Investmentidee: Vontobel-Zertifikate auf Deutsche Telekom - Im Spannungsfeld zwischen 5G-Ausbau und Politik

Montag, 22.06.20 14:00
Investmentidee: Vontobel-Zertifikate auf Deutsche Telekom - Im Spannungsfeld zwischen 5G-Ausbau und Politik
Bildquelle: Unternehmensbild: Deutsche Telekom
München (www.zertifikatecheck.de) - Für Vontobel ist die Deutsche Telekom-Aktie (ISIN DE0005557508 / WKN 555750) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anlagezertifikaten von dieser Einschätzung profitieren können.

Die Telekom wolle 2020 den 5G-Ausbau stark vorantreiben. Unerlässlich dafür sei die Partnerschaft mit Huawei. Das chinesische Unternehmen stehe aber im Verdacht mit der autoritären Regierung in Peking zusammenzuarbeiten. Dieser Umstand gefährde die Pläne der Telekom stark. Was eine Abkehr von Huawei für Konsequenzen für Deutschland hätte und welche Wege man verfolge, um sich von Huawei zu lösen?

Die Zusammenarbeit zwischen Huawei, dem Technikunternehmen aus der südchinesischen Provinz Shenzhen, und der Deutschen Telekom währe inzwischen bereits zwanzig Jahre. Huawei fungiere seither als Lieferant für die technologische Ausrüstung der Telekom. "Die Produkte hatten eine ähnliche Qualität wie die der Konkurrenz, kosteten aber deutlich weniger", hätten verschiedene Telekom-Manager auf Nachfrage als Grund für die Entscheidung für das chinesische Unternehmen angegeben. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen sei in den letzten Jahren immer enger geworden, was vor allem auf den Ausbau der Infrastruktur für die 5G-Technologie zurückzuführen sei.

Gleichzeitig sei Huawei zunehmend zum Spielball der Politik geworden. Der Konzern stehe immer wieder in Verdacht Persönlichkeitsrechte zu missachten und eng mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Außerdem stelle Huawei für Regierungen weltweit die Speerspitze einer offensiv vorgetragenen Hegemonialpolitik Chinas dar, die das Ziel verfolge, das autoritäre Gesellschaftmodell zu exportieren. Dazu bemächtige man sich in Peking der Förderung von Schlüsseltechnologien mittels eng mit dem Regime verflochtener Firmen - Huawei zähle zu diesen Firmen.

Die amerikanische Regierung habe deshalb vor zwei Jahren Sanktionen gegen Huawei verhängt und diese sukzessive verschärft. Außerdem werde Huawei von der amerikanischen Regierung als politisches Druckmittel gegen verbündete Staaten eingesetzt, um politische Interessen durchzusetzen. Ein Szenario, in dem die deutsche Telekom gezwungen wäre, die Zusammenarbeit mit Huawei aufgrund von politischen Anordnungen zu beenden, sei aktuell durchaus denkbar. Für den geplanten 5G-Ausbau wäre dies ein herber Rückschlag. Telekom-Chef Tim Höttges trete deshalb in Berlin als einer der wichtigsten Fürsprecher von Huawei auf. Zuletzt sei er nicht müde geworden zu betonen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Huawei beim Thema 5G-Ausbau sei. Ein Ausschluss Huaweis träfe demnach nicht nur das Unternehmen hart, sondern würde auch die Digitalpläne der Politik stark gefährden.

Ungefähr ein Jahr sei es her, als die deutsche Regierung den Einstieg in die zukunftsträchtige 5G-Technologie beschlossen habe. Insgesamt hätten Mobilfunkfirmen 6,5 Milliarden Euro ausgegeben, um Zugang zum 5G-Netz zu erhalten. Bis zum Jahresende plane die Telekom 14.500 Standorte mit dem 5G-Mobilfunk zu erreichen und 40 Millionen Deutsche mit dem schnellen 5G-Netz zu versorgen. Der Telekom, als größtem deutschen Mobilfunkbetreiber, komme daher eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung der Gesellschaft zu. Hierfür baue der DAX-Konzern kein komplettes neues Netz auf, sondern modernisiere die bestehende Infrastruktur. Dabei sei man zu großen Teilen auf Antennenmasten von Huawei angewiesen.

"Ein Ausschluss von Huawei bei 5G würde auch einen Rückbau bei 4G bedingen. Deutschland würde damit massiv beim 5G-Ausbau zurückgeworfen", habe ein Telekom-Sprecher gesagt. Das hätte unmittelbare Folgen für deutsche Internetnutzer. Diese müssten auf den gewohnten 4G-Standard verzichten und langsamere Internetverbindungen hinnehmen. Stimmen innerhalb der Telekom seien besorgt über die große Abhängigkeit von Huawei. Teilweise habe die Telekom Anpassungen im Geschäftsmodell vorgenommen. CEO Höttges betone bei öffentlichen Auftritten immer wieder "mit mehreren Ausrüstern" zu arbeiten. In wichtigen Teilen der Infrastruktur habe man sich bereits dazu entschlossen, nicht mehr mit chinesischen Ausrüstern zu kooperieren.

Dennoch sei die Abhängigkeit von Huawei enorm. Eine Lösung könnte sein, die Standards für die Komponenten in der Ausrüstung so anzupassen, dass die Geräte verschiedener Anbieter im Zusammenspiel die volle Leistung entwickeln würden. Momentan seien die Produkte der jeweiligen Anbieter so konzipiert, dass sie nur im Verbund mit Produkten des selben Hauses die volle Leistung erzielen würden. Durch einen offenen Standard würde man die Tür für europäische Anbieter wie Ericsson und Nokia öffnen und die Abhängigkeit von Huawei verringern. Erste Partnerschaften habe die Telekom diesbezüglich schon schließen können. Zeitgleich arbeite die EU-Kommission daran, ein handelspolitisches Instrument zu schaffen, das fairere Bedingungen für heimische Firmen schaffen und die Einflussnahme chinesischer Unternehmen verringern solle.

Einerseits könne man die Führungsriege der Telekom dafür kritisieren, sich naiv in die Abhängigkeit der Chinesen manövriert zu haben. Schätzungen würden davon ausgehen, dass bis zu 70% der technischen Ausrüstung von Huawei bereitgestellt werde. Andererseits könne man den deutschen Staat nicht gänzlich von der Verantwortung für die Situation freisprechen. Mobilfunkkonzerne hätten in der Vergangenheit das von der Regierung versteigerte Funkspektrum teuer erwerben müssen. Die hohen Einnahmen habe der Staat gerne eingestrichen, ohne zu berücksichtigen, dass die finanziell geschwächten Mobilfunkanbieter auf billig produziertes chinesisches Know-How zurückgreifen würden. Außerdem plane die Telekom 2,8 Milliarden Euro an Aktionäre auszuschütten. Der deutsche Staat - mit 32% einer der Großaktionäre der Telekom - würde kräftig davon profitieren.

Die Aktie der Deutschen Telekom AG werde aktuell bei EUR 15,25 (18.06.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 16,75 (20.02.2020) und das Jahrestief bei EUR 10,40 (26.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 20 Analysten die Aktie auf "buy", acht auf "hold" und null auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel das Bonus Cap-Zertifikat (ISIN DE000VE5U7T8 / WKN VE5U7T) auf die Deutsche Telekom-Aktie. Die Bonusrendite werde bei 7,53% und die Barriere bei EUR 10,00 gesehen. Der Bonusbetrag sowie der Bonuslevel lägen bei EUR 18,00. Der Geldkurs betrage EUR 16,73 und der Briefkurs EUR 16,74. Der Bewertungstag sei der 18.06.2021. (Stand: 22.06.2020, 13:39)

Außerdem könnte das Discount-Zertifikat (ISIN DE000VE5PF20 / WKN VE5PF2) auf die Deutsche Telekom-Aktie mit einem Cap von EUR 14,50 interessant sein. Die maximale Rendite betrage 7,01% und der Discount 7,98%. Der Geldkurs liege bei EUR 13,53. Der Briefkurs werde bei EUR 13,54 gesehen. Der Bewertungstag sei am 19.03.2021. (Stand: 22.06.2020, 13:21)

Eine Investmentidee sei zudem das Long Mini Future-Zertifikat (ISIN DE000VP1DNT0 / WKN VP1DNT) auf Deutsche Telekom mit einem Basispreis von EUR 10,05. Der Stopp-Loss betrage EUR 10,46 und der Abstand zum Stopp-Loss 28,97%. Das Papier habe ein Bezugsverhältnis von 1 und einen Hebel von 3,14. Der Geldkurs liege bei EUR 4,72. Der Briefkurs werde bei EUR 4,73 gesehen. (Stand: 22.06.2020, 13:49)

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe vom 19.06.2020) (22.06.2020/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: Aktiencheck




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