GAM handelt sich mit einem Bilanzposten Ärger ein - Fondsnews

Donnerstag, 05.12.19 15:00
GAM handelt sich mit einem Bilanzposten Ärger ein - Fondsnews
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Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaft GAM ringt nach der Affäre um die Schließung der Fonds von Tim Haywood um das Vertrauen von Kunden und Anteilseignern, so die Experten von "FONDS professionell".

Nun habe die börsennotierte Gesellschaft neuen Ärger am Hals. Die Überwachungs- und Regulierungsabteilung der Schweizer Börse Six habe angekündigt, einen Sanktionsantrag gegen den Asset Manager einzureichen. Die Prüfinstanz werfe GAM vor, einen Posten in seinem Jahresbericht nicht korrekt zu verbuchen.

Konkret gehe es dabei um Einnahmen aus erfolgsabhängigen Gebühren, die der Six zufolge zum Teil als Verbindlichkeit hätten verbucht werden müssen. Hintergrund: GAM habe im Jahr 2016 die auf quantitative Strategien spezialisierte Boutique Cantab Capital Partners übernommen. Dabei habe GAM den ehemaligen Eignern zugebilligt, 40 Prozent aller in Zukunft anfallenden Performance-Fees auszuzahlen. Cantab sei 2006 im britischen Cambridge von Ewan Kirk und Erich Schlaikjer gegründet worden.

"Die Six argumentiert, dass diese Vereinbarung zu einer finanziellen Verbindlichkeit geführt hat, die man zum Zeitpunkt der Übernahme zum Fair Value hätte bewerten, als finanzielle Verbindlichkeit erfassen und anschließend jedes Jahr neu hätte messen sollen; wobei alle Wertveränderungen in der konsolidierten Erfolgsrechnung von GAM erfasst sein sollten", erläutere GAM in einer Mitteilung den Sachverhalt.

Dieser Einschätzung widerspreche die Fondsgesellschaft energisch. Die Schweizer würden meinen, dass die Ansprüche der früheren Cantab-Eigner an erfolgsabhängigen Gebühren erst dann als Verbindlichkeit erfasst werden müssten, wenn ihre Höhe auch tatsächlich feststehe - sprich: Wenn die Performance Fee eingenommen worden sei. Erst ab diesem Zeitpunkt würden fällige Zahlung in die Jahresrechnung aufgenommen. "GAM ist der Ansicht, dass dies ein wahrheitsgemäßes und faires Bild der den Aktionären vermittelten finanziellen Situation von GAM widerspiegelt und nicht zu einer Diskrepanz beim Aufwand und Ertrag führt", heiße es in der Mitteilung weiter.

Der Asset Manager betone zudem, dass sich die Kritik der Börsenaufseher gegen den Jahresabschluss des Unternehmens GAM und nicht gegen einzelne Fonds richte. Zudem habe diese buchhalterische Frage keinen Einfluss auf die Cash-Flow-Lage des Konzerns. Im ersten Halbjahr 2019 seien dem entsprechenden GAM-Geschäftsbericht zufolge 2,9 Millionen Franken an die früheren Cantab-Eigner (2,6 Millionen Euro) geflossen. Im Jahr 2018 seien es lediglich 300.000 Franken und 2017 immerhin 14,9 Millionen Franken gewesen (13,6 Millionen Euro). Cantab habe bei Verkündung der Übernahme im Mai 2016 ein Vermögen von vier Milliarden Dollar verwaltet (nach heutigem Wechselkurs rund 3,6 Milliarden Euro). Das Geschäft laufe seither aber nicht so wie gedacht. (News vom 04.12.2019) (05.12.2019/fc/n/s)



Quelle: Aktiencheck


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