Neues 737-Max-Problem: US-Airlines ziehen Boeing-Jets aus dem Verkehr

Freitag, 09.04.21 17:27
Airbusflugzeug auf dem Rollfeld
Bildquelle: AIRBUS 2019 - photo by N. HOPWOOD
SEATTLE (dpa-AFX) - Der US-Luftfahrtriese Boeing hat Fluggesellschaften auf ein Produktionsproblem bei bestimmten Versionen des Krisenmodells 737 Max hingewiesen. Der Airbus -Rivale empfahl 16 Kunden laut eigenen Angaben vom Freitag, den Betrieb der Maschinen auszusetzen, bis mögliche Mängel am Stromversorgungssystem ausgeschlossen werden können. Boeing arbeite eng mit der US-Luftfahrtaufsicht FAA zusammen.

Airbus kaufen? Airbus halten? Airbus verkaufen? Die Antwort steht im boerse.de-Aktientelegramm!

Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell und ein wichtiger Gewinnbringer. Die Baureihe war nach zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und erst im November wieder in den USA zum Betrieb zugelassen worden. Als Grund für die Unglücke galt eine defekte Steuerungssoftware. Das aktuelle Problem stehe nicht im Zusammenhang damit, sagte eine Boeing-Sprecherin.

Die US-Fluggesellschaften American und Southwest Airlines haben nach der Warnung etliche 737-Max-Flieger vorerst aus dem Betrieb genommen. Southwest, die US-Airline mit den meisten Maschinen dieses Typs in der Flotte, teilte auf Nachfrage mit, 30 seiner insgesamt 58 Max-Jets sicherheitshalber für Überprüfungen aus dem Verkehr gezogen zu haben. Das Unternehmen selbst habe jedoch keine Betriebsprobleme bemerkt.

American Airlines hat nach eigenen Angaben 17 betroffene Maschinen, die einer Unternehmenssprecherin zufolge umgehend aus dem Flugplan genommen worden seien. Es handele sich um die 737-Max-Jets, die zuletzt von Boeing an American geliefert worden seien - also nach der Aufhebung des Flugverbots. Das Unternehmen habe weitere 24 Stück, die vorher von Boeing übergeben wurden, hier bestehe das Problem nicht.

Anleger reagierten zunächst nicht übermäßig nervös und ließen Boeings Aktien im frühen US-Börsenhandel vorerst nur leicht fallen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben, forderte derweil bessere Aufsichtsmechanismen in Deutschland und der EU: "Vor dem Hintergrund der anhaltenden Pannenserie darf sich die Bundesregierung nicht länger wegducken und auf Boeing und die FAA verlassen". Die EU müsse die Sicherheit umfassend und unabhängig überprüfen, bevor ein neues Unglück passiere./hbr/DP/he



Quelle: dpa-AFX


Pflichtpublikation für Airbus-Aktionäre:
Der „Leitfaden für Ihr Vermögen“. Kostenlos!


Titel aus dieser Meldung

Datum :
18.05.21
97,13 EUR
0,29 %
Datum :
18.05.21
189,18 EUR
2,04 %
Datum :
18.05.21
51,02 EUR
-0,04 %
Datum :
18.05.21
19,32 EUR
2,93 %

Value oder Growth? Eine Frage so alt wie die Börse

Value oder Growth? Eine Frage so alt wie die Börse
Die Frage, ob es sinnvoller ist, auf Value- oder auf Growth-Titel zu setzen, ist beinahe so alt wie die Börse selbst. Dabei sind mit der Bezeichnung „Value“ bewährte Unternehmen gemeint, deren Buchwert idealerweise aktuell möglichst niedrig bewertet wird.
© 1994-2021 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr