Energiewirtschaft: Regierung muss Hürden bei E-Ladenetz abbauen

Montag, 04.11.19 05:21
Energiewirtschaft: Regierung muss Hürden bei E-Ladenetz abbauen
Bildquelle: fotolia.com
BERLIN (dpa-AFX) - Die Energiewirtschaft hat die Bundesregierung vor dem "Autogipfel" am Montag aufgefordert, Hürden für den Einbau privater Ladeinfrastruktur bei Elektroautos schneller abzubauen. Die neue Hauptgeschäftsführerin des Energieverbandes BDEW, Kerstin Andreae, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei der privaten Ladeinfrastruktur werde sich der Erfolg der Elektromobilität entscheiden. "Wir appellieren daher an die Regierung, den Vorschlag des Bundesrates für eine schlanke Anpassung des Miet- und Wohnungseigentumsrechts anzunehmen, anstatt sich bis Ende 2020 Zeit zu geben." Dabei geht es um Erleichterungen etwa beim Einbau von Ladestationen unter anderem in Tiefgaragen.

"Insgesamt wäre es zielführend, wenn die Politik die Rahmenbedingungen für Elektromobilität schafft und die Ausgestaltung dann der Wirtschaft überlässt", sagte Andreae. Elektromobilität gehe nicht ohne die Energiewirtschaft. "Wichtig ist, dass die Automobilindustrie künftig Informationen über die Anzahl und Art der erwarteten Neuzulassungen zur Verfügung stellen muss. Das ist eine Grundvoraussetzung für den bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur."

Unverständlich sei, dass von der Regierung weiterhin das Ziel von einer Million öffentlicher Ladepunkte bis 2030 ausgegeben werde. "Nach unseren Berechnungen sind 350 000 Ladepunkte für die anvisierten zehn Millionen E-Autos vollkommen ausreichend. "

Der Verkehrsexperte des Umweltverbandes BUND, Jens Hilgenberg, sagte, allen Akteuren auf dem "Autogipfel" müsse klar sein, dass der Trend zu immer größeren, schwereren und leistungsstärkeren Autos durchbrochen werden müsse. Nachhaltige, zukunftsfähige Fahrzeuge müssten klein, leicht und sauber sein. Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur sehe der BUND in erster Linie die Wirtschaft in der Verantwortung - weil Konzerne nach eigenen Bekundungen E-Autos im großen Stil verkaufen müssten, um CO2-Flottengrenzwerte einzuhalten./hoe/DP/zb



Quelle: dpa-AFX


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