OTS: Börsen-Zeitung / Das war's, Kommentar zu Vonovia von Annette Becker

Dienstag, 14.09.21 20:31
Kursticker auf einer digitalen Anzeige.
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Das war's, Kommentar zu Vonovia von Annette Becker

Frankfurt (ots) - Deal done. Das signalisiert nicht zuletzt der Aktienkurs von

Deutsche Wohnen am Tag nach dem Streichen der Mindestannahmeschwelle aus der von

Vonovia lancierten freiwilligen Übernahmeofferte. Zwar hatte sich der Kurs des

Übernahmeziels seit Anfang August, als die Bochumer den nächsten und zugleich

letzten Anlauf zur Übernahme annoncierten, dem neuen Angebotspreis von 53 Euro

genähert. Doch erst die Nachricht vom Verzicht auf die 50-Prozent-Schwelle hat

auch den letzten Investor überzeugt, dass die beiden Fusionspartner bei der

größten Immobilientransaktion in Europa wirklich nichts mehr anbrennen lassen.

Folgerichtig notiert die Aktie der Deutschen Wohnen jetzt auf Höhe des

Angebotspreises.

Interessant daran ist, dass das Vorgehen in der neuen Angebotsunterlage, die am

23. August veröffentlicht wurde, mehr oder minder vorgezeichnet war. Manch ein

Investor wollte dem Braten aber offenbar nicht so recht trauen. Dabei hatte

Vonovia-Chef Rolf Buch nichts unversucht gelassen, allen kurzfristig

orientierten Investoren klarzumachen: Spekulation zwecklos.

Neben Goodies für eilige Investoren wie dem Einrichten von zwei

Settlement-Terminen enthält die Offerte auch einige Elemente, welche die

Attraktivität der Aktie von Deutsche Wohnen spürbar schmälern. Dazu gehört der

Verzicht auf den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags für

die Dauer von drei Jahren sowie die Ankündigung, dass die Berliner künftig keine

Dividende mehr ausschütten. Dass sich Buch damit zugleich einiges an

Handlungsspielraum nimmt, beispielsweise mit Blick auf die Integration, steht

auf einem anderen Blatt.

Da Vonovia nun die einzige Vollzugsbedingung gestrichen hat, spielt es auch

keine Rolle mehr, ob die Bieterin nach Ablauf der ersten Annahmefrist am 4.

Oktober die 50-Prozent-Schwelle überschreitet. Der neue Tag der Entscheidung ist

der 21. Ok­tober. Doch selbst wenn die einfache Mehrheit bis dahin nicht

geknackt sein sollte, ist der Erfolg der Übernahme gesichert.

Dazu beigetragen hat auch, dass sich Vonovia vor dem Start der neuen Offerte mit

der Aufstockung der Beteiligung auf 29,99 Prozent in eine wesentlich bessere

Ausgangssituation gebracht hat. Ganz bewusst waren die Bochumer unter der

Schwelle geblieben, die ein Pflichtangebot an den Streubesitz auslöst. Denn nur

so blieb die Übernahme freundlich und konnte mit einem detaillierten Business

Combination Agreement angegangen werden. Das Kräftemessen mit den Fonds

entspringt einem anderen Geist.

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Quelle: dpa-AFX


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