Experten: Noch keine Gefahr für Arbeitsmarkt trotz Industrieschwäche

Donnerstag, 11.07.19 06:10
Experten: Noch keine Gefahr für Arbeitsmarkt trotz Industrieschwäche
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz der Konjunktureintrübung und des Stellenabbaus bei einigen Konzernen machen sich Wirtschaftsexperten vorerst keine großen Sorge um den Arbeitsmarkt. "Ich bin optimistisch in Bezug auf den deutschen Arbeitsmarkt", sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Marcel Fratzscher. "Seit Jahren reden wir von einem Fachkräftemangel, nun verfallen einige in Panik", weil einige Unternehmen Stellen abbauten. "Entlassungen bei Unternehmen hat es immer und wird es auch immer geben. Dies ist der normale Anpassungsprozess im Strukturwandel", sagte Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur.

Das DIW rechnet mit einer steigenden Beschäftigung in diesem und auch noch im nächsten Jahr. "Es werden also wohl noch immer mehr neue Jobs entstehen als alte wegfallen", sagte Fratzscher. "Auch wenn die Arbeitslosenquote leicht steigen mag, dürfen wir nicht vergessen, dass die Arbeitslosenquote in den letzten 50 Jahren selten niedriger war als heute."

Je länger die Schwäche der Industrie anhält, desto höher ist nach Einschätzung des Ifo-Konjunkturexperten Timo Wollmershäuser zwar die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeitslosigkeit steigt. Derzeit werde allerdings eine allmählichen Erholung der Industrie gegen Ende des Jahres erwartet. "Die Arbeitslosenquote sollte dann in etwa unverändert auf dem derzeitigen Niveau bleiben." Risiken sieht der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen in internationalen Handelskonflikten, die die Weltwirtschaft dämpfen, den Unwägbarkeiten des Brexits und dem Strukturwandel in der Autoindustrie wegen der Elektromobilität.

Eine Reihe prominenter Unternehmen hatten jüngst Stellenkürzungen für die nächsten Monate und Jahre angekündigt, darunter BASF , Siemens und Thyssenkrupp . Zuletzt hatte zudem der Chemiekonzern BASF wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur und der Handelskonflikte seine Gewinnprognose deutlich zusammengestrichen. Das hatte die Furcht vor einem Konjunkturabschwung wachsen lassen./mar/DP/stk



Quelle: dpa


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