Kreml: Hilfe soll 'brüderliche Beziehungen' zu Belarus erhalten

Dienstag, 15.09.20 14:20
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MOSKAU/MINSK (dpa-AFX) - Russland erwartet nach der Gewährung eines Milliardenkredits für den umstrittenen Staatschef Alexander Lukaschenko in Belarus (Weißrussland), dass die "brüderlichen Beziehungen" beider Länder erhalten bleiben. "Es geht hier um das Verhältnis zwischen zwei Ländern. Es geht nicht um die persönlichen Beziehungen von Putin und Lukaschenko", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Lukaschenko am Montag in Sotschi am Schwarzen Meer 1,5 Milliarden US-Dollar (1,26 Milliarden Euro) als Kredit in Aussicht gestellt, um die Krise im Land zu lösen. Die Finanzspritze hatte in der Demokratiebewegung Kritik ausgelöst, weil viele Menschen in Belarus darauf gehofft hatten, dass Russland sich nicht einmische in die Angelegenheiten des Landes.

Nun aber helfe Putin nicht dem Volk, sondern seinem autoritären Verbündeten, sagte die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. Sie betonte in ihrem Exil in der EU an die Russen gerichtet: "Mit Euren Steuern werden unsere Prügel bezahlt. Wir sind überzeugt, dass Ihr das nicht wollt."

Lukaschenko hatte zuletzt beklagt, dass die Einsätze der Sicherheitskräfte zur Aufrechterhaltung der Stabilität im Land extrem kostspielig seien. Bei der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten gab es bisher mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen.

Experten in Moskau und Minsk warnen immer wieder davor, dass Putins Hilfe für den auch als "letzten Diktator Europas" genannten Lukaschenko dazu führen könnte, dass sich die bisher russlandfreundlichen Belarussen von dem Nachbarn abwenden. Auch in der Ukraine hatte Putin einst den Präsidenten Viktor Janukowitsch mit Milliardenkrediten unterstützt. Am Ende kam es zum Umsturz. Das Geld war verloren. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind zerstört.

Kremlsprecher Peskow sagte, dass in Belarus keine solche Entwicklung drohe. Er betonte auch, dass der Kredit an keine politischen Bedingungen geknüpft sei. Ein Teil des Geldes solle auch zur Umstrukturierung von Altschulden genutzt werden. Belarus steht bei Russland mit einem zweistelligen Milliardenbetrag in der Kreide./mau/DP/nas



Quelle: dpa-AFX




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