EUR/USD: Spekulation am Anschlag

Donnerstag, 20.08.20 10:39
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Obwohl noch rund viereinhalb Monate bis zum Jahresultimo zu absolvieren sind, so steht doch schon jetzt fest, dass das Börsenjahr 2020 als ein ganz besonderes in die Börsengeschichte eingehen wird, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Am Aktienmarkt sei auf den schnellsten und dynamischsten Rückschlag der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900)-Historie eine ebenso dynamische Erholung gefolgt. Auch am Devisenmarkt seien die ersten acht Monate des Jahres bemerkenswert verlaufen: Während im gesamten vergangenen Jahr lediglich eine Hoch-Tief-Spanne von 7 US-Cents zu verzeichnen gewesen sei, hätten allein im März beim Währungspaar EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) zwischen dem Monatstief und dem -hoch 9 US-Cents gelegen. Die Handelsspanne vom März stelle also das Pendant des gesamten Vorjahres 2019 in den Schatten!

Aktuell liege bei der europäischen Valuta im Vergleich zum Greenback eine weitere bemerkenswerte Konstellation vor. So sei das Ausmaß an spekulativen EUR-Longpositionen gemäß den wöchentlichen CoT-Daten mittlerweile auf ein absolutes Rekordlevel angewachsen. Niemals zuvor - und die Statistik werde immerhin zurück bis ins letzte Jahrtausend erhoben - hätten die Spekulanten über größere EUR-Longengagements verfügt.

Es dränge sich gegenwärtig also die Frage auf, ob der Status einer Milchmädchen-Hausse bereits erreicht sei? Oder wie es neudeutsch so schön heiße - Sei der Trade: Pro EUR, contra USD inzwischen "overcrowded"? Interessanterweise falle die beschriebene Extremkonstellation in der CoT-Statistik mit dem Ausloten der massiven Widerstandszone zwischen 1,17 USD und 1,20 USD zusammen. Auf diesem Niveau bilde ein Fibonacci-Cluster aus drei unterschiedlichen Retracements (1,1684/1,1734/1,1822 USD) in Verbindung mit dem Basisabwärtstrend seit den Rekordständen vom Sommer 2008 (akt. bei 1,1849 USD) sowie diversen horizontalen Hürden der letzten Dekade bei 1,18/1,20 USD ein echtes Barrierenbündel.

Da nach einer Rally um 13 US-Cent seit dem Märztief bei 1,0635 USD der Euro im Vergleich zum US-Dollar zudem überkauft sei (z.B. RSI auf Tages- und Wochenbasis) und der Faktor "Saisonalität" bis zur US-Präsidentschaftswahl gegen die europäische Einheitswährung spreche, sollten die Bäume zukünftig nicht mehr in den Himmel wachsen. Vielmehr würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt eine temporäre EUR-Konsolidierung in Richtung der Marke von 1,15 USD (Hoch vom März) favorisieren. Im Anschluss an ein solches Kräftesammeln bestünden dann bessere Chancen für eine nachhaltige Trendwende. (20.08.2020/ac/a/m)



Quelle: Aktiencheck




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