Kommunale Unternehmen für größere Rolle von Gaskraftwerken

Sonntag, 26.08.18 13:58
Kommunale Unternehmen für größere Rolle von Gaskraftwerken
Bildquelle: iStock by Getty Images
BERLIN (dpa-AFX) - Der Energieträger Gas sollte aus Sicht des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) bei der Energiewende eine größere Rolle spielen. "Deutschland muss seine Energieversorgung so breit wie möglich aufstellen", sagte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dazu gehörten mehr Gaskraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Speicher und dezentrale Stromverteilernetze.

Die Branche brauche zügig Klarheit zur weiteren Förderung der Klimaschutztechnologie Kraft-Wärme-Kopplung und ein Bekenntnis zur Zukunft des Energieträgers Gas. Eine Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) produziert parallel zur Stromerzeugung Wärme.

Reiche sagte, 2022 gehe das letzte Kernkraftwerk vom Netz. Die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung beschäftige sich damit, wie der Energiemarkt der Zukunft nach dem gesteuerten Ausklingen der Kohleverstromung ausgestaltet sei. Reiche ist Mitglied der Kommission. Dabei seien Gas und KWK geradezu "gesetzte Komplementäre zu den volatilen erneuerbaren Energien". Sie seien die beste Antwort auf Schwankungen bei der Stromversorgung im Sinne der Versorgungssicherheit.

"Die jetzige Struktur des Energiemarkts gibt aber nicht die notwendigen Impulse, um in Gaskraftwerke zu investieren", sagte Reiche. "Wir brauchen nach Atomausstieg und nach der Stilllegung von Kohlekraftwerken zusätzliche gesicherte Leistung. Diese sollten idealerweise aus Gaskraftwerken, insbesondere aus KWK-Anlagen stammen, da diese deutlich weniger CO2 emittieren."

Zwar betrage die Summe möglicher Neubauprojekte von Gaskraftwerken rund 10 Gigawatt - davon würden im jetzigen Marktrahmen bis 2025 aber lediglich 2 Gigawatt tatsächlich ans Netz gehen. "Gebraucht werden aber deutlich mehr. Alle Erfahrung lehrt, dass aufgrund langer Vorlaufzeiten für Planung, Genehmigung und Bau ein Zubau von Gaskraftwerken in so kurzer Zeit schwer zu realisieren ist", sagte Reiche. Deswegen brauchen wir von der Politik nun dringend Antworten. Wir brauchen Investitionsanreize. Die sind derzeit nicht gegeben."

Der Ausbau der Stromübertragungsnetze liege dramatisch zurück, sagte Reiche. "Die Möglichkeiten, über die Stromverteilnetze eine regionale, intelligente Verteilung von Strom zu organisieren und damit auch die Übertragungsnetze zu entlasten, werden durch die Politik leider ignoriert." Die Politik unterschätze die Verteilnetze.

Die großen Übertragungsnetzbetreiber transportieren Strom über längere Strecken. Über Verteilnetze gelangt er dann an die Endverbraucher wie private Haushalte./hoe/DP/jha



Quelle: dpa-AFX


Hier geht's zur Aktien-Startseite

News und Analysen

Devisen: Euro stabil - Pfund etwas schwächer

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Freitag im frühen Handel stabil präsentiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1125 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 13194

Titel aus dieser Meldung

Datum :
18.10.19
27,40 EUR
0,29 %
Datum :
18.10.19
8,82 EUR
-0,07 %

Der Backtest: Handelsstrategien auf dem Prüfstand

Der Backtest: Handelsstrategien auf dem Prüfstand
Ein Backtest – auf deutsch: Rücktest oder auch Rückvergleich – ist ein Prozess zur Bewertung eines Modells. Hierzu werden die Regeln einer vorhandenen Strategie auf historische Daten angewendet. Dies erfolgt entweder mit einer speziell hierfür entwickelten Software oder durch eigene Programmierungen.
© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr