KRKM) und WTI-Produkten (ISIN DE000A0KRJX4 / WKN A0KRJX). Das Nordseeöl sei zwischenzeitlich über die Marke von 70 US-Dollar pro Barrel gestiegen und gehe aktuell für gut 68 US-Dollar über den Tisch.

Auch der Goldpreis habe zugelegt, aktuell sei das Edelmetall für 1.566 US-Dollar pro Feinunze zu haben (07.01.2020). In der Aufwärtsbewegung engagierten sich die Kunden der Commerzbank gern in Gold-ETCs (ISIN DE000A1NZLQ9 / WKN A1NZLQ), wie Frank Mohr mitteile. Überdurchschnittliche 13 Prozent der rund 38.000 ETF-Trades der vergangenen Woche würden dem Händler zufolge auf das Konto Rohstoff-Produkte gehen. "Insgesamt waren mit einem Anteil von 59 Prozent bei uns die Käufer in der Überzahl."

Zum Monats- und Jahresbeginn kämen im Übrigen viele Sparpläne zum Tragen. Das erkläre aus Mohrs Sicht einen Teil der hohen Nachfrage nach MSCI World- (ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0) und S&P 500-ETFs (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG). "Tracker der breitaufgestellten Indices werden gern für regelmäßige Spareinlagen genutzt." Generell steige das Interesse an ETFs. Im aktuellen Zinsumfeld fänden immer mehr Privatanleger Zugang zu dieser Anlageform, bemerke auch Mohr als Market Maker.

Für die kommenden Jahre erwarte der Händler unter anderem einen noch stärkeren Fokus auf ETFs mit nachhaltigem Ansatz. "Künftig müssen Anlageberater in der EU spezifisch erfragen, ob ein Interessent nachhaltig investieren möchte", begründe Mohr. ESG-Fonds - das Kürzel stehe für Environment, Social und Governance - seien in Europa schon heute beliebt, wie Morningstar feststelle. Rund 40 Prozent aller Fonds-Investments seien bis Ende September in Produkte mit einem ESG-Ansatz geflossen. ESG-Indexfonds kämen auf rund 18 Prozent der Vermögenswerte in derartigen Fonds.

Börsengehandelte Indexfonds hätten in Europa laut Morningstar im vergangenen Jahr abermals neue Höchstwerte erreicht. Demnach sei das in ETFs verwaltete Vermögen Ende 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 658 Milliarden auf 923 Milliarden Euro gestiegen. Das entspreche einem Plus von über 40 Prozent. Getragen worden sei dieser Zuwachs von einem marktbedingten Gewinn der Vermögenswerte um gut 136 Milliarden Euro sowie Zuflüssen in Höhe von 107 Milliarden Euro. Dabei hätten Portfolios mit festverzinslichen Werten die höchsten Zuflüsse zu verbuchen gehabt.

Um über 27,5 Milliarden Euro seien global engagierte Portfolios und ETFs mit US-Standardwerten gewachsen, Haupttreiber allerdings die Performance. Tracker deutscher Bluechips hielten laut Morningstar die rote Laterne, gefolgt von ETFs mit Aktien aus dem Euroraum und französischen Standardwerten. Aus DAX-Produkten seien im vergangenen Jahr 4,3 Milliarden Euro abgeflossen. (Ausgabe vom 07.01.2020) (08.01.2020/fc/a/e)



Quelle: Aktiencheck


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