Ein Abfallprodukt schlägt Gold - Palladium

Montag, 01.04.19 17:00
Ein Abfallprodukt schlägt Gold - Palladium
Bildquelle: iStock by Getty Images
Bad Marienberg (www.optionsscheinecheck.de) - Palladium ist eines der Sieger an der Börse - und das hat es der Autoindustrie zu verdanken. Zurzeit ist Palladium voll im Trend und wird gemeinhin als großes Momentum angesehen. Das Rekordhoch von Palladium erinnert wieder an den alten Spruch der Börsianer: "The trend is your friend".

Eigentlich ein Abfallprodukt aus der Platinherstellung, hat sich der Preis dieses Rohstoffs Anfang 2016 fast verdreifacht, um dann im Dezember 2018 auf ein Hoch mit 1.183,82 US Dollar für die Feinunze zu steigen und damit hat es den Goldwert überholt. Der Preis ist in den letzten vier Monaten um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Wenn auch dieses seltene Edelmetall der momentane Sieger der in der Industrie verarbeiteten Metalle ist, so ist es anhand der sehr hohen Nachfrage schwer einzuschätzen, wie stark der Aufschwung der Notierung noch sein wird. Es wäre also nur klug mit Trading Indikatoren den Puls dieses Marktes zu analysieren. Für alle langfristig orientierten Anleger ist Weitsicht immer noch die beste Methode.

Ein seltenes, fast vergessenes Edelmetall


Sein Hauptzweck ist allerdings weitaus weniger glamourös. Mehr als 80 Prozent des Palladiums der Welt wird zum Bau von Katalysatoren eingesetzt, mit deren Hilfe Schadstoffproduktion von Fahrzeugen gesteuert werden. Zum Vergleich: im Jahre 2007 waren dies 56 Prozent.

Palladium gehört zu den Metallen, die als "Edelmetalle" bekannt sind, da sie Korrosion und Oxidation widerstehen. Ein Metall, das im chemischen Verhalten sehr dem Platin ähnelt. Palladium wurde in den frühen 1800er Jahren von William Hyde Wollaston, einem britischen Wissenschaftler, entdeckt und nach einem Asteroiden benannt.

Das seltene silbrig-weiße und dauerhafte Metall wird hauptsächlich in der Autoindustrie, bei der Herstellung von chirurgischen Instrumenten, Dentallegierungen sowie in Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten verwendet.

Veränderte Emissionsvorschriften machen die Automobilhersteller mobil


Recycling gewinnt wieder an Bedeutung. Allein durch die Altwagenentsorgung wird der Anteil des recycelten Palladiums aus den Abgaskatalysatoren ansteigen, da es selektiv von anderen Metallen abgetrennt werden kann. Das Metall wird von alten Katalysatoren und Elektronik entfernt, geschmolzen und zur Wiederverwendung raffiniert.

Die zunehmenden Anstrengungen zur Regulierung der Auspuffemissionen ebneten mehr und mehr den Weg schon in den 70er Jahren und sorgten für die Popularität von Palladium. Das Metall hilft zusammen mit Platin und Rhodium, giftige Abgase in Schach zu halten, indem es mit Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden reagiert, um sie weniger schädlich zu machen. Palladium ist zwar seit Jahrzehnten ein bedeutender, aber eher ein weitgehend unsichtbarer Bestandteil von Autos.

Doch die Abkehr von Dieselfahrzeugen, deren Katalysatoren stärker von Platin abhängig sind, hat sich die Nachfrage nach Palladium vor allem in Europa verstärkt. Der Absatz von Benzinfahrzeugen ist seit mehreren Jahren angestiegen. Strengere Emissionsvorschriften haben die Automobilhersteller dazu veranlasst, mehr Palladium zu verwenden.

Mehrere wirtschaftliche Entwicklungen, die miteinander verzahnt sind, wie die Gesetzgebung zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung, Gewerkschaftskampagnen von Minenarbeitern sowie globale Handelsverhandlungen, haben dazu beigetragen, dass der Einsatz von Palladium für einer der größten Industrien dieser Welt immer mehr in den Fokus rückt.

Wird der Trend anhalten?


Nach Expertenmeinung wird sich Palladium in Zukunft zwischen einem knappen Angebot der Minen und einer hohen Nachfrage der Industrie bewegen und damit wird jedem klar, dass der Markt für Palladium dünn gesät ist. Es wird hauptsächlich aus den Minen in Südafrika und Russland produziert, wobei die Minen in Südafrika fast erschöpft sind.

Da die Edelmetalle Platin und Palladium sehr viele gleiche chemische Eigenschaften aufweisen, würde Palladium nur bevorzugt eingesetzt werden, wenn es dem Preis von Platin unterliegt. Somit erklärt es sich, dass ein Preisanstieg von Palladium nach oben begrenzt sein wird. (01.04.2019/oc/a/r)
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Quelle: ac


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