Faktor-Zertifikate auf Palladium: Auf den Höhenflug folgt die Ernüchterung - Zertifikateanalyse

Donnerstag, 11.04.19 10:30
LED Tafel an Außenbereich eines Gebäudes
Bildquelle: iStock by Getty Images
München (www.zertifikatecheck.de) - Der Palladiumpreis, der in diesem Jahr bereits eine beeindruckende Rally zeigte, die bis zum Allzeithoch bei 1.615 US-Dollar/Unze führte, enttäuschte zuletzt, so das Vontobel Zertifikate-Team in einer aktuellen Rohstoffkolumne.

Um knapp 280 Dollar sei es binnen weniger Handelstage nach unten gegangen. Viele Anleger hätten Gewinne mitgenommen und dem hohen Preisniveau letztlich nicht getraut. Aufgrund der geringen Größe und Liquidität des Marktes könnten bereits wenige Verkaufsorders große Wirkung entfalten. Aktuell notiere die Feinunze des Edelmetalls auf dem Preisniveau von Anfang Februar.

Als Auslöser des Preiseinbruchs seien am Markt enttäuschende Konjunkturdaten genannt worden. Besonders die schwachen Daten vom chinesischen und amerikanischen Automarkt hätten die Notiz belastet. Rund 80 Prozent der Nachfrage nach dem Metall kämen aus der Autoindustrie. Allerdings, darauf würden Analysten der Commerzbank aufmerksam machen, dürfte der Bedarf aus der Automobilindustrie trotz schwächerer Verkäufe wieder steigen: Aufgrund strengerer Abgasvorschriften dürfte sich der Einsatz in Autokatalysatoren kurzfristig erhöhen. Auch die neuen Abgastests hätten einen höheren Bedarf des Metalls erfordert.

Wie gehe es nach den jüngsten Wellenbewegungen beim Palladiumpreis weiter? Eine erneute Schwächephase sei zwar möglich, dürfte aber nur von kurzfristiger Dauer sein. Der Markt sei seit sieben Jahren im Angebotsdefizit. Der Metallhändler Johnson Matthey schätze den Fehlbetrag in diesem Jahr in seinem letzten Marktbericht auf 29.000 Unzen, nach 787.000 Unzen im Jahr zuvor. Der geringere Fehlbetrag sei aber lediglich Sonderfaktoren auf dem ETF-Markt geschuldet, die sich nicht wiederholen sollten. Die Produktion könne nicht ausgebaut werden, da Palladium ein Nebenprodukt der Förderung von Metallen wie Nickel und Platin sei. Mit Blick auf die Nachfrage und die Versorgung des Marktes sei demnach nicht davon auszugehen, dass es einen Rückfall bis auf die Preisniveaus des Jahres 2016 gebe, als die Unze nur rund 600 Dollar gekostet habe.

Die UBS gehe davon aus, dass sich der Preis in den kommenden Monaten wieder bis auf knapp 1.600 Dollar entwickeln werde. Für das laufende Jahr würden die Schweizer Analysten eine Unterversorgung des Marktes um 691.000 Unzen erwarten (bislang hätten sie ein Defizit von 564.000 Unzen errechnet). Auch für die Folgejahre würden die UBS-Analysten ihre Erwartungen für die Angebotslücke um jeweils 8 bis 19 Prozent anheben.

Das Vontobel Zertifikate-Team bietet zwei Faktor-Zertifikate auf Palladium zum Kauf an.

Das Long-Zertifikat (ISIN DE000VF1HHN8/ WKN VF1HHN) auf Palladium (Troy Ounce), Faktor 3,00, habe einen Bewertungskurs in Höhe von USD 1.386,00. Die Schwelle betrage USD 997,92. Der anfängliche Ausgabepreis belaufe sich auf EUR 8,34. Der Geldkurs liege bei EUR 9,21. Der Briefkurs werde bei EUR 9,23 gesehen. (Stand: 11.04.2019, 08:55)

Das zweite Zertifikat (ISIN DE000VA60ZE4/ WKN VA60ZE) mit Faktor -3,00 auf Palladium (Troy Ounce) habe einen Bewertungskurs in Höhe von USD 1.386,00. Die Schwelle liege bei USD 1.774,08. Der anfängliche Ausgabepreis werde bei EUR 2,65 gesehen. Der Geldkurs liege bei EUR 1,19, wobei der Briefkurs bei EUR 1,20 gesehen werde. (Stand: 11.04.2019, 08:55)

Man sollte beachten, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen würden. Die Produkte seien nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall sei ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten drohe dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen seien. Die Wertentwicklung der Basiswerte hänge von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten. (Ausgabe vom 09.04.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (11.04.2019/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: ac




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