Morningstar: Bei Standardfonds patzen aktive Manager meistens - Fondsnews

Mittwoch, 16.09.20 11:30
Morningstar: Bei Standardfonds patzen aktive Manager meistens - Fondsnews
Bildquelle: Adobe Stock
Wien (www.fondscheck.de) - Aktiven Fondsmanagern gelingt es allenfalls auf kurze Sicht, die passive Konkurrenz zu übertreffen, so die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Ergebnis komme die Fondsratinggesellschaft Morningstar in einer aktuellen Analyse. Demnach würden es aktive Lenker nur in einzelnen Feldern schaffen, Indexfolger auch langfristig zu schlagen. Für das quartalsweise erscheinende "Fondsbarometer" hätten die Morningstar-Analysten die Wertentwicklung der Vehikel in 47 Aktien- und 14 Anleihekategorien untersucht.

Demnach hätten über ein Jahr gesehen insgesamt 38 Prozent der aktiv verwalteten Aktienfonds die passive Konkurrenz geschlagen. Über zehn Jahre gesehen habe diese "Erfolgsquote" jedoch deutlich niedriger bei nur 15 Prozent gelegen. Bei Rentenfonds wiederum offenbare sich sogar ein noch trüberes Ergebnis. Hier liege die Erfolgsquote der Aktiven über ein Jahr gerechnet nur bei 23, und über zehn Jahre lediglich bei 16 Prozent. Diese Ergebnisse würden die Sicht festigen, dass zumindest in bestimmten Markphasen wie zuletzt im Corona-Crash aktive Verwalter reüssieren könnten.

Bei Betrachtung der langfristigen Ergebnisse der einzelnen Aktienkategorien ergebe sich, dass es nur bestimmten aktiven Fonds gelinge, länger zu überleben und zugleich den Durchschnitt der zugehörigen Indexfonds zu übertreffen - und das auch bei eher exotischen Investmentschwerpunkten. "Nach zehn Jahren konnten beispielsweise 73 Prozent der aktiv verwalteten Fonds, die in mittelgroße britische Werte investieren, ihre Indexfonds-Pendants übertreffen", berichte Morningstar-Experte Ali Masarwah. "Ein Investment in einen FTSE-250-ETF war also für Anleger seit 2010 keine gute Wahl." Relativ gut sehe es auch für aktive Fonds in den Kategorien Aktien Dänemark, Schweizer Nebenwerte, Aktien Österreich und Aktien Norwegen aus. Abgesehen von einigen Ausreißern hätten sich diese Manager auch über kürzere Zeiträume recht gut geschlagen.

Aktienfondskategorien mit den höchsten "Erfolgsquoten" nach zehn Jahren: UK Mid-Cap Equity, Denmark Equity, Switzerland Small/Mid Cap Equity, Austria Equity, Norway Equity, Japan Small/Mid Cap Equity, China Equity, Latin America Equity, India Equity, Italy Equity, Europe Small Cap Equity, UK Large Cap Equity, Pacific ex-Japan Equity, Spain Equity, Global Emerging Markets Equity, US Small Cap Equity, South Africa & Namibia Equity, Europe ex-UK Large Cap Equity, German Large Cap Equity, Sweden Equity, Russia Equity, Asia ex Japan Equity, Taiwan Large Cap Equity, Hong Kong Equity und Korea Equity.

Diese Kategorien würden jedoch zweifelsohne nicht gerade zu den Kerninvestments der meisten Anleger zählen. So hätten die Morningstar-Analysten umgekehrt den Blick auf die 25 Aktienkategorien gerichtet, die langfristig am schwächsten abschneiden würden.

"Die Übersicht ist aus zwei Gründen ernüchternd. Alle 25 Aktien-Kategorien weisen Erfolgsquoten von unter 25 Prozent auf", erläutere Masarwah. "Schlimmer noch: Elf Kategorien haben Erfolgsquoten von unter zehn Prozent." Noch problematischer sei, dass hier Kategorien vertreten seien, mit denen Anleger typischerweise große Teile ihrer Aktien-Allokation bestücken würden. So würden BRIC-Titel sowie US-, europäische und globale Standardwerte die Negativliste anführen.

Ebenfalls ernüchternd falle die langfristige Erfolgsbilanz bei Rentenfonds aus. Von den 14 untersuchten Kategorien hätten hier Euro-Unternehmensanleihen mit einer Erfolgsquote von 42 Prozent am besten abgeschnitten. Darauf würden Kurzläufer und globale Anleihenfonds folgen. "Interessanterweise war die kurzfristige Erfolgsbilanz sehr viel schlechter", merke Masarwah an. Dies könne daran liegen, dass die Manager bei Euro-Unternehmensanleihen höhere Risiken eingingen und bei Kurzläufern wiederum die Renditen stark gefallen seien.

Trotz der kurzfristigen Erfolge falle damit die Gesamtergebnis der aktiven Fondslenker mager aus, resümiere Morningstar-Experte Masarwah. "Auch wenn sich aktive Manager in einzelnen Kategorien in den vergangenen zehn Jahren ausgezeichnet haben, fällt ihre Bilanz in den 61 betrachteten Kategorien schwach aus." Die Erfolgsquote aktiver Manager wäre nach 15 Jahren sogar noch schwächer, vermute Masarwah. Diesen Zeitraum hätten die Analysten allerdings nicht untersucht, da nur wenige Indexfolger so lange am Markt seien. "Das wird sich über die Jahre ändern, wenn mehr Indexfonds aussagekräftige Historien aufweisen werden", meine Masarwah.

Weitere Detailinformationen mit den Aktienfondskategorien mit den höchsten sowie den niedrigsten "Erfolgsquoten" nach zehn Jahren können Sie unter folgendem Link abrufen. (16.09.2020/fc/n/s)



Quelle: Aktiencheck




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