Inkassoverband: Zahlungsverhalten der Vebraucher 'gut und stabil'

Freitag, 11.06.21 14:51
Tafel mit Kursen
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BERLIN (dpa-AFX) - Aus Sicht des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) ist die finanzielle Situation der privaten Haushalte im zweiten Corona-Jahr "gut und stabil". "Zwar leiden viele Verbraucherinnen und Verbraucher unter den ökonomischen Folgen der Coronakrise", teilte BDIU-Präsidentin Kirsten Pedd am Freitag mit. "Aber obwohl Jobverluste oder Kurzarbeit manche Einkommen reduzieren, haben die Privathaushalte keine größeren Verschuldungsprobleme bekommen."

Laut BDIU gab mehr als die Hälfte der eigenen Mitgliedsunternehmen bei einer Umfrage an, dass die Stückzahl der an sie übergebenen Forderungen zurzeit unter dem Niveau des Jahres 2020 liege. Auch das Forderungsvolumen sei bei 42 Prozent der befragten Inkasso-Unternehmen niedriger als im Vorjahr. Eine Erklärung: "Viele Menschen haben die pandemiebedingt eingesparten Konsumausgaben in eine Entschuldung gesteckt und konnten sich so konsolidieren."

Dabei war zu Beginn dieses Jahres die Zahl der Privatpleiten bundesweit sprunghaft gestiegen. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel gab es im ersten Quartal des laufenden Jahres 31 821 Privatinsolvenzen. Das waren 56,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach zehn Jahren sinkender Zahlen erwartet Crifbürgel im Gesamtjahr 2021 in etwa eine Verdoppelung der Privatpleiten auf bis zu 110 000 Fälle.

BDIU-Präsidentin Pedd verweist aber darauf, dass dieser Anstieg nicht an der Pandemie liege. Tatsächlich liegt auch nach Einschätzung von Crifbürgel der Grund vielmehr bei einer Gesetzesänderung. Verbraucher können inzwischen einfacher nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit werden. Die Verkürzung gilt rückwirkend auch für Insolvenzverfahren, die ab dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden. Diese Reform hätten viele erst abgewartet./maa/DP/mis



Quelle: dpa-AFX


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